Nachrichten aus der Heimat

Informationen und Berichte aus der Heimatpflege in Dortmund

Informationen und Berichte
aus dem Jahr 2020

 

Februar

 

Ein Teil der Besucher vor dem historischen Fahnenschrank des Evinger Geschichtsvereins: (v.l.n.r.) Heike Bals, Mitarbeiterin der KiTa Dr. Volker Schacke, stellv. Vorsitzender des Evinger Geschichtsvereins, Konstantin Thachenko mit seinen Söhnen Lukas und Daniel, Erika Losse, Keylie Charlene Losse, Marina Deupewulf und Joline Losse.

Familienzentrum Fröbelweg besucht Evinger Geschichtsverein

Die Kindertagesstätte Fröbelweg besuchen viele Kinder von Neu-Evingern, die mit der Geschichte des Stadtbezirks noch nicht ganz vertraut sind. Deshalb die Idee von Petra Orban, der Leiterin der Kindertagesstätte: "Um Licht in das Dunkel der Evinger Geschichte zu bringen, fragen wir mal den Evinger Geschichtsverein". So besuchten Kinder, Eltern und einige pädagogische Fachkräfte des FABIDO Familienzentrums Fröbelweg gemeinsam den Geschichtsverein in den Räumen des Evinger Schlosses am Nollendorfplatz.

Dr. Volker Schacke berichtete, dass Eving vermutlich im 6. bis 8 Jahrhundert entstanden ist. "Das lässt sich aus der Lage der ersten Besiedlungen schließen, die an der Handelsstraße zwischen dem Siegerland und Norddeutschland – der heutigen B 54 oder Evinger Straße - lagen" sagt Dr. Schacke. "Und schlau waren Evinger schon damals", ergänzt Wolfgang Skorvanek, denn "die Siedlungen entstanden etwas entfernt von der Handelsstraße, um nicht gleich gesehen zu werden. Erst einmal entdeckt, war für durchziehende Heere und Wegelagerer ein Beutezug durch die wohlhabende Bauernschaft in "Evenecke" immer ein lohnendes Unterfangen."

Als "Evenecke, Evenacke und Evenicke" wurde vor 800 Jahren Eving gemeinsam mit Kemminghausen und Holthausen erstmals erwähnt. "Eve" bedeutet Abhang. Gemeint war damit im frühen Mittelalter der Externberg, an dessen "Abhang" die älteste Evinger "Siedlung am Hang" entstand.

Reichtum auf und in der Erde

Der Bergbau veränderte die dörfliche Heimat der wenigen hundert Bewohner. Zunächst erhielten die Eigentümer der Zeche Borussia, so hieß zunächst die Zeche Minister Stein, ebenso wie die Zeche Fürst Hardenberg, das Recht, Steinkohle und Eisenerz abzubauen. Dampfende Schornsteine ließen den Sonnenstrahlen kaum eine Möglichkeit, das durch die Zechen erstarkende Eving zu bescheinen. Bis zu 8.500 Beschäftigte arbeiteten auf den Zechen und viele von ihnen wohnten in den vorbildlichen Werkssiedlungen, Kolonien genannt, die Eving prägten. Der Landkauf für Industrie- und Siedlungsgelände erbrachte den Bauern zusätzlichen Reichtum, der sie veranlasste, ihre Fachwerkhäuser als nicht mehr standesgemäß anzusehen und sie durch Backsteinbauten zu ersetzen, um ihnen den Anschein von Herrschaftshäusern zu geben.

1987 endete die Zechenzeit in Eving. Neue kleine Betriebe entstanden. "Der Strukturwandel wurde langsam, aber erfolgreich begonnen, ist aber noch nicht abgeschlossen", so Wolfgang Skorvanek, stellvertretender Vorsitzender des Evinger Geschichtsvereins. Dies zeigte auch Geschichtsvereinsmitglied Klaus Berger mit Bildern vom Neubau der Fröbel-Kindertagesstätte. Hier ist schon Licht am Ende des Tunnels zu sehen, denn ab kommenden März/April, nach knapp zweijähriger Bauzeit, wird die Kindertagesstätte Fröbelweg ihren Betrieb am alten Standort wieder aufnehmen und das Übergangsquartier am Gretelweg verlassen.

