Nachrichten aus der Heimat

Informationen und Berichte aus der Heimatpflege in Dortmund

Informationen und Berichte
aus dem Jahr 2021

 

November

 

Vorstand Oespel_Kley

Der neu gewählte Vorstand des Heimatvereins Oespel-Kley. Vorne. Roy Jasper und Mathias Winkler (Beisitzer) Hinten v.l.n.r. : Uwe Bahl (2.Vorsitzender), Bernd Hosemann (Beisitzer), Rainer Skindziel (Kassierer) Uwe Paulukat (1.Vorsitzender), Andrea Skindziel (Schriftführerin), Gerd Hötzel (stellv. Schriftführer). Es fehlen: Robert Geßmann (Beisitzer), Christof Miene (stellv. Kassierer). Foto: Heimatverein Ospel-Kley,

Generalversammlungen in den Dortmunder Heimatvereinen

Nachden die Coronapandemie lange Zeit die Abhaltung der satzungsgemäßen Generalversammlungen unmöglich gemacht hatte, sind in diesen Tagen in vielen Dortmunder Heimatvereinen diese notwendigen Veranstaltungen nahgeholt worden. Das natürlich in der Hoffnung, dass sich spätestens mit dem neuen Jahr 2022 so langsam wieder etwas wie "Normalität" im Vereinsleben einstellt.


Oktober

 

Preisverleihung Hörder Burg

Zu einem persönlichen Treffen trafen sich die Verantwortlichen der Dortmunder Heimatvereine im Mengeder Heimathaus.. Foto: Ralf Obernier (WIR IN DORTMUND).

Vorsitzende der Dortmunder Heimat- und Geschichtsvereine trafen sich im Heimathaus in Mengede

Nachdem bereits drei Termine wegen der Coronapandemie ausgefallen waren, konnte jetzt das 62. Treffen der Vorsitzenden der Dortmunder Heimat- und Geschichtsvereine im Mengeder Heimathaus am Widum stattfinden.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Dr. Mathias Austermann (Stadtheimatpfleger für Dortmund im Westfälischen Heimatbund) berichtete Gastgeber und Vorsitzender des Heimatvereins Mengede, Hans-Ulrich Peuser, von den bisher geförderten Projekten des Vereins, wie das Anbringen von QR-Codes an Sehenswürdigkeiten im Stadtbezirk und die Herausgabe einer Sonderbriefmarke und einer Bierdeckel-Kollektion. Mit besonderer Freude gab er einen Rückblick auf das große Ereignis, als Ministerin Ina Scharrenbach persönlich einen Scheck über 130.000 Euro für die Restaurierung des Heimathauses überbrachte und informierte die Anwesenden über den Stand der Umbauarbeiten.

In ihrem Bericht aus der Arbeit der Koordinierungsstelle "Heimat" wies Andrea Allendorf vom Amt für Stadterneuerung der Stadt Dortmund, unter anderem auf das eher unbekannte Förderprogramm „2000 x 1000 Euro für das Engagement“ mit dem Schwerpunktthema „Gemeinschaft gestalten – engagierte Nachbarschaft leben“ hin.

Anschließend nahmen die Veranstaltungsbesucher in einer Diskussionsrunde Stellung zur allgemeinen Situation der Dortmunder Heimatvereine nach Corona.

Das nächste Treffen, ausgerichtet vom Heimatmuseum Lütgendortmund 1988 e.V., ist im Mai 2022 im Haus Dellwig vorgesehen.


Preisverleihung Hörder Burg

Freuen sich über den ersten Platz: Winfried Liebig, Vorsitzende des Vereins “Unsere Mitte Steigerturm e.V.” und Oberbürgermeister Thomas Westphal. Foto: Roland Gorecki/Stadt Dortmund.

„Dortmund heimatet“:

Drei Dortmunder Vereine liefern sich ein spannendes Rennen um den zweiten Heimat-Preis

Wer gewinnt den diesjährigen Dortmunder Heimat-Preis? Am Mittwochabend wurde die Katze endlich aus dem Sack gelassen: Mit dem Projekt: „Gemeinsam für ein l(i)ebenswertes Berghofen“ überzeugte der im Jahr 2015 gegründete Verein „Unsere Mitte Steigerturm e.V.“ nicht nur die Jury, sondern auch die Dortmunder Bürger*innen. Die Initiative zur nachhaltigen Zukunftsentwicklung in Berghofen und zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts hat sich bei der online Abstimmung im Juli gegen das Hörder Heimatmuseum und das Projekt „INSIST- Interkulturelle städtische Initiativen stärken“ durchgesetzt.

„Heimaten“ bedeutet, sich aktiv dafür einzubringen, dass Dortmund eine liebens- und lebenswerte Heimat bleibt. Belohnt wird dieses Engagement in diesem Jahr zum zweiten Mal mit dem Heimat-Preis. Vereine und Initiativen aus verschiedenen Bereichen sind dem Wettbewerbsaufruf vom Amt für Stadterneuerung unter dem Motto „Was für eine Heimat“ gefolgt und haben für 27 Projekte in Dortmund Bewerbungsunterlagen eingereicht.

„Traditionen bewahren und Neues wagen, das muss immer die Waage halten, damit die Gesellschaft beieinander bleibt“, so Oberbürgermeister Thomas Westphal, der zusammen mit Andrea Allendorf, Leiterin der Koordinierungsstelle Heimat im Amt für Stadterneuerung, die Gäste in der Hörder Burg durch den Abend führte. „Die Weiterentwicklung des Heimatgedankens in Dortmund als Großstadt der Nachbarn zeichnet alle Projekte aus, die sich in diesem Jahr beworben haben. Projekte, die aus der Notsituation der Pandemie weiterentwickelt wurden, den Umweltgedanken aufgreifen, das soziale Miteinander diverser Gruppen fördern oder die Gesundheit im Fokus haben – eines ist allen Projekten gemeinsam: Ein außerordentlich hohes bürgerschaftliches Engagement.“

Die Dortmunder*innen haben abgestimmt

Mit 854 von 1.578 gültigen Stimmen aus der Dortmunder Bürgerschaft hat sich der Verein Unsere Mitte Steigerturm e. V. einen Anteil von 54% des Abstimmungsergebnisses gesichert. Mit einem deutlichen Vorsprung hat sich der Verein damit den ersten Platz und 7.500 Euro Preisgeld gesichert.

Siegerprojekt „Gemeinsam für ein l(i)ebenswertes Berghofen“

Mit der Anmietung eines historischen Feuerwehrgeräthauses und dem nebenstehenden Steigerturm verhinderte der Verein im Jahr 2015 deren Abriss und so entstand in Berghofen eine Anlaufstelle für alle Bürger*innen für diverse gesellschaftliche Aktivitäten. Der Steigerturm bietet eine Plattform für Kunst, Kultur und Bildung sowie eine generationsübergreifende, interkulturelle und inklusive Begegnungsmöglichkeit. „Damit hat der Verein die Grundlagen für eine Stärkung des sozialen Zusammenhalts und des nachbarschaftlichen Engagements geschaffen“, so Dezernent Ludger Wilde bei seiner Laudatio für den Heimat-Preissieger. Mit großem Engagement hat der Verein zudem die Berghofer Bürger*innen zur vielzähligen Teilnahme an der Abstimmung zum Heimat-Preis animiert.

Mit dem Projekt „Gemeinsam für ein l(i)ebenswertes Berghofen“ tritt der Verein „Unsere Mitte Steigerturm e. V.“ im nächsten Jahr die Reise zur Verleihung des Landes-Heimat-Preises an. Drei der Sieger aus den teilnehmenden Heimat-Preis-Kommunen aus ganz Nordrhein-Westfalen haben die Chance, nach Auswahl durch eine hochkarätig besetzte Jury Geldpreise von insgesamt 25.000 Euro zu gewinnen. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen vergibt den Landes-Heimat-Preis an die Sieger der Heimat-Projekte in Nordrhein-Westfalen.

