Nachrichten aus der Heimat

Informationen und Berichte aus der Heimatpflege in Dortmund

Informationen und Berichte
aus dem Jahr 2019


Juli

 

Kirmes, Karneval, Schützenfeste

Brauerei-Museum zeigt Ausstellung zu "Bier und Brauerei auf Volksfesten Westfalens"

Unter dem Titel "Kirmes, Karneval, Schützenfeste" beschäftigt sich die nächste Sonderausstellung im Brauerei-Museum Dortmund mit "Bier und Brauerei auf Volksfesten Westfalens". Sie eröffnet während der "ExtraSchicht - Nacht der Industriekultur" am 29. Juni und ist bis 31. Dezember zu sehen. Die Ausstellung zeigt zahlreiche historische Fotoaufnahmen und Objekte aus der langen Geschichte der Beziehung von Bierbrauerei und Volksfesten. Der Eintritt ist frei.

Seit jeher lieben es die Menschen, gemeinsam zu feiern. Große Feste sollen gar, wie die jüngste Forschungsmeinung lautet, den Prozess der Seßhaftwerdung eingeläutet haben. Denn ein zentrales Element dieser steinzeitlichen Feiern war die Berauschung. Hervorgerufen wurde der Rausch durch das Bier, das vor über 10.000 Jahren bereits von Jägern und Sammlern zubereitet wurde. Am Anfang des großen Zivilisationsprozesses der Menschen standen also Bier und Fest.

In unserem Raum bildeten sich die Strukturen der modernen Volksfeste seit dem Mittelalter heraus. Ob Kirchweih- oder Schützenfeste, Jahrmärkte oder Karneval, ihre erste große Blütezeit erlebten die Volksfeste im 19. Jahrhundert. Für das Bier sorgten anfangs die lokalen Wirte und Brauer. Im Zuge der Industrialisierung übernahmen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Großbrauereien die Bierlieferung. Dortmunder Brauereien dominierten seit dieser Zeit den Markt der Schützen- und Volksfeste im Revier wie in großen Teilen Westfalens.

Die Brauereien lieferten aber nicht nur das Bier. Sie stellten großenteils auch die Infrastruktur des Getränkekonsums auf den Festen. Dazu gehörten Zapfanlagen, Krüge und Gläser, Biertische und -bänke, Kühlkisten, Eis und vieles mehr. Brauereien halfen den Vereinen bei Werbung und Organisation der Feste. Häufig traten sie auch als Sponsor auf und halfen, die Veranstaltungen zu finanzieren.

Eine Hochzeit des Engagements der Brauerei auf Kirmessen, Jahrmärkten und Schützenfesten bildeten die 1950er bis 1970er Jahre. Seit den 1990er Jahren, vor allem aber seit der Jahrtausendwende geraten Schützenfeste, zumal in großen Städten, zunehmend aus der Mode, finden kleinere Kirmessen etwa in den Stadtteilen immer weniger Zuspruch. Zugleich sinkt der Bierkonsum bei diesen Festen. Während sich die Brauerei aus der Unterstützung dieser Feste nach und nach zurückzieht, muss sie sich bei den großen, absatz- und werbestarken Volksfesten mit erheblichen Mitteln als Sponsor einkaufen.

Impressionen aus der langen Geschichte der Beziehung von Bierbrauerei und Volksfesten zeigt die neue Sonderschau. Sie präsentiert zahlreiche historische Fotoaufnahmen und Objekte.

Zu Dank verpflichtet ist das Brauerei-Museum dem Schausteller-Museum Essen, der Hörder Bürgerschützen-Gilde, dem Stadtarchiv Dortmund, dem LWL-Medienzentrum für Westfalen und den privaten Sammlern historischer Bilddokumente.

INFO

Kirmes, Karneval, Schützenfeste. Bier und Brauerei auf Volksfesten Westfalens
Vom 29. Juni 2019 bis zum 31. Dezember 2019
Sonderausstellung im Brauerei-Museum Steigerstr. 16, 44145 Dortmund
www.brauereimuseum.dortmund.de


Juni

 

Wandertag SGV Holzen

Ortsheimatpfleger Ferdinand Ziese und die Gruppe des SGV am Haus Villigst bei Schwerte. Foto: SGV Holzen

Wanderung des SGV durch Villigst

Unter Federführung von Johanna und Ferdinand Ziese unternahm der SGV Dortmund-Holzen am 18. Juni 2019 eine Wanderung durch Villigst beii Schwerte. Von der Villigster Kirche ging es zum Haus Villigst, und weiter zur frühmittelalterlichen Wallburg im Ohl, eine von drei frühen Burgen im Schwerter Ruhrtal. Dann wanderte man über die Höhen des Rheinener Weges zurüch nach Villigst.