108 Kinder im Alter von 0 bis sechs Jahren werden dann im neuen FABIDO Familienzentrum Fröbelweg von insgesamt 24 pädagogischen Fachkräften in sechs Gruppen unterstützt und gefördert. Dazu trägt auch eine neue Wirtschaftsküche bei. "Die Küche versorgt die Kinder mit frischen, leckeren und kindgerechten Mittags- und Nachmittagsmahlzeiten", so Petra Orban.


Einen interessanten Vortrag zum Höhlenweg hielt Diethelm Textoris im Heimathaus Mengede. Rechts: Vorsitzender Hans-Ulrich Peuser. Foto: Heimatverein Mengede.

Mit Diethelm Textoris auf dem Höhlenweg von Witten zum Hönnetal

Vortrag über eine Wanderung mit erdgeschichtlichen und mittelalterlichen Spuren im Heimathaus Mengede

Beim Februar Stammtisch des Heimatvereins Mengede stelle der Wanderführer des Vereins, Diethelm Textoris den Höhlenweg von Witten ins Hönnetal vor, bei dem sich einige der über sechzig Besucher in ihre Schulzeit versetzt fühlten. Zu vielen der gezeigten Ziele führten seinerzeit die „Klassenfahrten“.

Der Höhlenweg (X4) ist seit 2014 kein offizieller Wanderweg mehr. Er wurde aus dem Wegenetz des sauerländischen Gebirgsverein gestrichen und aus dem Wegekataster entfernt. Aus diesem Grund machte sich Diethelm Textoris mit seinem Hund Cooper und alten Wanderkarten auf die Spurensuche eines Weges, den es eigentlich schon nicht mehr gibt.

Seine viertägige Frühlingswanderung startete am Hauptbahnhof Witten und führte zuerst ins romantische Muttental, mit seinem alten Bethaus aus dem Jahre 1830, in dem die Bergleute um Schutz bei ihrer gefährlichen Arbeit baten. Weitere Stationen waren Volmarstein mit seinen gut erhaltenen Fachwerkhäusern, der Harkortturm und dann die Ruhrhöhen des Ardeygebirges nach Hohensyburg.

Weiter verläuft der Weg ins Ruhrtal und danach hoch zum Schälk und zur Dechenhöhle, die 1868 von zwei Eisenbahnarbeitern entdeckt wurde. An die Geschichte mit dem Hammer in der Felsspalte erinnerten sich viele Zuhörer.

Das Felsenmeer in Hemer ist die nächste Sehenswürdigkeit, dann folgte die (nicht so bekannte) Heinrichshöhle sowie die zwischen Balve-Binolen und der Burg Klusenstein liegenden Feldhof-Höhle. In Balve Binolen war das Ziel der Wanderung mit der bekannten Reckenhöhle erreicht.

Am Ende des Vortrages resümierte der Referent: „Schade, dass dieser landschaftlich reizvolle, kulturträchtige und geologisch interessante Wanderweg als solcher nicht mehr existiert.“

Hans-Ulrich Peuser bedankte sich für diesen kurzweiligen und doch so lehrreichen Vortrag. Als Dankeschön gab es nicht wie sonst üblich einen Remigiustropfen, sondern einen Gutschein für Hundefutter, damit Cooper auch die nächsten Wanderungen mit seinem Herrchen gut übersteht.


Januar

Gegen Krieg, Terror und Gewalt ist die Mahntafel am Eingang des Eckeystadions überschrieben. Mitglieder des Evinger Geschichtsvereins legten dort zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts ein Blumengesteck nieder. Foto: Heimatverein Eving

Geschichtsverein mahnt zur Wachsamkeit

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz, wo Nationalsozialisten mehr als 1,5 Millionen Menschen ermordeten; Juden, Roma und Sinti, Menschen mit anderen Meinungen. "Wie viele Evingerinnen und Evinger in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten umgebracht wurden, ist nicht mehr zu erfahren", stellt die Vorsitzende des Evinger Geschichtsvereins Wiltrud Lichte-Spranger fest.