Preisverleihung Hörder Burg

Willi Garth vom Hörder Heimatverein bekommt von Oberbürgermeister Thomas Westphal den zweiten Preis überreicht. Foto: Roland Gorecki/Stadt Dortmund.

Auszeichnungen für zwei weitere Heimat-Projekte

Über den zweiten Platz und damit 5.000 Euro Preisgeld freut sich der Hörder Heimatverein bei 28 Prozent der Stimmen für sein Projekt: Das Hörder Heimatmuseum wurde im Jahr 2002 gegründet, knapp 10 Jahre, bevor der PHOENIX See entstand. Im Zuge dessen fanden im Museum umfangreiche Umbauten statt, die der Verein aus eigenen Mitteln und mit viel persönlichem Einsatz gestemmt hat. Jedes Jahr finden im und um das Museum herum umfangreiche Aktivitäten statt, wie z. B. Ausstellungen, Führungen und Vorträge. Ganz bekannt ist nicht nur den Hörder*innen die „Thomasbirne“ auf der Kulturinsel des Sees. Den Erhalt des Stahlbehälters, der dem Hörder Hüttenwerk zur Stahlschmelze diente, veranlasste der Hörder Heimatverein im Jahr der Museumsgründung.

18 Prozent der Dortmunder Bürger*innen wählten das Projekt „INSIST“ des „Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine in Dortmund e. V. (VMDO)“ auf den dritten Platz, der mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert ist.

Wortwörtlich bedeutet „INSIST: Interkulturelle Städtische Initiativen Stärken“. Das Projekt, das aus Mitteln des EU- Asyl- Migrations- und Integrationsfonds gefördert wird hat zum Ziel, das Engagement von Migrant*innen sichtbar zu machen. Zentrale Idee ist es, Vereine mit und ohne Migrationsbezug zu gemeinsamen Aktivitäten zu bewegen, die jeweiligen Akteure miteinander in Kontakt zu bringen. Mit dieser Art Partnervermittlung hat der VMDO schon einige Vereine zur Mitarbeit gewinnen können.

Preisverleihung Hörder Burg

Şaziye Altundal-Köse, stellv. Geschäftsführerin des VMDO und Oberbürgermeister Thomas Westphal mit dem dritten Preis. Foto: Roland Gorecki/Stadt Dortmund.

Ehrung der Heimat-Preisträger*innen in der Aula der Hörder Burg

Erneut konnte die Koordinierungsstelle Heimat beim Amt für Stadterneuerung die Hörder Burg als Veranstaltungsort gewinnen. „Wir freuen uns sehr, dass die Sparkassenakademie uns erneut die Aula dieses geschichtsträchtigen Gebäudes für die Feierlichkeiten zur Verfügung gestellt hat“, erklärte Andrea Allendorf. „So konnten wir in der bewährten Qualität und Umgebung den Heimat-Preis an die drei Vereine verleihen, die in diesem Jahr zu den Gewinnern zählen.“

Aufgrund der aktuell geltenden Abstandsregeln durften wie im letzten Jahr in die Burgaula nur 30 statt der sonst üblichen 150 Personen zur Ehrung der Preisträger*innen eingeladen werden. Neben Mitgliedern der Ratsfraktionen begrüßten Oberbürgermeister Thomas Westphal und Andrea Allendorf den Stadtheimatpfleger Dr. Mathias Austermann sowie die Vertreter*innen der preisgekrönten Vereine, die jeweils mit zwei weiteren Begleitpersonen teilnehmen konnten.

„Wir wünschen uns sehr, dass wir im nächsten Jahr ohne Kontaktbeschränkungen die Verleihung des Heimat-Preis begehen können. Im kleinen Kreis zu feiern, entspricht nicht unserer Vorstellung, wie wir unserer Wertschätzung gegenüber den vielen ehrenamtlichen Kümmerern in unserer Stadt Ausdruck verleihen“, so Oberbürgermeister Westphal zum Abschluss der Veranstaltung. Letztendlich sind die Organisatoren jedoch froh, dass eine festliche Preisverleihung in der Aula der Hörder Burg überhaupt stattfinden konnte. „Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmerin sowie den Sponsoren, der Sparkassenakademie und der Sparkasse Dortmund und hoffen, dass auch im nächsten Jahr viele einzigartige Projekte Einzug in den Wettbewerb um den Heimat-Preis finden werden.“

Dortmunder Heimat-Preis 2021 ist Teil einer Landesinitiative

Als das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein Westfalen vor zwei Jahren das Heimat-Förderprogramm aufgelegt hat, wurde dies in Dortmund sehr begrüßt. Mit dem Ziel, die vielen, oft im Hintergrund arbeitenden Vereine und Initiativen in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und deren meist ehrenamtliche Arbeit zu unterstützen und zu wertschätzen, hat die Stadt die Koordinierungsstelle Heimat im Amt für Stadterneuerung eingerichtet. Eine Form der Wertschätzung bildet die Auslobung des Dortmunder Heimat-Preises.

Weitere Informationen zum Heimat-Förderprogramm in Dortmund finden Sie im Internet unter heimat.dortmund.de.


Neues zum Emscherumbau

Moderierten den info-Nachmittag (v.l.): Prof. Dr. Burkhard Teichgräber, Emschergenossenschaft/Lippeverband, Rajko Kravanja, Bürgermeister Castrop Rauxel, Marc Frese, Vorsitzender Stadtteilverein "Mein Ickern", Hans- Ulrich Peuser, Vorsitzender Heimatverein Mengede und Axel Kunstmann, Stadtbezirksbürgermeister Dortmund- Mengede. Foto: Heimatverein Mengede..

Neues zum Emscherumbau

Bürgerinformationsveranstaltung des „Heimatvereins Mengede“ und des Vereins „Mein Ickern e.V.“

Ende September fand auf dem Hof Emscher- Auen eine Bürgerinformationsveranstaltung statt. Eingeladen hatten der Stadtteilverein „Mein Ickern“ und der Heimatverein Mengede. Referenten waren Prof. Dr. Burkhard Teichgräber, Geschäftsbereichsleiter Grundlagen und Entwicklung Emschergenossenschaft/Lippeverband, Rajko Kravanja, Bürgermeister der Stadt Castrop- Rauxel, und Axel Kunstmann, Bezirksbürgermeister Dortmund- Mengede.

Die Hauptthemen der Veranstaltung waren:

  • Wie weit ist der Stand des Umbaus der Emscher, wie geht es weiter und wann ist die Emscher abwasserfrei?
  • In Rückblick auf das Hochwasser im Juli 2021 in NRW und Rheinland- Pfalz: Die Hochwasserrückhaltebecken haben ihren Härtetest bestanden. Wieviel Wasser hätten sie noch fassen können und reichen die Hochwasserschutzmaßnahmen für Mengede und Ickern aus?
  • Wie ist der aktuelle Stand zum Weltkulturerbe Antrag des Ruhrgebietes und welche Rolle spielt dabei die Emscher?

Marc Frese, Vorsitzender von „Mein Ickern“ e.V., begrüßte die gut 100 Teilnehmer, die zu dieser Veranstaltung erschienen waren. Die Idee zu einem solchen Treffen habe schon lange bestanden, sei aber durch die aktuelle Entwicklung besonders dringlich geworden.

Nach Grußworten der beiden zuständigen Bürgermeister übernahm Prof. Teichgräber die Gesprächsführung.