Neue Heimat finden. Auf Vielfalt vertrauen. Im Revier leben.

Religionssausstellung vom 16. Juni bis 14. Juli 2019 im Hoesch-Museum

Diese Wanderausstellung, erarbeitet mit Theologen und Historiker*innen, hat im Rahmen des Evangelischen Kirchentages ihren Auftakt im Hoesch-Museum. Die Wechselwirkungen von Migration und Religion im Ruhrgebiet der letzten 170 Jahre wird dabei anhand von Konflikten und Kooperationen untersucht. Das Hoesch-Museum ergänzt die Schau mit lokalen Exponaten, Archivalien und Interviews. Unter dem Titel „Vertrauenssache“ gibt es dazu Veranstaltungen während des Kirchentages.

Vernissage: Donnerstag, 16. Juni 2019, 16 Uhr

Mit Ina Scharrenbach, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen u. a.

Begleitprogramm: Donnerstag, 20. Juni 2019, 11 bis 13 Uhr

Vertrauenssache: Heimat Europa/Heimat Ruhrgebiet. Eine Diskussionsveranstaltung mit Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina Governance Platform, Berlin, Karl-Heinz Lambertz, Präsident des Ausschusses der Regionen bei der EU, Brüssel u. a.

Veranstaltungsort: Hoesch-Museum, Eberhardstr. 12, 44145 Dortmund


Mai

 

Maistammtisch 1

Diethelm Textoris und Hund am Spieljoch oberhalb von Fügen in 1.800 m Höhe. Foto: Heimatverein Mengede

"Mit Cooper über die Alpen" und "Landwirtschaft im Wandel"

Zwei Vorträge im Mengeder Heimathaus: Diethelm Textoris vom Mengeder Heimatverein setzte „verrückte Idee“ in die Tat um und Landwirt Wilhelm Budde berichtete über die aktuellen Bedingungen in der Landwirtschaft

Ein Hund aus Mengede kann sich rühmen, vielleicht als erster die Alpen überquert zu haben: Diethelm Textoris´ siebenjähriger Australian-Shepherd „Cooper“ begleitete sein „Herrchen“, den Vielwanderer des Vereins, im September vorigen Jahres auf seiner bisher letzten Alpentour.

Der Mengeder, der seit 45 Jahren auf internationalen Weit- und Fernwanderungen per pedes unterwegs ist, berichtete beim Mai-Stammtisch des Mengeder Heimatvereins im Widum humorvoll über diese ungewöhnliche Bergtour.

Sieben Tage war das Gespann Mann und Hund zwischen dem Tegernsee und dem italienischen Sterzing unterwegs und legte in dieser Zeit 130 km zurück. Dieser Ort in der Nähe des Brennerpasses hatte nach dem 2. Weltkrieg als Durchgangsort für die sogenannte „Rattenlinie“, über die ehemalige Nazi-Größen aus Europa flüchteten, eine unrühmliche Rolle gespielt. Ein damaliger Ortspfarrer soll dabei ein williger Helfer gewesen sein.

Auch Textoris hatte seine Route gut geplant. Beispielsweise durfte die Strecke keine Kletterstellen enthalten. Der Start ab Tegernsee begann sogar bequem auf dem Wasser. 2,50 € (der Hund kostete nichts) musste Textoris für die Fahrt mit der Ruderfähre nach Rottach-Egern hinlegen.

Die erste Nacht wurde in der Jugendherberge Kreuth, die eigentlich für Hunde tabu ist, verbracht. Aber der junge Mann an der Rezeption drückte ein Auge zu: „Ich hab` ein Herz für Tiere. Doch lassen Sie sich morgen früh nur nicht von meiner Chefin erwischen.“

Der weitere Weg bis zum norditalienischen Sterzing, führte über die Blauberge zum Achensee und über Fügen und Hochfügen, sowie über Mayrhofen ins Zillertal und über den Schlegeisstausee.

Von Maurach bis Jenbach nutzten Textoris und sein Co. übrigens die von einer Dampflok angetriebene historische Achensee-Zahnradbahn und von Fügen zum Spieljoch die vor einigen Jahren modernisierte Seilbahn. Für Cooper allerdings war die in Österreich in öffentlichen Verkehrsmitteln gesetzlich vorgeschriebene „Beißkorbpflicht“ ungewohnt.