Unter den Ermordeten waren aber beispielsweise der Textilhändler Max Schild, der zuvor Am Gulloh wohnte oder das Ehepaar Julia und Adolf Löwenhardt mit ihren beiden Söhnen, die im Haus Lindenhorster Str.235 eine Fleischerei betrieben. Für die Löwenhardts und Schilds sind im Stadtbezirk Eving kleine Erinnerungssteine, Stolpersteine aus Messing, in den Boden eingelassen. Es sind fast 30 Stolpersteine für Menschen aus Eving, die durch die nationalsozialistischen Machthaber in Konzentrationslagern ermordet wurden.

In diesem Jahr jährt sich die Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, als Sinnbild für Unmenschlichkeit schlechthin, zum 75. Mal. "Eine bedrückende Wahrheit, an die die Erinnerung nicht verloren gehen darf. Die Erinnerung sollte die zukünftige Generation angesichts des Wiedererstarkens des Antisemitismus und rechtsextremistischer Einschüchterungsversuche zur Wachsamkeit mahnen", sagt Wolfgang Skorvanek, der stellvertretende Geschichtsvereinsvorsitzende.


"Was für eine Heimat"

Stadt Dortmund lobt Heimat-Preis aus

Die Stadt Dortmund lobt 2020 erstmalig den Heimat-Preis Dortmund unter dem Motto "Was für eine Heimat" aus.

Mit der Auszeichnung von in Dortmund durchgeführten Heimatprojekten, die sich nachhaltig mit regionalen heimatgeschichtlichen Traditionen auseinandersetzen, soll das herausragende ehrenamtliche Engagement Dortmunder Bürger gewürdigt werden.


Bewerben können Sie sich bis zum 20. März 2020; nähere Informationen sind bei der Koordinationsstelle Heimat der Stadt Dortmund zu erhalten.


Wiedereinmal gut besucht war der Liederabend im Heimathaus am Widum in Mengede. Foto: Heimatverein Mengede

Liederabend startet die Stammtischsaison 2020 des Heimatvereins Mengede

Der erste Stammtisch 2020 im Mengeder Heimathaus wurde auf vielfachen Wunsch der Mitglieder wieder einmal als Liederabend gestaltet. Mit über 50 Teilnehmern war das Heimathaus einmal mehr sehr gut besucht.

Eröffnet wurde der Liederabend mit den Liedern „Die Gedanken sind frei“, „Freut Euch des Lebens“, „Es klappert die Mühle“ und „Im schönen Wiesengrunde“. Weiter ging es mit dem „Hamburger Viermaster“, „Junkers Kneipe“ und „Junge komm bald wieder“. Hier gingen dem Mann am Klavier die Noten aus, so dass Shanty Profi Manfred Rottke als Leadsänger gefragt war. Beim letzten Titel des ersten Teiles „Auf du Junger Wandersmann“ richtete der Vorsitzende Hans-Ulrich Peuser liebe Grüße von Diethelm Textoris aus, der zurzeit den Spessart erwandert.

Nach einer Stärkung mit Schmalzstullen, Glühwein mit Schuss sowie der Eindeckung mit neuen Kaltgetränken startete der zweite Teil des Liederabends. Bei Gassenhauern wie „Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein“, „An der Nordseeküste“, dem „Schönen Polenmädchen“ und „Wir wollen zu Land auffahren“ ging es noch einmal „richtig zur Sache“.

Zum Abschluss wurde es dann mit „Kein schöner Land“, „Guten Abend, gute Nacht“ und „Ade zur guten Nacht“ wieder etwas ruhiger, bevor mit dem Steigerlied der Liederabend traditionell beendet wurde.