Über 400 km Kanäle gebaut und ca. 300 km Wasserläufe renaturiert

Das Gesamtobjekt Emscherumbau wurde 1992 gestartet und soll 2022 abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten belaufen sich dann auf mehr als 5 Mrd. Euro, geplant waren 4,4 Mrd. Euro. Die Überschreitung kann aufgrund der zwischenzeitlichen Erweiterungen der Maßnahmen als durchaus moderat angesehen werden. Immerhin wurden mehr als 400 km Kanäle gebaut und über 300 km „Gewässer“ renaturiert. Die Kläranlagen in Dortmund- Deusen, Bottrop und an der Emschermündung sind in Betrieb. Die Arbeiten auf dem Stadtbereich Dortmund sind abgeschlossen, flußabwärts wird es bedeutend schwieriger. Trotzdem wird die Emscher nie eine „Isar“ werden.

Bei den Fragen aus dem Plenum gab es drei Schwerpunkte: Einmal ging es dann um den rechtlichen Begriff der „Abwässerfreiheit“, ob die nach einem solchen Hochwasser noch gegeben ist und wie mit dem „Problemschlamm“ auf der Emschersohle verfahren wird. Bei einer schnellen Strömung wird der Schlamm weggespült, ansonsten lagern die Altlasten unter einer veränderten Sohle. Außerdem war die immer noch (individuell) wahrgenommene Geruchsbelästigung ein Thema, obwohl der Abwasserkanal entlüftet und gefiltert werden. Die Gesamtentwicklung wird zunächst einmal beobachtet und dann in einem Turnus von 6 Jahren beschlossen wo „nachgelegt“ werden muss.

Bei den Fragen der Oberflächengestaltung, der Aufstellung von Bänken (Abfallbehälter) und den fehlenden Parkmöglichkeiten war dann die Politik gefragt. Dabei wurde klargestellt, dass gesonderte Parkmöglichkeiten für das Rückhaltebecken, sehr zum Leidwesen der geplagten Anwohner, nicht geplant sind. Von Mengeder Seite wird sogar ein Durchfahrtverbot der Rittershofer Straße angestrebt. Kurz und gut: Das Rückhaltebecken soll so bleiben wie es ist. Ein beliebtes Ziel für Radfahrer und Spaziergänger, aber natürlich auch mit dem PKW erreichbar. Nach Prof. Teichgräber darf nicht vergessen werden, dass es sich (bei allem Freizeitnutzen) um eine Betriebsanlage handelt. Auch die Wege, die von der Quelle bis zur Mündung verlaufen können natürlich als Radwege genutzt werden, sind aber primär Betriebswege der Emschergenossenschaft/Lippeverband.

Ist das Regenrückhaltebecken für die Jahrhundertregenfälle noch zu klein?

Das nächste Thema, der Hochwasserschutz, hat durch den Starkregen am 14. und 15. Juli und seine Folgen absolute Priorität. Viele Ickerner und Mengeder haben an diesen Tagen sorgenvoll den Wasserstand am Rückhaltebecken beobachtet. Rückblickend kann man sagen, der Härtetest wurde bestanden. Nach Herrn Teichgräber hätten wir aber riesige Probleme gehabt, wenn bei uns die gleichen Regenmengen wie in Hagen gefallen wären. Es liegt aber auch bei jedem selbst, sich vor Hochwasser zu schützen (Rückschlagklappe).

Der Hochwasseraktionsplan der Emschergenossenschaft wird laufend aktualisiert. Es sind Überlaufrillen in Planung, damit nicht der gesamte Deich überläuft. So kann gezielt Wasser abgelassen werden, um das gesamte Bauwerk zu entlasten. Die Technik wird ausgebaut, sodass für Emscher und Lippe schon jetzt im Voraus Starkregenkonzepte erstellt werden. Auch ein Notplan bei Ausfall der Elektrizität (Pumpanlage Oberhausen) ist bereits in Bearbeitung.

Der UNESCO- Weltkulturerbeantrag ist Sachen der Gemeinden

Zum UNESCO Weltkulturerbeantrag besteht zurzeit keine Planung bei der Emschergenossenschaft. Hier sind zuerst die Städte und Gemeinden am Zuge, bei denen sich mancherorts die Begeisterung in Grenzen hält. Auch über das alte Betonbett der Emscher gab und gibt es kontroverse Diskussionen.

Nach gut 2 Stunden endete diese wirklich informative Veranstaltung. Hans Ulrich Peuser, Vorsitzender des Heimatvereins Mengede e.V. bedankte sich für die lebhafte Diskussion. Er verwies auf den am 3.10. 2021 geplanten Schnadegang, der um 11:30 Uhr vom Hof Menken über den Hof Emscher- Auen zum Heimathaus nach Mengede führte. Des Weiteren endet am 8.10. dann die Wanderung „Nordwärts“ ebenfalls am Mengeder Heimathaus.

Bei Bratwurst und div. Kaltgetränken klang dann diese gemeinsame Veranstaltung von „Mein Ickern“ und dem Heimatverein Mengede aus.


September

 

Kreuzkirche Berghofen

Cornelia Konter, Vorsitzende des Heimatvereins Berghofen erläutert das Altarbild in der ev. Kreuzkirche Berghofen.

„Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“

Tag des offenen Denkmals fand in Dortmund reges Interesse

Glücklicherweise machte es die vergleichsweise entspannte Pandemie-Lage im Gegensatz zu 2020 wieder möglich, einen Großteil der Denkmäler in Dortmund wieder vor Ort zu besuchen. Auch einige Heimatvereine stellten die von ihnen betreuten Denkmäler der Öffentlichkeit vor.

Einen Überblick zum Tag des offenen Denkmals bietet die Seite der Dortmunder Denkmalpflege.


„Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“

Tag des offenen Denkmals in Dortmund am Sonntag, 12. September 2021

Das Programm zum diesjährigen Tag des offenen Denkmals in Dortmund mit fast 60 Veranstaltungspunkten überaus abwechslungsreich und reicht von Radtouren, Schlossführungen und archäologischen Ausgrabungen für Kinder bis hin zu klassischen Denkmal- und Stadtteilführungen. Der Tag beginnt um 10.30 Uhr in der St. Petri-Kirche und endet um 17.30 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

Für viele Angebote am Tag des offenen Denkmals ist eine Anmeldung erforderlich. Auf der Website denkmaltag.dortmund.de erfährt man mehr dazu. Alle Veranstaltungen werden von Experten und Expertinnen angeboten und durchgeführt, die sich entweder als denkmalbegeisterte Laien oder als Architekt:innen, Denkmalpfleger:innen, (Kunst)Historiker:innen seit Jahren, zum Teil seit Jahrzehnten mit Denkmalen und deren Schutz und Pflege beschäftigen.

Eröffnet wird der Tag von Oberbürgermeister Thomas Westphal um 10:30 Uhr in der Ev. Stadtkirche St. Petri. Ab 12:00 Uhr findet hier die Klappung des Antwerpener Altarretabels statt, so dass die goldene Festtagsseite mit der Figurenfülle zu sehen sein wird. Seinen Abschluss findet der Tag um 17:30 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte mit einer Gesprächsrunde zum Thema "Lokal und regional betrachtet: Sein & Schein in Architektur und Denkmalpflege". Daran teilnehmen werden die Architektur- und Kunsthistorikerin V.-Prof. Dr. Alexandra Apfelbaum, der Dipl.-Ing. Architekt und Stadtplaner Richard Schmalöer, der Architekt Philipp Valente und Stadtrat Ludger Wilde, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen der Stadt Dortmund.