Obwohl Textoris keine der Unterkünfte vorgebucht hatte, gab es keine Übernachtungsprobleme. „Ob einfach Dorfgasthaus oder komfortables Hotel, wir wurden überall freundlich aufgenommen, und manchmal verzichtete man sogar auf den Zuschlag für den Hund.“

Auch dessen Verpflegung war kein großes Problem. Acht Dosen mit je 200 Gramm Hundefleisch hatte der fröhliche Wanderer in seinem Rucksack. Außerdem kaufte er in Metzgereien Hackfleisch hinzu. Teuer war nur es nur in einem Hotel in Mayrhofen. Als Textoris dort nach einem Stück Rindfleisch für seinen tierischen Begleiter fragte, bot ihm der Keller eine Portion Tafelspitz zum Preis von 30 € an. Schließlich einigte man sich auf Gulasch. Aber auch der war nicht billig: 15 €.

Billiger war es hingegen in einer Räucherei in Kreuth. Als dort eine geräucherte Forelle von einem Tablett fiel, schnappte Cooper blitzschnell zu. Textoris: „Die haben wir uns dann brüderlich geteilt.“

Karlheinz Bohnmann

 

Maistammtisch 2

Erläuterte die derzeitigen Bedingungen in der Landwirtschaft: Wilhelm Budde beim Mai-Stammtisch des Heimatvereins. Foto: Heimatverein Mengede

Landwirtschaft im Wandel

Die Landwirtschaft gestern und heute mit besonderem Blick auf die Landwirtschaft im Stadtbezirk Mengede war ebenfalls Inhalt eines Vortrages von Wilhelm Budde beim Mai-Stammtisch des Heimatvereins. Er war 28 Jahre lang Vorsitzender des Ortverbandes Dortmund West (früher Nord-West). Der heute 76-jährige hat als Inhaber eines landwirtschaftlichen Betriebes in Westerfilde, den er inzwischen seinem Sohn Sven-Olaf übergeben hat, viele Änderungen selbst erlebt und kennt die davor liegenden Gegebenheiten aus den Erzählungen seiner Eltern und Großeltern. Die Familie betreibt nachweislich seit 350 Jahren Landwirtwirtschaft im hiesigen Bereich. „Früher haben viele Landwirte und ihre Beschäftigten wenige Menschen ernährt, heute ist es umgekehrt.“ Das ging nur mit Hilfe von strukturellen Veränderungen wie der Betriebsgröße, Änderungen der Produktionsmethoden und Spezialisierungen.

Während in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts noch 50 Morgen Land und 8 Kühe für einen landwirtschaftlichen Betrieb ausreichten, waren gegen Ende des Jahrhunderts schon 200 Kühe notwendig. Um die Veränderungen zu verdeutlichen, erwähnte Budde Dreschflegel, Dreschkasten, Sensen, Selbstbinder als Beispiel früherer Produktionsmittel. Zur Veranschaulichung hatte er Bilder eines Oldtimertreffens auf dem Westerfilder Berg im Jahre 2001 mitgebracht. Heute sind Schlepper von 135 bis 300 PS im Einsatz, die mit Anschaffungskosten von über 100.000 € und ein Mehrfaches zu Buche schlagen, was für den einzelnen Betrieb, besonders wenn er als Nebenerwerbsbetrieb geführt wird, eine immense Investition ist. Auch die Unterhaltung ist nicht preiswert, ein Satz neuer Reifen kostet z.B. zwischen 10.000 und 18.000 €. Wo es sich anbietet und wenn es sich organisatorisch lösen lässt, bringt das „Geräte-Sharing“ wesentliche Vorteile. Oder man greift auf Ackergeräte von Lohnunternehmen zurück, die aber oft noch größere Maschinen einsetzen und häufig unter Zeitdruck arbeiten.

In bestimmten Bereichen sieht Budde auch Fehlentwicklungen, so kommt es durch die Förderung von Biogasanlagen zu Monokulturen im Maisanbau, wobei der große Einsatz des Rohstoffs in keinem Verhältnis steht zu dem niedrigen Produktionsergebnis steht. Budde kritisierte auch die Marktmacht der kommerziellen Fleisch- und Schlachtindustrie und der Discounter, die seiner Meinung nach nicht nur die Preise drücken und die Bauern an den Rand des Existenzminimums drängen, sondern auch für Großbetriebe in der Landwirtschaft und für nicht artgerechte Tierhaltung gesorgt haben. Kritik äußerte er auch an der Subventionspolitik der EU, bei der die großen Betriebe auch die höchste Förderung erhalten, selbst solche Unternehmen wie der Entsorger Rethmann, die sich in Sparten der Landwirtschaft durch Investitionen breitmachen.

