Freude über die Eröffnung des Steigerturms: (v.l.) Wilhelm Lennertz, Thilo Zwiehoff (beide Verein Steigerturm), Ministerin Ina Scharrenbach, Burkhard Treude (Steigerturm), Bürgermeister Norbert Schilff und Regierungspräsident Heinrich Böckelühr. Foto: Steigerturm
Eine ganze Reihe hochrangiger Gäste folgte am Freitag (12.6.) der Einladung des Vereins „Unsere Mitte Steigerturm“ zur offiziellen Eröffnung des neuen Bürgerzentrums in Berghofen. An der Spitze Landesministerin Ina Scharrenbach, deren Heimatministerium den Umbau des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses mit 659.000 Euro gefördert hat.
Vor Ort überzeugte sich die Ministerin davon, dass dieses Steuergeld sinnvoll angelegt wurde. „Ein Dorf braucht eine Mitte“, so die Ministerin, und hier sei es in herausragender Weise gelungen, einem nicht mehr benötigten Gebäude eine neue Bestimmung zu geben.
Neben der Sparkasse Dortmund sowie der Reinoldi-Gilde haben auch die Sozialstiftung NRW und die NRW-Stiftung mit hohen sechsstelligen Summen geholfen, die Vision vom neuen Steigerturm Realität werden zu lassen. Burkhard Treude, der erst vor wenigen Tagen den Vorsitz des Vereins in jüngere Hände gelegt hatte, dankte den Vertretern der beiden Stiftungen ebenso wie den Gästen aus der Politik, allen voran dem Regierungspräsidenten Heinrich Böckelühr, Bürgermeister Norbert Schilff, Bezirksbürgermeister Jan Gravert sowie der Landtagsabgeordneten Nadja Lüders.
Schilff überbrachte die Grüße und eine Urkunde von Oberbürgermeister Alexander Kalouti. „Der Steigerturm steht für Gemeinschaft, Offenheit und gelebte Nachbarschaft“, heißt es im Text der von Kalouti unterschriebenen Urkunde. Dies umschreibt genau die Ziele des Vereins, der sich einem modernen Heimatbegriff verpflichtet fühlt. „Wir verstehen uns als inklusiver Ort, an dem Menschen jeglicher Herkunft immer willkommen sind“, so Burkhard Treude.
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Fotomontage: Markus Meeder
Am 9. April begannen in Hörde die Abrissarbeiten an der Tull-Villa – einem der letzten Gebäude, das noch unmittelbar an die über 160jährige Stahlgeschichte des Hörder Hüttenwerkes erinnerte.
Der Heimatverein Hörde hat dies zum Anlass genommen, in seiner Podcast-Reihe „Zwischen Himmel und Hörde“ eine Dokumentation über die Geschichte dieses besonderen Hauses auf dem ehemaligen Werksgelände zu erstellen.
Es ist 1893, als auf dem Gelände des Hoerder Bergwerks- und Hüttenvereins eine Direktoren-Villa erbaut wird. Zu dieser Zeit wird das Unternehmen von Mathias Tull als Generaldirektor geleitet. Mathias Tull bewohnt selbst eine Villa an der Straße, die später nach ihm „Tullstraße“ heißen wird. In die Villa auf dem Werksgelände soll sein Sohn Ludwig Tull, - Direktor des Hörder Hüttenwerkes – einziehen. Er lebt dort im Schatten der Hörder Burg mit seiner Familie über viele Jahre in einer großen Villa, die von einem Park umgeben ist, dicht neben den Werkshallen des immer weiter expandierenden Stahlwerkes.
Später, als das Haus nicht mehr bewohnt wurde, diente es nach einem Umbau als Verwaltungsgebäude für das Stahlwerk bis zu dessen Stilllegung im Jahr 2001. Bis auf die Burg, das Magazin-Gebäude und die Tull-Villa verschwanden alle Bauwerke des einst bedeutenden Stahlwerkes. Wo einst Stahl gekocht und weiterverarbeitet wurde, entstand ein urbaner See mit einer Randbebauung durch Wohnhäuser und Bürogebäude.
Die Tull-Villa stand plötzlich als Fremdkörper, als Erinnerungsort, als Problem inmitten des neuen Stadtquartiers. Es gab verschiedene Ideen zur weiteren Nutzung. Der Heimatverein Hörde kämpfte jahrelang vergeblich um Denkmalschutz und Erhalt. Die Pläne, dort durch einen Anbau ein Orchesterzentrum zu schaffen, zerstörten viel der Bausubstanz, scheiterten letztlich und so verfiel die Villa hinter Bauzäunen, wurde zum Schandfleck, zur Ruine in bester Lage. Viele Hörder bedauern das.