Lohnenswert ist auch ein Blick in die Programmbroschüre, in der fünf Textbeiträge das Motto „Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ unterschiedlich aufgreifen. So beschreibt der Dortmunder Stadtarchäologe Ingmar Luther Ausgrabungen der Gruftanlage der Adelsfamilie von Romberg. Die Denkmalpflegerin Dr. Bettina Heine-Hippler und der Historiker PD Dr. Karl Lauschke stellen eines der bedeutendsten Zeugnisse der Dortmunder Architekturgeschichte vor, die Gartenstadt in Dortmund-Mitte. In ihrem Beitrag „Sein und Schein in der Industriefotografie von Erich Angenendt“ skizziert die Historikerin Dr. Nancy Boddden, mit welchen Mitteln Angenendt zu täuschen vermochte. Der junge, bereits mit Preisen ausgezeichnete Architekt Philipp Valente geht der Frage nach, ob historische Gestaltungselemente aufgrund des technologischen Fortschritts neu entdeckt werden und in Zukunft zur baulichen Vielfalt beitragen können, und Ralf Herbrich, Leiter der Dortmunder Denkmalbehörde, setzt sich in seinem Text mit Sein und Schein in der Architektur und dem diesbezüglichen Umgang in der Denkmalpflege auseinander.


Präsentation Doppel-Portrait Rudolph Platte

Das Portrait von Rudolph Platte vor der Hörder Burg. Auf dem Foto von links: Bernhard Finkeldei und Helmut Broich, Heimatverein, Michael Depenbrock, Hörder Bezirksbürgermeister, Willi Garth, Heimatverein, Ulrich Spangenberg, Verwaltungsstellenleiter Hörde, Foto: Hörder Heimatverein.

Doppelporträt mit Rudolf Platte für das Hörder Heimatmuseum

Am 30. August 2021 wurde dem Hörder Heimatverein für sein Museum ein interessantes Ölgemälde übergeben, ein Doppelporträt des in Hörde unvergessenen Filmschauspielers Rudolf Platte. Gemalt hat es der 1920 in Frankfurt geborene Walter Muth.

Liest man seine Vita, könnte man ihn für ein Multitalent halten. Nach der Ausbildung zum Schriftschneider studierte er an der Filmakademie in Berlin und machte eine Ausbildung zum Piloten und Kunstflieger. Als Lichtbildmeister betrieb er ein Fotogeschäft in Frankenberg, war Filmregisseur beim Südwestfunk, leitete die Erstausstrahlung der Karnevalssendung „Mainz wie es singt und lacht“ und war Regisseur beim Hessischen Rundfunk.

Ab 1971 porträtierte er berühmte Persönlichkeiten, wie Heinz Rühmann, Herbert von Karajan, Bundespräsident Walter Scheel, Udo Jürgens, Bundeskanzler Willy Brandt, Rudolf Platte und viele andere. Ein Foto zeigt Walter Muth mit Rudolf Platte vor dem Doppelporträt. Platte hat das Foto danach signiert und geschrieben: „Als ich dieses, mein Bild sah, fühlte ich mit Schrecken: diesem Maler kannst du nichts verheimlichen“.

Nach dem Tod des Malers bot seine Familie im März 2021 das Bild der Stadt Dortmund an. Die Stadt hielt Hörde als den Geburtsort Plattes für geeignet. Immerhin gibt es hier jetzt auch den Rudolf-Platte-Weg. Das Hörder Stadtbezirksmarketing hielt das Hörder Heimatmuseum als Präsentationsort für sinnvoll. Hier musste allerdings erst einmal Platz für das Ölbild in der Größe von 80 x 1,00 Meter frei gemacht werden.

Ein Mitglied des Heimatvereins hatte schon vor Jahren mit der mühsamen Forschung nach Plattes unstetem Leben begonnen und herausgefunden, dass Rudi nicht, wie immer behauptet, in Hörde eingeschult wurde. Die Eltern verließen Hörde schon, als Rudi drei Jahre alt war. Hannover, Hildesheim, Bad Harzburg, sind nur einige der zahlreichen Stationen. 1927 soll er nach Berlin gekommen sein, wo etliche wechselnde Wohnsitze mühevoll ermittelt werden konnten. Hier starb er am 18. Dezember 1984, zehn Tage nach seiner Frau Georgia Lind.

Rudolf Platte besuchte seine Geburtsstadt Hörde sooft er konnte. 1980 wurde er zum Ehrenbraumeister der Stiftsbrauerei ernannt und erhielt den Ehrenring der Stadt Dortmund. Presse, Funk und Fernsehen hatten sich zu Lebzeiten um Rudi gerissen. Zum 100. Geburtstag, am 10. Februar 2004, hatten ihn scheinbar alle vergessen. Der Hörder Heimatverein konzipierte dagegen in seinem Museum eine Sonderausstellung zu Plattes Ehren. Darauf wurde die Kulturredaktion des WDR- Fernsehens aufmerksam und kam zum Dreh ins Hörder Museum. Und genau am Geburtstag wurde der Beitrag bundesweit in der Sendung westART ausgestrahlt. Moderatorin Randi Crott bemerkte: „Vielleicht wird heute in Dortmund-Hörde ein Gläschen Sekt auf Rudolf Platte gehoben.“ Und genau das taten die Initiatoren der Hörder Ausstellung auch vor dem Fernseher.

Das Ölgemälde übergaben der Hörder Bezirksbürgermeister Michael Depenbrock und Verwaltungsstellenleiter Ulrich Spangenberg am 30. August 2021 den Aktiven des Hörder Heimatvereins, Willi Garth, Bernhard Finkeldei, Helmut Broich und Markus Stock.

Das Platte-Porträt wird der Öffentlichkeit so schnell wie möglich zugänglich gemacht, sobald die Corona-Sicherheitsregeln das in unserem Museum zulassen.

 


Juli

 

Website Dortmund 1826

Katasterkarte von 1826 mit in Hintergrund leicht durchscheinendem aktuellen Stadtplan von Dortmund auf dortmund1826.de. Screenshot: Stadtheimatpflege

Historisches Kartenwerk für Dortmund wird in ehrenamtlicher Arbeit digitalisiert

Der Dortmunder Computerspezialist Christopher Jung, vielen bekannt durch seine beeindruckenden 3D-Rekonstruktionen der Dortmunder Innenstadt, hat mitten in der Corona-Pandemie ein neues Projekt ins Leben gerufen. Er digitalisiert gerade den ältesten exakten Katasterplan Dortmunds, den sogenanten "Urkatasterplan" von 1826. Die bereits fertiggestellten Teile der Arbeit können schon unter dortmund1826.de eingesehen werden.

Die Website verzeichnet aber nicht nur Gebäude und Flurstücke, sondern nennt bei entsprechender Zoomstufe sogar die jeweiligen Eigentümer der Parzellen, deren Lage anhand des dahinterliegenden zweiten "Layers" mit dem aktuellen Stadtplan Dortmunds zudem exakt nachzuvollziehen sind.

In der kommenden Zeit plant Christopher Jung die Digitalisierung aller (!) Flurkarten auf dem heutigen Dortmunder Stadtgebiet. Damit wäre für Dortmund erstmalig ein vollständiger Überblick zur vorindustriellen Landschaftsnutzung des gesamten Siedlungsraumes möglich - eine mehr als wertvollen Arbeitshilfe für alle historisch Interssierten in Dortmund.


Juni

 

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland:

Neue Webseite wirft Schlaglichter auf jüdische Stadtgeschichte in Dortmund

Im Jahr 2021 kann das jüdische Leben in Deutschland auf eine wenigstens 1700-jährige Geschichte zurückblicken: Im Jahr 321 erließ Kaiser Konstantin ein Edikt, das Juden den Zugang zu Ämtern in der Kurie und der Stadtverwaltung Köln erlaubte. Dies ist die früheste schriftliche Quelle zur Existenz von Jüdinnen und Juden nördlich der Alpen. Bundesweit wird in diesem Jahr daran erinnert, auch in Dortmund - unter anderem mit einer neuen Webseite, die schlaglichtartig das jüdische Leben in Dortmund seit dem Mittelalter vorstellt.