Der in letzter Zeit zunehmenden Ackerrandstreifenbegrünung steht Bude durchaus positiv gegenüber, beklagte aber kontraproduktive Strömungen wie die Verwandlung der Vorgärten in Steinwüsten. Oder das rücksichtslose Verhalten der Hundebesitzer, die die Randstreifen als Hundeklo nutzen, ohne für die entsprechende Entsorgung zu sorgen. In letzter Zeit stark zugenommen hat auch die wilde Müllentsorgung auf Randsteifen, Feldwegen und Ackerflächen. So fand Budde auf seinem Anwesen vor Kurzem 20 illegal abgelagerte Autoreifen. Obwohl die Gülleverordnung strenge Überwachung und Buchführung der abgelagerten Mengen und Flächen verlangt, gibt es Probleme. „Wenn wir maßvoll mit der Gülle umgehen, gibt es immer im Rahmen der EU noch den ‚Gülletourismus‘ z.B. aus Holland, der Probleme bringt.

Im Mengeder Raum hat die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe drastisch abgenommen, so gibt es nur noch 3 Vollerwerbsbetriebe, wenige Nebenerwerbsbetriebe, wobei sich einige von ihnen noch zusätzliche Standbeine wie Pensionspferde zugelegt haben. Das Anpachten von zusätzlich benötigten Flächen birgt auch Unsicherheiten, weil solche Verträge von den Anbietern oft nur mit relativ kurzen Befristungen von einem Jahr angeboten werden. Kontrovers wurde der Einsatz von Pestiziden und Unkraut- und Läusevernichtern diskutiert, wobei Budde die Ansicht vertrat, dass bei verantwortungsvollem, maßvollem Einsatz und Beachtung der „Ruhezeiten“ keine gesundheitlichen Gefahren bestünden, eine Ansicht, die nicht von allen Zuhörern geteilt wurde. Budde schloss seinen Vortrag mit einer humorvollen Geschichte mit Seitenhieben auf Politik, Verwaltung und Kapitalismus.

Diethelm Textoris


Münsterstraße 2 um 1900

Das Restaurant Hermann Vogell an der Münsterstraße zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Repro: Nordstadtblogger, Klaus Winter

Ausstellung "Blickwechsel" in der Nordstadt

Das Depot stelllt vor: "Die Norstadtblogger"

"Blickwechsel" ist das Thema der Ausstellung die von den Nordstadtbloggern im Rahmen von "Das Depot stellt vor" organisiert wird. Die Ausstellung ist vom 6. bis 29. Juni 2019 in der Galerie im Depot (Immermannstraße 29) zu sehen.

Am Sonntag, 16. Juni 2019 wird um 16 Uhr Klaus Winter im Depot an der Immermannstraße unter dem Titel "Nordstadt-Geschichte(n) live" die lebhafte Geschichte der Gastronomie am Steinplatz vorstellen.

Hier der Veranstaltungsflyer zum Download


Willi Feldkamp

Hörder Heimatverein trauert um seinen langjährigen Vorsitzenden Willi Feldkamp

15 Jahre lang war Bäckermeister Willi Feldkamp der 1. Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Heimatpflege e.V. Hörde.

Nachdem 1990 das imposante Hörder Stadtfest „650 Jahre Stadtrechte Hörde“ durchgeführt war, formierte sich der Hörder Heimatverein neu. Von 1992 bis 2007 war Willi Feldkamp 1. Vorsitzender.

Zusammen mit seiner agilen Mannschaft bewirkte er beachtliche Dinge in Hörde. Die Einrichtung eines Heimatmuseums gehörte zu den vordringlichen Aufgaben. Der größte Kraftakt war die Rettung der 68 Tonnen schweren Thomasbirne nach der Werksstilllegung 2001. 2010 wurde das 7 Meter hohe Industriedenkmal zum Vorzeigeprojekt im Phoenixsee. Ob es um die Rettung der Wappensteine des Clarissenklosters ging oder um die Errichtung des Wenzeldenkmals, Willi Feldkamp war überall mit Herzblut dabei.

Sein ganzer Stolz war seine Famlie mit Ehefrau Gisela, Sohn Frank, Tochter Heike sowie fünf Enkelkindern. Sein Hauptaugenmerk galt seinen großen Bäckereibetrieb mit zahlreichen Filialen, die unter dem Logo „Willi hat´s“ betrieben wurden. Ab 1993 fungierte Feldkamp als stellvertretender Obermeister der Bäckerinnung.