Der Podcast ist auf dem youtube-Kanal des Heimatvereins Hörde zu sehen.
Über die gelungene Infotafel freuen sich Dietmar Bergmann von der AWO Eichlinghofen (l.), Autor Rüdiger Wulf (2. v. r.) und Bürgermeister Norbert Schilff (r). (Foto: Stadtheimatpflege)
Schon im Mittelalter wurde in Eichlinghofen Kohle abgebaut. Von Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Eichlinghofen zwei Zechen mit mehreren hundert Beschäftigten. In dieser Zeit begannen auch die Bergarbeiter sich zu organisieren und zuerst Knappenvereine, dann Gewerkschaften zu gründen. Daneben entstanden weitere Organisationen der Arbeiterbewegung, wie Gesangsvereine, Sportvereine und auch die Arbeiterwohlfahrt.
An diese industrielle Zeit Eichlinghofens erinnert nun eine Infotafel an der Stockumer Straße, die am 30. April in einer kleinen Feierstunde mit einem Grußwort von Bürgermeister Norbert Schilff eingeweiht wurde. Im Anschluss gabt es einen Empfang in der AWO-Begegnungsstätte Haus Schwerter an der Stockumer Straße.
Gleichzeitig erinnert die Infotafel auch an bekannte Persönlichkeiten der Arbeiterbewegung aus dem Raum Eichlinghofen, wie Heinrich Hansmann und Fritz Husemann (Gründer des ersten Bergarbeiterverbandes), Wilhelm Hansmann (vor 1933 Landrat und Abgeordneter, nach 1945 erster Oberstadtdirektor in Dortmund), August Schmidt (nach dem Krieg erster Vorsitzender der IG Bergbau) und Erna David (führende Funktionärin der Arbeiterwohlfahrt in Westfalen).
Die Idee zu der Infotafel hatte Christoph Ebner. Recherche und Texte steuerte Rüdiger Wulf bei. Realisiert wurde das Projekt mit Hilfe von Silvya Ixkes, Michael Twardon, Susanne und Dietmar Bergmann. Das Projekt unterstützt haben die Sparkasse Dortmund, das Stadtarchiv Dortmund, der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V., der AWO-Unterbezirk Dortmund, Till und Thomas Hein sowie die Produzenten der Infotafel Holzer-PrintConzept.
Bernhard Finkeldei, 1. stv. Vorsitzender des Heimatvereins Hörde, konnte ein Gemälde des Hörder Malers Lutz Dittberner zusammen mit einem Bildband als Schenkung entgegen nehmen. (Foto: Raimund Schroeder)
Lutz Dittberner wurde 1899 in Hörde geboren. Nach seiner Schulbildung wurde er zunächst kaufmännischer Angestellter und nahm als Soldat am 1. Weltkrieg teil. Danach arbeitete er als Bergmann. In den 1920er-Jahren belegte er Fernkurse an der Mal- und Zeichenschule in Berlin-Dahlem und begann nebenberuflich zu zeichnen und zu malen. 1926 kündigte er seine Anstellung beim Hörder Hüttenwerk, um sich ganz der Malerei zu widmen. Dittberner gewann bald Anerkennung als Künstler, fand Freunde in der Künstlergemeinschaft „Junge Front“, deren Vorsitzender er 1932 wurde. Auf Studienreisen durch zahlreiche europäische und außereuropäische Länder vervollkommnete er sein Können. Besonders in Schweden veranstaltete er eigene Ausstellungen.
1950 eröffnete Dittberner in seinem Lücklemberger Haus eine Gaststätte „Die Tube“, die zum Treffpunkt internationaler Kunstliebhaber wurde. Später richtete Dittberner dort eine Galerie ein, in der er vorzugsweise Werke junger, noch unbekannter Künstler, darunter auch Kinder und malende Frauen, präsentierte.
Das dem Heimatverein von einem ehemaligen Hörder Geschäftsmann geschenkte Bild zeigt ein Teilstück der Goldstraße (heutige Brauerstraße).
In dem 1961 erschienenen Bildband sind zahlreiche Reproduktionen Dittberners zu sehen. Mit Kohlestift und Tuschefeder hat er Kirchen, Schlösser, Bauernhöfe, Zechen, Brauereien, Industrieanlagen, kurz all das festgehalten, was für seine Heimatstadt Dortmund typisch war. 1981 verstarb Dittberner. In einem Nachruf wurde er von einer Tageszeitung als „Chronist mit dem Zeichenstift“ gewürdigt.