Die Seite juedisches-dortmund.de soll über das Aktionsjahr hinaus erhalten bleiben und weiter wachsen. Ziel ist es, die jüdische Geschichte in Dortmund nachhaltig zu dokumentieren. Vom Mittelalter über die frühe Neuzeit bis heute beleuchten zahlreiche Fotos und Beiträge das jüdische Dortmund in Vergangenheit und Gegenwart. Auf der Startseite werden Besucher*innen mit einem großen Foto der Alten Synagoge empfangen, die 1938, noch vor der Reichspogromnacht, zerstört wurde. "Das Gebäude steht für die Blütezeit des jüdischen Lebens in Dortmund, das mit dem Nationalsozialismus ein jähes Ende nahm", sagt Markus Günnewig, Leiter der Gedenkstätte Steinwache.

In einer eigenen Kategorie werden die Stolpersteine in Dortmund vorgestellt - hinter jedem Stein steht die Geschichte eines Opfers des Nationalsozialismus. Diese Liste wird weiter ergänzt. Neben einer alphabetischen Liste der auf den Stolpersteinen genannten Menschen bietet die Webseite auch einen topographischen Zugang zu den Stolpersteinen über eine interaktive Karte.

Über die Karte sind Stationen jüdischer Geschichte und Gegenwart sichtbar, etwa jüdische Friedhöfe, ehemalige jüdische Kauf- und Geschäftshäuser, der Standort der ehemaligen "Judenturms" am heutigen Ostwall oder die heutige jüdische Grundschule. Alle Stationen werden in Text und Bild vorgestellt.

Die Webseite führt auch zu zahlreichen Veranstaltungen, die im Jubiläumsjahr 2021 in Dortmund stattfinden, von Ausstellungen und Konzerten über Vorträge und Lesungen bis zu Exkursionen.


Fahne im Heimatmuseum Hörde

Der Heimatverein Hörde hat es mit seinem Heimatmuseum in die Endausscheidung des diesjährigen Heimatpreises geschafft: Links Willi Garth, 1. Vors. des Hörder Heimatvereins vor der historischen Fahne, die Vereinsmitglied Wolf-Dietrich Köster (rechts) dem Verein im April 2019 stiftete. Foto: Heribert Wölk.

"Dortmund heimatet" – Dortmunder Bürgerschaft darf über ihren Favoriten abstimmen

Der Wettbewerb um den Heimat-Preis Dortmund geht jetzt in die nächste Runde: Drei Bewerbungen um die Auszeichnung für privates Engagement in und für Dortmund wurden am Dienstag, 18. Mai, von einer Fach-Jury ausgewählt und hoffen nun auf die Stimmen der Dortmunder*innen.

Nach einer kompakten Vorstellung aller Projekte und intensivem Austausch einigte sich die Jury am Ende der digitalen Sitzung auf folgende drei Spitzenreiter:

  • Verein zur Förderung der Heimatpflege Hörde e.V. – Heimatmuseum Hörde
  • Verbund der sozial-kulturellen Migrantenvereine in Dortmund e.V. – Interkulturelle Städtische Initiativen stärken
  • Unsere Mitte Steigerturm e.V. – Gemeinsam für ein l(i)ebenswertes Berghofen

Die Dortmunder Bürgerschaft ist nun wie im Vorjahr aufgerufen, sich an der Abstimmung über die Rangfolge der drei ausgewählten Projekte zu beteiligen. Per Internet, E-Mail oder auf dem Postweg können im Zeitraum 7. Juni bis 4. Juli 2021 alle Bürger*innen mit Wohnsitz in Dortmund mitmachen und für ihren persönlichen Favoriten aus den oben genannten drei Projekten stimmen.

Alle Informationen zur Teilnahme finden Sie ab dem 7. Juni im Internet unter heimat.dortmund.de. Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um dieses Thema ist die Koordinierungsstelle Heimat beim Amt für Stadterneuerung der Stadt Dortmund.


 

Mai

 

Ruhestätte der Kaufmannsfamilie Rose auf dem Ostfriedhof.
Foto: Klaus Hartmann/Nordstadtblogger.de.

Forschungsprojekt des historischen Vereins sucht nach Spuren jüdischen Lebens in Dortmund

Für das das Forschungsprojekt „Jüdische Identität, jüdisches Leben und jüdische Friedhöfe in Dortmund“ werden derzeit auf dem Ostfriedhof die Grabinschriften der hier befindlichen jüdischen Inschriften der jüdischen Gräber aufgezeichnet. Auf Initiative von Klaus Winter vom Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark e.V. und unter der inhaltlichen Konzeption der Dortmunder Geschichtsmanufaktur ist das Salomon Ludwig Steinheim-Instituts für deutsch-jüdische Geschichte der Universität Duisburg-Essen aktuell mit den Erfassungsarbeiten beschäftigt.

Anschließend und wohl noch bis Ende November 2022 wird dann der große Bestand auf dem Dortmunder Hauptfriedhof gesichtet. Das ambitionierte Projekt fördert das „Heimatministerium“ (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung) mit rund 304.000 Euro.

Ganz neu erstellt ist jetzt auch die Website des Projektes (www.juedische-heimat-dortmund.de) und über den Fortgang der Arbeiten informiert ein sehr informativer Artikel von Thea Ressemann auf der Seite der Nordstadtblogger.


Mengede blüht - mit Verzögerung –

Blumenampeln verschönern den Mengeder Ortskern

Endlich ist es soweit: Nun sind auch in Mengede die ersten Blumenampeln istalliert. Foto: Heimatverein Mengede.

Anlässlich des evangelischen Kirchentages 2019 wurde die Dortmunder Innenstadt mit zahlreichen Blumenampeln herausgeputzt. Diese Aktion kam bei der Bevölkerung so gut an, dass auch in einige Vororte (darunter auch Huckarde und Lütgendortmund) mit insgesamt 86 Exemplaren aufgewertet wurden.

Zur allgemeinen Verwunderung der Verantwortlichen war Mengede nicht dabei, obwohl das auf Initiative des Heimatvereins Mengede gemeinsam mit der Bezirksvertretung geplant und beantragt war. Sogar Rückstellungen waren schon gebildet.

Doch was lange währt wird endlich gut, jetzt ist es endlich so weit: Am 4. Mai übergaben der Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann und der erste Vorsitzende des Heimatvereins Mengede, Hans- Ulrich Peuser, die Blumenpracht symbolisch den Mengeder Bürgern*innen. Durch die finanzielle Unterstützung der Bezirksvertretung und im Auftrag der Stadt Dortmund wurden rund um den Marktplatz, an der Straße „Am Amtshaus“ bis zum Bahnhof, sowie der Remigius- und der Strünkeder Straße 25 Blumenampel an den Laternenmasten installiert. Nach Beendigung der Bauarbeiten soll dann die Mengeder Straße bis zum Burghof folgen.

Erfreulich ist auch die Tatsache, dass diese Aktion nicht auf 2021 beschränkt ist, sondern eine künftige jährliche Wiederholung angedacht ist. Weitere Begrünungsaktionen sind ebenfalls noch in der Planung: Im Bereich des Heimatwaldes, an der Kleinen Riedbruchstraße und der Schulstraße bienenfreundliche Blühwiesen eingerichtet werden.


Die 1687 erbaute und 1966 abgebrochene Abtei. Rechts neben der Tür ist das Stifterwappen und im Hintergrund die 1863 gebaute heutige Stiftskirche zu sehen. Foto: Archiv Hörder Heimatverein.

Spannende Spurensuche

Der Hörder Heimatforscher Willi Garth berichtet über die alten Urkunden des Klosters Clarenberg

Die üblichen Aktivitäten in den Heimatvereinen Dortmund müssen aktuell pandemiebedingt ja leider meist ausfallen, dennoch aber geht die Arbeit in den Vereinen natürlich weiter.