Insgesamt waren die Teilnehmer an dieser Sangesrunde wieder einmal rundum zufrieden. Auch das Versprechen eines weiteren Liederabends im laufenden Jahr wurde „wohlwollend“ beklatscht. Mit vielen Gesprächen klang dieser schöne Abend im Heimathaus aus.


Kohle, Koks und Kolonie.

Neues Buch zur Zeche Gneisenau erschienen

Mit der Stilllegung der Zeche und der Großkokerei Gneisenau in den Jahren 1985 und 1989 ging die wechselvolle Geschichte des Steinkohlenbergbaus in den nordöstlichen Dortmunder Stadtteilen zu Ende.

1886 hatte das Bergwerk nach verheerenden Wassereinbrüchen in der Abteufphase die Förderung aufgenommen; 1891 gelangte es zusammen mit den benachbarten Schachtanlagen Scharnhorst und Preußen in den Besitz der 1856 in Dortmund gegründeten Harpener Bergbau-AG. 1899 kam die seit 1861 in Betrieb befindliche Zeche Courl in Dortmund-Husen hinzu, die allerdings bereits 1931 im Zuge der Weltwirtschaftskrise stillgelegt werden musste, während Gneisenau und Scharnhorst zur Großschachtanlage Gneisenau vereinigt wurden.

Von der 1958 einsetzenden Kohlenkrise blieb Gneisenau zunächst verschont. Vielmehr wurde die Zeche unter wie über Tage noch einmal großzügig ausgebaut und modernisiert. 1963 ging der zum neuen Zentralförderschacht umgebaute Schacht Gneisenau 3 mit einem von dem bedeutenden Industriearchitekten Fritz Schupp entworfenen Förderturm in Betrieb. Mit der Übernahme des Baufelds Victoria 3/4 entstand zeitgleich das Verbundbergwerk Gneisenau, das nach der Einbringung in die Ruhrkohle AG als größte Zeche im Ruhrgebiet und als eine der bedeutendsten in Europa gelten konnte. 1974 erreichte sie mit weit über 6.000 Bergleuten und einer Jahresproduktion von 4,2 Millionen Tonnen Kohle die höchste Förderung ihrer Geschichte. Da sich die Absatzkrise jedoch in den frühen 1980er Jahren weiter verschärfte, stellte Gneisenau am 4. August 1985 den Betrieb ein, 99 Jahre und sechs Wochen nach Aufnahme der Förderung.

Auf der rund 70 Hektar großen Industriebrache ist inzwischen ein attraktives und lebendiges Quartier für Freizeit und Wohnen, Handwerk, Handel und Gewerbe entstanden, dem die beiden erhalten gebliebenen, einzigartigen Fördergerüste mit ihren Maschinenhallen einen unverwechselbaren Charakter verleihen. Sie wurden 1989 unter Denkmalschutz gestellt, befinden sich seit 1997 in der Obhut der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur und konnten so vor dem drohenden Abbruch gerettet werden. Der nach Eugen Tomson, dem ersten Direktor der Zeche Gneisenau benannte und 1885/86 über dem Schacht Gneisenau 2 errichtete Tomson-Bock ist der letzte Vertreter seiner Art und zugleich das älteste noch existierende stählerne Fördergerüst im Ruhrgebiet – ein technisches Denkmal von herausragender Bedeutung. Diese Sonderform des vor allem in Westeuropa weit verbreiteten englischen Bockgerüsts erfreute sich auch im Ruhrbergbau bis in das frühe 20. Jahrhundert hinein großer Beliebtheit, insbesondere auf den Zechen der Harpener Bergbau-AG, die auf Betreiben Tomsons insgesamt 26 Schächte damit ausstattete.