Dr. Ingo Fiedler (1950-2025). Foto: Stadtheimatpflege
Der langjährige Dortmunder Stadtheimatpfleger Dr. Ingo Fiedler ist, wie seine Familie jetzt bekannt gegeben hat, bereits am 21. November 2025 überraschend im Alter von 75 Jahren in Berghofen verstorben.
Ingo Fiedler engagierte er sich bereits während seines Lehramts-Studiums für die Geschichte seiner westfälischen Heimatstadt im Historischen Verein für Dortmund und die Grafschaft Mark. 1981 war er Mitbegründer des Arbeitskreises „Archäologie und Denkmalpflege” und von 1985 bis 2000 leitete er zudem den Arbeitskreis „Schule und Geschichte” des Vereins.
Von 1988 bis 2016 übernahm er die Aufgabe des Dortmunder Stadtheimatpflegers im Westfälischen Heimatbund (WHB). In diesen 28 Jahren trug er die Verantwortung für die Koordination und Motivation der Heimatvereine in der Großstadt mit dem ihm eigenen großen Engagement und Herzblut. Auch danach und bis zuletzt blieb er der Dortmunder Stadtheimatpflege eng verbunden. Insbesondere engagierte er sich für die Geschichte Berghofens sowie für den Erhalt des Lindenhorster Kirchturms.
Lange Jahre war Ingo Fiedler zudem in den Gremien des WHB aktiv. Bereits seit 1982 engagierte er sich in den Fachstellen Denkmalpflege, Geschichte, Volkskunde und Ruhrgebiet. Von 2004 bis 2016 war er Vorsitzender des Verwaltungsrates des WHB, dessen Ehrenmitglied er seit dieser Zeit war.
Während seiner beruflichen Laufbahn unterrichtete er an verschiedenen Dortmunder Hauptschulen, hier entdeckte er auch seine Leidenschaft für die Didaktik der Geschichte, die er ab 1995 auch als Lehrbeauftragter an der Universität Dortmund vertrat.
Der Westfälische Heimatbund, die Dortmunder Stadtheimatpflege und die Dortmunder Heimat- und Geschichtsvereine trauern mit der Familie des Verstorbenen.
Wir werden Ingo Fiedler als stets den Menschen zugewandten, hochengagierten, heimatverbundenen, gleichzeitig aber auch zukunftsorientierten Mitstreiter und Freund sehr vermissen und ihn stets im ehrenden Andenken behalten.
Wappensteine und Grabplatten vor und in der Stiftskirche sind Thema im neuen Podcast von Willi Garth. (Fotomontage: Markus Meeder)
Heimatforscher wie Willi Garth sind immer fasziniert, wenn es ihnen gelingt, Steine zum Reden zu bringen. In der neuen Folge der Podcastreihe „Zwischen Himmel und Hörde“ beschäftigt er sich mit Wappensteinen und Grabplatten aus dem ehemaligen Kloster Clarenberg, die heute an einem Denkmal vor und als Original in der Stiftskirche hängen und von vergessenen Adelsfamilien künden.
Er berichtet von der Entdeckung bei Bauarbeiten, als in den 1930er Jahren Putzschichten am Klostergebäude abgetragen wurden und alte Sandsteinreliefs zum Vorschein kamen. Als das Abteigebäude 1966 abgerissen wurde, ließ die Volksbank die Wappensteine und eine weitere Platte in ein Betondenkmal einfassen, das vor der Stiftskirche aufgestellt wurde und im Laufe der Jahre von den Autoabgasen stark beschädigt wurde. Dank des Engagements des Hörder Heimatvereins wurden die Steine professionell konserviert, Duplikate an der Straße platziert und die Originale 1998 in die schützende Stiftskirche überführt. Dort sind sie am Nordportal neben dem Grabdenkmal des Dietrich von der Mark angebracht.
Neben diesen „steinernen“ Geschichten wird in dem Podcast von ungewöhnlichen Geschehnissen auf dem Kath. Friedhof am Ölpfad berichtet. Willi Garth erzählt wie dort 1999 Dreharbeiten zum ZDF-Film "Der Schnapper" mit dem Schauspieler Horst Krause stattfanden.
Der Podcast ist auf dem youtube-Kanal des Heimatvereins Hörde zu sehen.
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An der über 1000-jährigen Geschichte der Stadt Dortmund hatten Menschen jüdischen Glaubens maßgeblich Anteil. Daran möchte diese Webseite des Historischen Vereins erinnern.
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