Auch der Hörder Heimatverein darf sein Heimatmuseum zur Zeit nicht öffnen, doch dafür kümmert er sich umso intensiver um die Erforschung und Vermittlung der Hörder Geschichte. In einem Beitrag, der kürzlich im "Südanzeiger" erscheinen ist, steht das Hörder Clarissenkloster im Fokus.

Viel ist vom ehemaligen Clarissenkloster in Hörde nicht übrig geblieben. Im Stadtbild erinnert nur noch der Clarenberg an das Kloster, auch die Namen der Stiftsbrauerei, der Stiftskirche und der Stiftstraße haben im Stiftskloster ihre Ursprünge. Schon 1811 wurde das Kloster im Zuge der Napoleonischen Eroberung Westfalens säkularisiert und nach und nach abgerissen.

Der Hörder Heimatforscher Willi Garth erzählt: „Die Erforschung der Hörder Geschichte ist sehr spannend und manchmal mit großem Aufwand verbunden. Bekannt ist die erste Nennung Hördes im Jahre 1198 mit dem Ritter Albert von Hörde, der schon auf der Burg wohnte. Nach der Familie „von Hörde“ übernahmen die Grafen von der Mark die Burg, und mit ihr die letzte Bastion vor den Toren der oft feindlich gesinnten Reichsstadt Dortmund.“

Kleines Dorf Hörde

Das kleine Dörfchen Hörde wurde 1340 durch den Grafen Konrad von der Mark zur Stadt erhoben. Schon ein Jahr zuvor hatte Konrad mit seiner Frau Elisabeth von Kleve unweit der Burg ein Clarissenkloster für 40 Nonnen gegründet. Der Klarissen-Orden, 1212 von Franz von Assisi und der heiligen Klara gegründet, erbaute das Kloster im Jahr 1339. Elizabeth von Kleve trat 1344 selbst in den Klarissenorden ein und wurde 1348 Äbtissin des Klosters. Sie und Konrad von der Mark waren in der Klosterkirche auch bestattet.

„Bedeutende Schenkungen an das Kloster trugen zum Wachstum der Abtei bei und förderten gleichsam die Bedeutung der Stadt Hörde. Über alle Verkäufe und Stiftungen im Zusammenhang mit dem Kloster wurden mit Federkiel und Tinte mühsam Urkunden auf Pergament geschrieben. Nach der Auflösung des Klosters gingen die Urkunden aber in unterschiedliche Archive“, so Garth. Ein bedeutender Anteil kam in das Münsteraner Archiv, das bis 2008 Staatsarchiv war und heute Landesarchiv NRW ist.

Dr. Otto Merx vom Vorstand des Historischen Vereins für Dortmund und die Grafschaft Mark erhielt 1907 den Auftrag, die verfügbaren Clarenberg-Urkunden zu bearbeiten. 651 Urkunden in teils nicht mehr gebräuchlichem Latein oder in schwer verständlichem Deutsch geschriebenen Dokumente zumindest sinngemäß abzuschreiben, war eine enorme Herausforderung. Bereits nach einem Jahr kam das „Urkundenbuch des Clarissenklosters, späteren Damenstifts Clarenberg bei Hörde“ in Buchform heraus. Es sollte Forschern und Historikern die Arbeit erleichtern und den Hörder Bürgern Einblicke in das Klosterleben geben.

Das Titelblatt des Urkundenbuches des Hörder Clarissenklosters. Foto: Universitätsbibliothek Münster.

„Man stößt darin nicht nur auf Namen von berühmten lokalen Persönlichkeiten wie Berswordt, Bodelschwingh, Hövel und Klepping, auch viele Adelsgeschlechter werden als Vertragspartner genannt und haben das mit ihrem Siegel bestätigt. Neben Papst Nicolaus IV. erscheinen Albert von Hörde, Graf Eberhard von der Mark, Diederich von Aplerbeck, Johann von der Vierbecke, der Vater der berühmten Stadtverräterin Agnes von der Vierbecke, Diederich von Limburg, Bernd von Romberg und andere. Die von Romberg erscheinen allein 20-mal in den Dokumenten“, weiß Willi Garth.

Die Kosten für das 544 Seiten starke Buch waren damals mit 7,50 Mark veranschlagt, und die Stadt Hörde beschloss die Unterstützung des Historischen Vereins durch Abnahme von hundert Bänden. Nachdem Mehrkosten auftraten, beschloss die Stadt Hörde die Weitergabe der Bücher zum Selbstkostenpreis von 12,50 Mark.

Wie Blei in den Regalen

Doch die Hörder, in der Mehrzahl Fabrikarbeiter und Bergleute, hatten offenbar andere Sorgen, jedenfalls lag das Buch wie Blei in den Regalen.

Nachdem nur ganze elf Exemplare einen Abnehmer fanden, wurde der Preis auf 10 Mark reduziert. Der Absatz wollte immer noch nicht florieren. Darum mussten die Schulen je ein Exemplar abkaufen.

Gleichzeitig bat die Stadt Hörde die Buchhändler Halbach und May um die Abnahme von Büchern. May lehnte dankend ab. Louis Halbach schrieb der Stadt: „An den wohllöblichen Magistrat Hörde. Bücher verkaufen ist eines der schwierigsten Geschäfte, die man sich in unserer Stadt und Gegend denken kann…“

1911 wird darum beschlossen, die restlichen Exemplare zum Preis von nur 2 Mark abzusetzen, fasst Garth die Sonderangebotsaktion zusammen.

„Bei meiner langjährigen Tätigkeit als ehrenamtlicher Archivar der Katholischen Stiftsgemeinde St. Clara stieß ich auf das Clarenberger Urkundenbuch. Die Stiftsgemeinde ist die Nachfolgerin des Clarissenklosters. Im Auftrag der Gemeinde fuhr ich im Juli 1984 zum Staatsarchiv nach Münster. In sechs Stunden konnte ich 20 Urkunden oberflächlich sichten. Ich war erstaunt, dass mir alle angeforderten, teils brüchigen, Jahrhunderte alte Pergament-Originale vorgelegt wurden.

Fotoverbot

Manche trugen gleich mehrere schwere Siegel. Fotografieren durfte ich nichts. Im Auftrag der Stiftsgemeinde bestellte ich darum fotografische Abzüge. Dazu wurden 54 Mikrofilmnegative angefertigt, die wir als Besteller bezahlen mussten, die aber im Besitz des Archivs verblieben. Die Abzüge dürfen ohne ausdrückliche Genehmigung des Archivs nicht veröffentlicht werden.“

Ab 1583/84 war das Hörder Kloster in ein freiweltliches adliges Damenstift umgewandelt worden, denn seit der Reformation waren Damen verschiedener Glaubensrichtungen im Kloster, was zur Umwidmung zum dreikonfessionellen (katholisch, lutherisch, calvinistisch) Stift führte. 1811 wurde es unter Napoleon, wie fast alle Klöster, aufgelöst. Die Klosterkirche blieb unter Staatspatronat. Andere Werte fielen an den Fiskus, die Grundstücke wurden verkauft. Die Gebäude wurden nach und nach abgebrochen. Nur die Abtei blieb länger erhalten.

Eine Sandsteintafel neben der Eingangstür enthielt ein Wappen und den Text: „Anna Lucia von Plettenberg, Tochter aus dem Hause Schwartzenberg, Abtiss dieses hochadligen Stifts, hat diese Abtei erbauet im Jahre 1687.“ Als die Volksbank auf dem Klostergrundstück bauen wollte, wurde die Abtei trotz vieler Proteste ebenfalls abgerissen.

Gerettet werden konnten nur die Stiftertafel der Äbtissin und Sandsteintafeln mit Adelswappen der Familien von der Mark, Kleve, Romberg, Fürstenberg, Syberg und anderen. Für alle Tafeln gestaltete man gegenüber der Volksbank ein Denkmal.