Von 1978 bis 1985 war Willi Feldkamp Laienrichter am Arbeitsgericht Dortmund. Danach wurde er zum ehrenamtlichen Richter an das Ladearbeitsgericht Hamm berufen. Das Amt übte er 33 Jahre lang aus. Er war Mitglied im Rotary-Club Dortmund-Hörde, 2. Vorsitzender des Weihnachtsdorfs Dortmund e.V. und bei vielen weiteren Institutionen tätig, die sich sozialen Anliegen widmen. 2004 verlieh ihm der Bundespräsident das Bundesverdienstkreuz.

Nach längerer Krankheit verstarb Willi Feldkamp am 27. April im Alter von 76 Jahren. Er wird nicht nur dem Hörder Heimatverein, der ihn zum Ehrenmitglied ernannte, unvergessen bleiben.

Willi Garth


Generalversammlung Hörde

Foto: Der einstimmig wiedergewählte Vorstand des Vereins zur Förderung der Heimatpflege e. V. Hörde, von li: Bernhard Finkeldei, 1, stellv. Vorsitzender, Heidemarie Kleinhans, Schatzmeisterin. Helmut Broich, 2. stellv. Vorsitzender/Geschäftsführer, Willi Garth, 1. Vorsitzender. Foto: Heribert Wölk

Vorstandswahl beim Hörder Heimatverein

Der Heimatverein kann in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiern

In der Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung der Heimatpflege e.V. Hörde am 29. April 2019 standen Vorstandswahlen an. Willi Garth, 1. Vorsitzender, Bernhard Finkeldei, 1. stellv. Vorsitzender, Helmut Broich, 2. stellv. Vorsitzender/Geschäftsführer und Heidemarie Kleinhans, Schatzmeisterin, wurden einstimmig wiedergewählt. Zu Kassenprüfern wurden Jutta May, Helmut Hahn und Rolf Schröder gewählt.

Der Heimatverein kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2018 zurückblicken. 100 Gäste kamen im Januar 2018 zur feierlichen Übergabe der Brammen. Der Heimatverein hatte die letzten zwei in Hörde produzierten Stahlbrammen, je 9 Tonnen schwer, gerettet und konnte sie am Seeufer enthüllen. Am Tag des offenen Denkmals 2018 kamen 500 Besucher in die Stiftskirche.

Der Vorsitzende Willi Garth erinnerte daran, dass der Verein in diesem Jahr sein 30-jähriges Jubiläum begehen kann. Vorgängerverein war der Heimatkreis Hörde, der bereits 1945 gegründet wurde. Die Neugründung des heutigen Vereins erfolgte 1989, ein Jahr vor dem großen Jubiläum „650 Jahre Stadtrechte Hörde“. Wegen des enormen Erfolges beschloss man die Weiterführung des Vereins mit einem neuen Vorstand. Neuer Vorsitzender wurde Willi Feldkamp, der das Amt 15 Jahre lang, bis 2007 bekleidete und viele Aktionen anstieß.

Sehr betroffen machte die Versammlung deshalb die Nachricht, dass Willi Feldkamp leider Ende April, also nur kurz vor der Versammlung, im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Auch in seinem Namen will deshalb der Verein unter dem Motto "Wer rastet, der rostet!" im Jahr 2019 mit neuen Ideen und Aktionen aufwarten.

30 Jahre Engagement für Hörde

In den 30 Jahren hat der Heimatverein unter seinen Vorsitzenden Willi Feldkamp und nachfolgend Willi Garth zahlreiche unverwischbare Spuren in Hörde hinterlassen. So wurden historische Wappensteine des ehemaligen Clarissenklosters gerettet und in einem Festakt in der Stiftskirche eingeweiht. Der Kirchturm wurde zum Leuchtturm, indem der Verein eine weithin sichtbare Beleuchtung installierte. In der Vorburg konnte der Verein unter großen Investitionen ein Museum einrichten, das sich bis heute besonderer Beliebtheit erfreut. Ein enormer Kraftakt war die Rettung der letzten 68 Tonnen schweren Thomasbirne beim Abbruch des Stahlwerks im Jahre 2001. Nach zähem Kampf gegen eine Teilversenkung im Phoenix-See, fand die Thomasbirne 2010 einen Ehrenplatz auf der Kulturinsel. Dem Heimatverein ist es zu verdanken, dass die archäologische Grabung an der Burg als Freilichtmuseum sichtbar erhalten wurde.

Der Verein machte hunderte Stadt- und Burgführungen. Die erste Nachtwächterführung 2011und eine Fackelwanderung um den See, die vom WDR übertragen wurde, waren viel beachtete Premieren. Zahlreich Denkmaltage und Museumsnächte wurden organisiert. Zweimal ließ der Verein die Hörder Burg von bekannten Lichtkünstlern traumhaft illuminieren.