Das monumentale, 58 m hohe, als Landmarke weithin sichtbare und in seiner Konstruktion auch im internationalen Vergleich einmalige Fördergerüst über dem Schacht Gneisenau 4 mit seinen fast senkrecht stehenden Streben wurde 1933/34 von der Firma Dortmunder Union Brückenbau errichtet. Es symbolisiert in eindrucksvoller Weise die Entwicklung der Zeche zur modernen Großschachtanlage und prägt als Wahrzeichen und Industriedenkmal von überregionalem Rang bis heute das Gesicht des maßgeblich vom Bergbau bestimmten Dortmunder Ortsteils Derne.

Zu den bedeutenden Relikten des Steinkohlenbergbaus im Ruhrgebiet sind aber auch die beiden noch vorhandenen, mehr als 280 t schweren Zwillings-Dampffördermaschinen des Schachts Gneisenau 4 zu rechnen, der bis 1963 als Hauptförderschacht diente. Die nördliche Fördermaschine wurde 1934 von der Gutehoffnungshütte in Oberhausen geliefert; ihre Treibscheibe hat einen Durchmesser von sieben Metern. Die etwas kleinere südliche Fördermaschine (Baujahr 1924/25) wurde von der stillgelegten Zeche Kurl übernommen und nach Gneisenau umgesetzt. Beide Maschinen waren auf eine Leistung von bis zu 4.200 PS ausgelegt; sie zählten zu den stärksten der Harpener Bergbau-AG.

Als Partner der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur kümmerte sich zunächst der Knappenverein Glück-Auf Gneisenau-Hostedde 1896 e.V. um die Erhaltung des nördlichen Maschinenhauses des Schachts Gneisenau 4, das ihm im Mai 2004 von der Stiftung zur Nutzung übergeben wurde. Heute wird diese Aufgabe vom 2009 gegründeten Förderkreis Zechenkultur „Gneisenau“ e. V. mit Erfolg wahrgenommen. Neben der Verbesserung und Pflege des baulichen Bestands setzen sich die Mitglieder mit großem Engagement dafür ein, dass sich die Menschen im Stadtteil, aber auch darüber hinaus mit dem historischen Erbe beschäftigen und identifizieren. So öffnet der Verein regelmäßig am Tag des offenen Denkmals seine Tore und trägt darüber hinaus mit seinen vielfältigen Aktivitäten dazu bei, dass die Bergbautradition in Derne lebendig bleibt und die Erinnerung an ein Bergwerk wach gehalten wird, das fast ein Jahrhundert lang die wirtschaftliche Entwicklung des Ortes und das Schicksal von Generationen von Bergleuten und ihren Familien bestimmte.

Diesem Ziel dient auch das neue, in erster Linie von ehemaligen leitenden Mitarbeitern des Verbundbergwerks Gneisenau verfasste und von der Historikerin Gabriele Unverferth bearbeitete Buch. Es stützt sich vor allem auf die reichen, größtenteils noch unveröffentlichten Quellen, die im Westfälischen Wirtschaftsarchiv in Dortmund verwahrt werden. Eingebunden in die Geschichte der Harpener Bergbau-AG und des Ruhrbergbaus, wissenschaftlich fundiert, aber verständlich geschrieben, beleuchtet es die wirtschaftliche und technische Entwicklung der Zechen Gneisenau, Scharnhorst und Courl/Kurl in allen Facetten. Aber auch der Sozialgeschichte ist viel Raum gewidmet. Das Buch erzählt u. a. von der Herkunft und Zusammensetzung der Belegschaften, vom Charakter und den Gefahren der Arbeit vor Ort, vom Kampf der Bergleute um die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und ihrer sozialen Lage, vom Überleben in Kriegs- und Krisenzeiten, von den Wohnverhältnissen in den Bergarbeitersiedlungen und von den zahlreichen anderen Einrichtungen der betrieblichen Sozialpolitik.

Kohle, Koks und Kolonie. Das Verbundbergwerk Gneisenau in Dortmund Derne, bearbeitet von Gabriele Unverferth, 464 Seiten, über 700 z. T. farbige Abbildungen, Aschendorff Verlag, Münster 2020, ISBN 978-3-402-24641-2, 49,90 Euro