Es blieb fast nichts

„Die Sandsteine zeigten aber im Laufe der Zeit immer größere Witterungsschäden“, so Garth. Der Heimatverein konnte sie schließlich ein letztes Mal retten. Am Standort an der Straße wurden Repliken in das Denkmal ein gesetzt. Die Originale konnte der Verein in der Stiftskirche St. Clara anbringen. In einem großen Festakt wurden die Wappensteine 1998 der Gemeinde in der voll besetzten Stiftskirche übergeben. Ein Abguss der Stiftertafel ist im Hörder Heimatmuseum zu besichtigen. An die wechselvolle Klostergeschichte erinnern auch Fragmente der von den Nonnen gestickten Brokat-Messgewänder und ein wunderschönes, von den Nonnen geschriebenes Andachtsbuch, genannt der „Hörder Heilsspiegel“. „Nur wenige Kunstwerke aus der Klosterzeit erinnern in der heutigen Stiftskirche an eine für die Stadt Hörde bedeutende Epoche“, bedauert Garth.

Aus: Südanzeiger, Donnerstag, 29. April 2021, S. 18-19.

 

April

"Dortmund heimatet"

Bewerbungsphase um Dortmunder Heimat-Preis 2021 ist abgeschlossen

Am Freitag, 26. März, endete die Bewerbungsfrist für den diesjährigen Dortmunder Heimat-Preis – und schon jetzt ist das Format ein großer Erfolg: In diesem Jahr erhielt die Koordinierungsstelle Heimat im Amt für Stadterneuerung von 26 Initiativen Unterlagen für den Heimat-Preis.

"Ich freue mich sehr über die Vielzahl der eingegangenen Bewerbungen", so Andrea Allendorf, Leiterin der Koordinierungsstelle Heimat. "Damit erreichen wir in diesem Jahr eine Steigerung um über 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als der Heimat-Preis in Dortmund zum ersten Mal ausgelobt wurde."

 

Foto: Screenshot YouTube, 7. April 2021.

Premiere im Heimathaus am Widum

Der Heimatverein Mengede lud zum ersten "Online-Stammtisch"

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Lösungen. Weil coronabedingt die monatlichen Treffen derzeit auch in Mengede ausfallen müssen, griff der Heimatverein nun zu einem sehr modernen Mittel um seine Mitglieder zu erreichen: Der Vortrag von Diethelm Textoris über seine Radwaderungen "immer an der Emscher lang" streamte der Verein über das Viedeo-Portal "YouTube". Zeitweilig mehr als 40 Zuschauer waren live dabei, als Diethelm Textoris gewohnt humorvoll von seinen Erlebnissen auf dem Emscherradweg berichtete.

Einen schönen Nebeneffekt hat das gelungen Experiment zudem: Das Video des Vortrags ist auch weiterhin bei YouTube abzurufen.

 

 

März

 

Foto: Heimatverein Mengede.

Der Hof Emscher- Auen hat einen QR- Code erhalten

Den jüngsten seiner mittlerweile mehr als 20 QR-Codes konnte der Heimatverein Mengede nun am „Hof Emscher- Auen“ anbringen. Auf dem frisch installierte Schild mit dem aufgedruckten QR-Code können Informationen über das Bauvorhaben „Regen-Rückhaltebecken“, die Emscher, den Hof und die Emschergenossenschaft abgerufen werden.

Coronabedingt natürlich nur in kleinstem Rahmen trafen sich Hans-Ulrich Peuser, Vorsitzender des Heimatvereins Mengede, und Kai-Udo Kolodziej, Abteilungsleiter der Emschergenossenschaft (EGLV) an einem nebeligen Morgen Anfang März zu „Enthüllung“ der neusten Plakette.

Schon 2015 installierte der Heimatverein Mengede an seinem Heimathaus am Widum seinen den ersten „QR- Code“ (englisch: Qick Response - schnelle Antwort). Mit einem Smartphone, das über die erforderliche Software (App) verfügt, können so die hinterlegten Informationen wie Geschichte, Baustil u. Ä. abgefragt werden. Mittlerweile sind eine ganze Reihe Sehenswürdigkeiten, Gebäude, „Natur- Hingucker“ (Heimatwald/Heckrinder) sowie Kunstwerke im öffentlichen Raum mit einem QR-Code versehen worden.

Nach der Laurentius Kapelle in Leveringhausen (Waltrop) ist der „Hof Emscher- Auen“ nun der zweite Code außerhalb des Stadtbezirkes Mengede. Der Hof liegt zwar auf Ickerner Stadtgebiet, jedoch sehr nahe der Mengeder Stadtgrenze und ist ein beliebter Treffpunkt für Bewohner beider Vororte. Sein Hofcafé mit seiner Sonnenterasse ist ein gerne besuchter Rastplatz für Wanderer und Radfahrer am Rückhalte- Becken der Emscher. Die „Emscherfalken“ haben dort einen Stützpunkt und auch der Verein „Mein Ickern“ bezieht die Emscherauen in seine Programmgestaltung gerne ein.

Der Heimatverein Mengede möchte möglichst viele Eigentümer historisch bedeutsamer oder sogar unter Denkmalschutz stehender Gebäude im Stadtbezirk Mengede für seine Idee gewinnen. Wer sich dieser Idee anschließen und ein entsprechendes Schild mit hinterlegtem Text zur Historie ihres Objektes an ihrem Haus anbringen lassen möchte, kann sich jederzeit mit dem Heimatverein in Verbindung setzen.

 

Februar

 

Foto: Heimatverein Mengede.

Heimatverein Mengede übergibt Bücherschrank

Erster „Offener Bücherschrank“ für den Stadtbezirk

Die Mengeder können sich über ihren ersten Offenen Bücherschrank freuen. Der Heimatverein Mengede realisierte damit nach gut 12 Monaten eine Idee, die im Arbeitskreis Alt- Mengede ihren Ursprung hatte. In Zusammenarbeit mit der Bezirksvertretung Mengede und der Vonovia, dem größten Wohnraumanbieter im Dortmunder Nordwesten, wurde ein öffentlicher Bücherschrank am Busbahnhof in Mengede aufgestellt.
In Gegenwart von Vanessa Weber und Ralf Peterhülseweh von der Vonovia übergab Hans-Ulrich Peuser (rechts) symbolisch den Schrank an Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann.

Der Hof Emscher- Auen hat einen QR- Code erhalten

Den jüngsten seiner mittlerweile mehr als 20 QR-Codes konnte der Heimatverein Mengede nun am „Hof Emscher- Auen“ anbringen. Auf dem frisch installierte Schild mit dem aufgedruckten QR-Code können Informationen über das Bauvorhaben „Regen-Rückhaltebecken“, die Emscher, den Hof und die Emschergenossenschaft abgerufen werden.

Coronabedingt natürlich nur in kleinstem Rahmen trafen sich Hans-Ulrich Peuser, Vorsitzender des Heimatvereins Mengede, und Kai-Udo Kolodziej, Abteilungsleiter der Emschergenossenschaft (EGLV) an einem nebeligen Morgen Anfang März zu „Enthüllung“ der neusten Plakette.

Schon 2015 installierte der Heimatverein Mengede an seinem Heimathaus am Widum seinen den ersten „QR- Code“ (englisch: Qick Response - schnelle Antwort). Mit einem Smartphone, das über die erforderliche Software (App) verfügt, können so die hinterlegten Informationen wie Geschichte, Baustil u. Ä. abgefragt werden. Mittlerweile sind eine ganze Reihe Sehenswürdigkeiten, Gebäude, „Natur- Hingucker“ (Heimatwald/Heckrinder) sowie Kunstwerke im öffentlichen Raum mit einem QR-Code versehen worden.