Vereinsmitglied Heribert Wölk drehte viele beachtenswerte Filme, darunter auch „Hörder Denkmale“, Hörder Fassaden“ und „Blaue Stunde am Phoenix-See“. Der vergessene Hörder Komponist Eduard Wilsing wurde wieder „auferweckt“. Das Pianohaus van Bremen gedenkt seiner alljährlich bei einem Klavierwettbewerb. Sogar der Hüttenmann wurde wieder nach Hörde geholt und auch der Weinberg am See war eine Idee des Vereins. Zahlreiche Legendenschilder erläutern die Hörder Straßennamen.

(W. Garth)


Einweihung Grevel Dorfplatz

Die Volkstanzgruppe des Heimat- und Bürgervereins Grevel begeisterte mit perfekt einstudierten Tänzen auf dem neuem Greveler Dorfplatz. Foto: Stadtheimatpflege

Maibaumplatz in Grevel feierlich eröffnet

Bürger- und Heimatverein Grevel freut sich über den neuen Greveler Dorfplatz

In den Tagen vor der Eröffnung war Dr. Franz-Werner Adrian, der kommissarische Präsident des Bürger- und Heimatvereins Grevel mehr für den neuen Dorfplatz unterwegs als in seinem Firmenbüro. Bis zum 1. Mai mussten noch einiges fertiggestellt und vieles organisiert werden, damit der neue Dorfplatz auch mit einer würdigen Eröffnung eingeweiht werden konnte. Und es hat geklappt: Pünktlich um 11 Uhr konnte der Maibaum unter den Augen der zahlreich Anwesenden aufgerichtet werden.

Ein halbes Jahr intensiver Vorarbeiten hatte es gebraucht, bis die Verankerung für den Maibaum, die Wege und Pflasterungen, eine kleine Tribüne mit Hochbeet und sogar eine Boule-Bahn auf dem Grundstück ganz in der Nähe des Heimatvereinssaals an der Hostedder Straße fertiggestellt waren. Das "Highlight" des Platzes sind aber die großen Exponate, die an die traditionellen Erwerbsquellen der Greveler Einwohner erinnern sollen.

Möglich wurde die Gestaltung des Platzes natürlich vor allem durch das intensive Engagement des Bürger- und Heimatvereins, sehr geholfen hat aber auch die großzügige Unterstützung, die das Projekt „nordwärts“ der Stadt Dortmund sowie die Bezirksvertretung Scharnhorst beisteuerten.

Einweihung Grevel Dorfplatz

Der Chor "geVokal" auf der neuen "Tribüne" des Dorfplatzes, mittendrin (3. v. rechts) Präsident Dr. Franz-Werner Adrian. Foto: Stadtheimatpflege

Bezirksbürgermeister Heinz Pasterny kam deshalb auch die Ehre zu, den neuen Dorfplatz feierlich zu eröffnen, der direkt darauf auch gleich genutzt wurde: Die Tanzgruppe des Vereins führte Volkstänze auf, sein gemischte Chor „greVokal“ gab Kostproben seines Könnens, es gab Würstchen und Reibekuchen.

Zur großen Kaffeetafel am Nachmittag konnte Präsident Dr. Adrian als Ehrengast sogar den Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau im Heimatvereinssaal begrüßen, der es sich nicht nehmen ließ, die gelungene neue Platzgestaltung persönlich in Augenschein zu nehmen.


April

 

Zeche Elisabeth

Burkhard Treude M.A. und Dr. Volker Schacke mit ihrem Buch am Lochstein D der Zeche Elisabeth im Ehrental des Berghofer Waldes. Foto: Steigerturm Berghofen

Buch zu Berghofer Zeche Elisabeth erschienen

Kooperation Geschichtsverein Eving und Unsere Mitte Steigerturm Berghofen führte zur Realisierung eines Buchprojekts über die Berghofer Zeche Elisabeth (1731-1855)

Ein Manuskript des ehemaligen Heimatkundlers und Rektors der Busenbergschule in Berghofen - Helmut Treude (1915 - 1992) - über den frühen Bergbau im Dortmunder Süden führte dessen Sohn Burkhard Treude bei den Treffen der Vorsitzenden der Dortmunder Heimatvereine mit dem Evinger Bergbau-Experten Dr. Volker Schacke zusammen.

Gemeinsam hat man das Manuskript nun aufgearbeitet. Auf 135 Seiten und 90 Abbildungen wird in dem stattlichen Band der Berghofer Bergbau wieder ein Stück lebendig.

Das Buch bietet neben alten Fotos und Kartenmaterial viele interessante Informationen über den frühen Bergbau im 18. und 19. Jahrhundert, speziell über das riesige Wasserpumpwerk an der Wittbräucker Straße. Das Grubenfeld erstreckte sich vom Niederhofer Kohlenweg im Westen bis zum Hirschweg im Osten – und von der Unteren Egge im Süden bis zum Lohbach im Norden. Mehrere Berghofer Straßennamen, die mit dem Bergbau im Dortmunder Süden und der Zeche Elisabeth im Besonderen zu tun haben, werden erläutert: Dinnendahlweg, Klewitzweg, Malritzstraße, Reiserstraße, Ruhfusstraße, Selzerstraße und Wasserkunst.

Ausführliche Begriffserklärungen der Bergbausprache runden das Werk ab.

Der Reinerlös dieses Buches (Verkaufspreis € 10,-) kommt dem gemeinnützigen Verein „Unsere Mitte Steigerturm e.V.“ für den Betrieb eines sozialen Begegnungszentrums mit Kultur- und Bildungsforum in Dortmund-Berghofen zugute.

Info

Helmut Treude: Die Steinkohlenzeche Elisabeth in Dortmund-Berghofen/Loh 1731 – 1855, Eigenverlag, Dortmund 2019

Das Buch ist vorrätig bei Burkhard Treude, Am Lohbach 113, 44269 Dortmund sowie bei Lotto, Zeitschriften & Schreibwaren Ute Foster, Berghofer Str. 192, Dortmund-Berghofen, Tel. (0231) 487707.

Falls Versand gewünscht wird, entstehen zusätzliche Kosten von € 2,-, Bestellung unter info@b-treude.de


Neu aufgelegte Webseiten in Berghofen und Mengede

In Berghofen und Mengede tut sich was- auch digital! Beide Heimatvereine haben mit viel Engagement in den vergangenen Wochen ihre Webseiten erneuert und sie noch einladender und übersichtlicher gestaltet. Insbesondere die Nutzung per Smartphone ist auf den aktualisierten Seiten jetzt deutlich komfortabler. Schauen Sie doch mal rein!


Fahne im Heimatmuseum Hörde

Links Willi Garth, 1. Vors. des Hörder Heimatvereins, rechts Vereinsmitglied und Fahnenstifter Wolf-Dietrich Köster. Foto: Heribert Wölk.

Seltene Fahne für das Hörder Heimatmuseum

Eine seltene Fahne fand jetzt einen Platz im Hörder Heimatmuseum. Das Vereinsmitglied Wolf-Dietrich Köster entdeckte das Kleinod in bedauernswertem Zustand auf einem Antikmarkt. Im Regen hing die Fahne über einem Drahtzaun. Die Drähte bohrten sich durch das Gewebe. Neben interessanten Abbildungen prangte der Schriftzug „HOERDE“ auf dem Stoff.

Auf einer Seite ist auf schwarzem Grund in einem Eichenkranz ein weißer Schwan mit ausgebreiteten Flügeln zu sehen, mit einer Lyra im Hintergrund. Umgeben ist die Abbildung von dem Schriftzug: „Männer-Gesangverein „Südl. Sängerchor“ gegr. 1904 Hoerde“. Die Rückseite zeigt auf rotem Grund im Eichenkranz die kunstvoll dargestellte schöne Loreley, die ihr güldenes Haar kämmt, hoch auf dem Felsen sitzend. Tief unten steht in einem Kahn im tosenden Rhein ein Fischer, den der Gesang offenbar betört. Umschrieben ist die Szene mit dem Text: „Sind wir von der Arbeit müde, Ist noch Kraft zu einem Liede.“

Die reizvollen Motive und der Bezug zu Hörde führten bei Wolf-Dietrich Köster zu dem Entschluss, das ramponierte Stück in die Hand einer professionellen Restauratorin zu geben, zu Sabine Heitmeyer-Löns in Havixbeck. Sie hat auch die wertvolle Kreuzigungskasel der Hörder Stiftsgemeinde aus dem 15. Jahrhundert restauriert.

Der Heimatverein ließ eine schwenkbare Vorrichtung bauen, damit man das Kunstwerk von beiden Seiten betrachten kann. Die Fahne ist bei den planmäßigen Öffnungszeiten des Hörder Heimatmuseums in der Hörder Burgstraße 18, an jedem ersten Donnerstag, von 15 bis 18 Uhr zu bewundern.

W. Garth


 

Entwicklung der Fördertechnik im Bergbau

Vortrag des Evinger Geschichtsverein am 8. April 2019

Seit 1994 steht am Schiffhorst in Brechten ein Teufenzeiger der ehemaligen Zeche Minister Stein, der an den Steinkohlenbergbau im Stadtbezirk und besonders an den Schacht 6 in Brechten erinnert.