Nach der Laurentius Kapelle in Leveringhausen (Waltrop) ist der „Hof Emscher- Auen“ nun der zweite Code außerhalb des Stadtbezirkes Mengede. Der Hof liegt zwar auf Ickerner Stadtgebiet, jedoch sehr nahe der Mengeder Stadtgrenze und ist ein beliebter Treffpunkt für Bewohner beider Vororte. Sein Hofcafé mit seiner Sonnenterasse ist ein gerne besuchter Rastplatz für Wanderer und Radfahrer am Rückhalte- Becken der Emscher. Die „Emscherfalken“ haben dort einen Stützpunkt und auch der Verein „Mein Ickern“ bezieht die Emscherauen in seine Programmgestaltung gerne ein.

Der Heimatverein Mengede möchte möglichst viele Eigentümer historisch bedeutsamer oder sogar unter Denkmalschutz stehender Gebäude im Stadtbezirk Mengede für seine Idee gewinnen. Wer sich dieser Idee anschließen und ein entsprechendes Schild mit hinterlegtem Text zur Historie ihres Objektes an ihrem Haus anbringen lassen möchte, kann sich jederzeit mit dem Heimatverein in Verbindung setzen.

Heribert Wölk vor der Hörder Burg. Foto: Nicola Schubert, Ruhrnachrichten.

Hörder Heimatverein trauert um Heribert Wölk

Der Verein zur Förderung der Heimatpflege e. V. Hörde trauert um Heribert Wölk, eines seiner aktivsten Mitglieder. Er starb am 27. Januar mit 83 Jahren, nach schwerer Krankheit.

Heribert Wölk hinterlässt seine Ehefrau Gerda, zwei Kinder und vier Enkelkinder, die in Hamburg und Potsdam leben. Obwohl er lieber einen Foto-bezogenen Beruf gewählt hätte, trat Heribert Wölk zuerst eine Lehre als Technischer Zeichner bei der Dortmund-Hörder Hüttenunion an. Nach einem Studium machte der Diplom-Fotoingenieur dann doch seine Fotoleidenschaft zum Beruf. 1966 wechselte er zur Firma CEWE in Oldenburg. Ein Jahr später machte er in Köln seine Prüfung zum Fotografenmeister. Als die Firma Kodak in Wichlinghofen das erste Tageslichtlabor der Welt eröffnete, übernahm Heribert Wölk die Leitung. 2017 wurde ihm von der Kölner Handwerkskammer der goldene Meisterbrief verliehen.

Heribert Wölk war nebenberuflich in zahlreichen Gremien aktiv. Als Kirchenvorstandsmitglied wirkte er in der Herz-Jesu-Gemeinde. Großes Interesse galt aber auch der Mutterkirche aller südlichen Gemeinden, der alt-ehrwürdigen Stiftskirche St. Clara. Nach der Pensionierung galt sein verstärkter Einsatz dem Hörder Heimatverein, für den er unzählige Fotodokumentationen und über 90 Videofilme erstellte. In vielen Tagen und Nächten schnitt und vertonte er die Filme in seinem eigenen Studio. Neben den Dokumentationen zum Rombergpark, zu Hörder Fassaden und Denkmalen, sind die großen und aufwendigsten Produktionen zu nennen, wie „150 Jahre Stiftskirche St. Clara und ihre Kunstwerke“ und „Das Leben des Hörder Stadtpoeten Wilhelm Wenzel“. Letztere erlebten ihre Erstaufführung vor großem Publikum in der Stiftskirche. Weitere Filme wurden im Cabaret Queue und im Hansa-Theater gezeigt.

Der Hörder Heimatverein wird Heribert Wölk ein ehrendes Andenken bewahren. Mit seinen großartigen Foto- und Filmdokumentationen hat er dem Heimatverein und seiner Heimatstadt Hörde ein unvergessliches Erbe hinterlassen.

Willi Garth

 

Januar

 

Ortsheimatpfleger Lothar Hahn verstorben

Tief betroffen hat die Dortmunder Stadtheimatpflege auf die für uns alle überraschende Nachricht reagiert, dass Lothar Hahn, langjähriger Ortsheimatpfleger im WHB und Vorsitzende des Brackeler Geschichtskreises für Orts- und Heimatkunde e.V. am 10. Januar 2021 im Alter von 84 Jahren verstorben ist.

Lothar Hahn engagierte sich schon als Vorsitzender des SGV Brackel, dem ältesten Mitgliedsverein des Westfälischen Heimatbundes in Dortmund, für die Heimatpflege in Brackel. Maßgeblich am Entstehen des Brackeler Geschichtskreises beteiligt (seit 1998: Brackeler Geschichtskreis für Orts- und Heimatkunde e.V.), übernahm er im April 2004 auch die Funktion des Ortsheimatpflegers im Westfälischen Heimatbund. 2011 kam auch der Vorsitz der Gemeinschaft der Brackeler Vereine hinzu. So hat er sich über Jahrzehnte auf vielen Ebenen für die Heimatpflege in Brackel engagiert und sie damit maßgeblich geprägt.

Noch als Vorsitzender des SGV Brackel nahm er im November 1990 erstmals am Treffen der Vorsitzenden der Dortmunder Heimatvereine in Lütgendortmund teil und gehörte dann in den folgenden 30 Jahren zu seinem festen Teilnehmerkreis. Gleich mehrfach konnte er die Runde der Vorsitzenden in Brackel begrüßen.

Die Stadtheimatpflege, alle Dortmunder Heimatvereine und der WHB trauern mit seiner Familie um den verdienten Dortmunder Heimatfreund und werden ihm ein ehrendes Angedenken bewahren.


„Dortmund heimatet“

Die Bewerbungsphase für den zweiten Dortmunder Heimat-Preis ist eröffnet

Auch in diesem Jahr würdigt die Stadt Dortmund lokale Initiativen und Projekte, die mit nachahmenswertem ehrenamtlichen Engagement unsere Heimat gestalten.

„Heimaten“ bedeutet, sich dafür zu einzusetzen, dass Dortmund liebens- und lebenswert bleibt. Belohnt wird dieses Engagement erneut mit dem Heimat-Preis, der in Dortmund vom Amt für Stadterneuerung ausgelobt wird und mit insgesamt 15.000 Euro für drei ausgewählte Projekte dotiert ist.

Bewerbungen sind ab sofort möglich

Bewerbungen um den Heimat-Preis „Was für eine Heimat“ können ab sofort bis spätestens 26. März 2021 bei der Koordinierungsstelle Heimat im Amt für Stadterneuerung eingereicht werden. Informationen sowie der Bewerbungsvordruck stehen auf der Internetseite heimat.dortmund.de zur Verfügung.

Eine Jury wird im Mai über die drei besten Bewerbungen entscheiden. Im Anschluss daran kann die Dortmunder Bürgerschaft mit ihrer Stimme über die Rangfolge der drei Projekte abstimmen. Am 6. Oktober 2021 findet dann die Preisverleihung durch den neuen Oberbürgermeister Thomas Westphal statt.

Mit einer festlichen Veranstaltung soll Anerkennung für die Arbeit der Menschen zum Ausdruck gebracht werden, die sich für Dortmund als Heimat engagieren. Das Organisationsteam hofft, dass die Preisübergabe im Herbst ohne Corona-Beschränkungen durchgeführt werden kann.

Wie bereits 2020 erhält der Festakt für den Heimat-Preis einen passenden Rahmen in der Aula in der Hörder Burg. „Die Sparkassenakademie hat direkt nach der Preisverleihung des letzten Jahres angeboten, die Burgaula wieder unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Wir freuen uns sehr über dieses Angebot. Die Räumlichkeiten bilden das passende Ambiente für diesen Preis, die Zusammenarbeit mit der Sparkassenakademie war sehr vertrauensvoll und angenehm“, sagt Susanne Linnebach, Leiterin des Amtes für Stadterneuerung.