Der Teufenzeiger war in die Jahre gekommen und wurde deshalb mit Unterstützung durch die RAG Stiftung, die Vonovia Stiftung, die Mietergemeinschaft Frielinghausweg, den Evinger Geschichtsverein sowie Evinger und Brechtener Bürger restauriert.

Die Initiative ging von Joost Küp aus. Demnächst wird der Teufenzeiger wieder am alten Standort aufgestellt und der Öffentlichkeit übergeben.

Ein Teufenzeiger ermöglichte es dem Fördermaschinisten, die Körbe im Schacht sicher zu steuern.

Um die Entwicklung in der Schachtfördertechnik und die Bedeutung eines Teufenzeigers dabei verdeutlichen zu können, lädt der Evinger Geschichtsverein am Montag, dem 8. April 2019, um 18.30 Uhr in die Geschichtswerkstatt im ehemaligen Wohlfahrtsgebäude am Nollendorfplatz zu einem Vortrag von Dr. Volker Schacke zu dieser Thematik ein.

Bei uns in Mitteleuropa begannen die Menschen vor über 7.000 Jahren im Zuge des Feuersteinbergbaus damit, senkrechte Schächte zu graben. Damit entstand auch die Notwendigkeit, die Höhenunterschiede zu überwinden. Die Mittel dazu waren zunächst einfache Steigbäume und ähnliches. Später wurden Häspel, Göpel usw. eingesetzt bis zu den heute üblichen Fördereinrichtungen u.a. mit Teufenzeigern.


 

März

Eingetütet, ausgepackt und ausgestellt

MKK sucht Dortmunder Lieblingsstücke

Mit einer ersten Mitmach-Aktion geht das neue Stadtlabor des Museums für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) an den Start: "Mein Dortmund" ist ein Ausstellungs-, Sammel- und Teilhabe-Projekt. An 30 Orten in der Stadt finden Bürger ab sofort Papiertüten, die sie mit Objekten oder Texten füllen können.


Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen: Der abenteuerliche Simplicissimus

Vortrag und Lesung von Heiner Boehncke und Andreas Weißert über über den bekanntesten Roman des Dreißigjährigen Krieges

Am Donnerstag, 21. März 2019 um 19 Uhr stellen Heiner Boehnke und Andreas Weißert im Stadtarchiv Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen vor. Sein „Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch“, ist ein Roman über den Krieg und das Geld, über das Leben und Lieben, das Hauen und Stechen in einer verkehrten Welt, in der es drunter und drüber geht - ein Weltbuch und Zeitbild, das nichts auslässt und auf der literarischen Klaviatur alle Register zum Klingen bringt.

 Es ist ein Roman, in dem Westfalen eine nicht unbedeutende Rolle spielt. Ein „Literatur- und Lebensdenkmal der seltensten Art“ nannte Thomas Mann diesen ersten großen Roman in deutscher Sprache, in dem es „bunt, wild, roh, amüsant, verliebt und verlumpt“ zugehe, „kochend von Leben, mit Tod und Teufel auf Du und Du“.

Die Titelfigur und den Namen des Dichters kennt jeder - nur gelesen hat das gewaltige Buch so gut wie niemand, denn das barocke Deutsch des Autors ist uns inzwischen fast unzugänglich geworden.

Reinhard Kaiser ist das Kunststück geglückt, Rhythmus, Ton und Geist des ursprünglichen Textes, seine Tiefe und seinen übersprudelnden Witz wieder präsent werden zu lassen. Für seine Übertragung des »Simplicissimus« aus dem Deutschen des 17. Jahrhunderts in eine allgemein verständliche Sprache erhielt er den Grimmelshausen-Sonderpreis 2009 und den Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau 2011.

Heiner Boehncke, der zusammen mit Hans Sarkowicz das Buch "Grimmelshausen. Leben und Schreiben. Vom Musketier zum Weltautor" veröffentlicht hat, stellt den "Simplicissimus" vor, es liest Andreas Weißert.


Neuer Heimatverein im Dortmunder Westen

Heimatverein Oespel-Kley am 5. März gegründet

Es gibt einen neuen Heimatverein im Dortmunder Westen, der sich für den Ortsteil Oespel-Kley engagieren wird. Auf der Gründungsversammlung wurde Uwe Paulukat zum ersten Vorsitzenden der jungen Gemeinschaft gewählt.

Nun erfolgt noch die Eintragung in das Vereinsregister und der Antrag auf Gemeinnützigkeit.

Hier die wesentlichen Ziele des Vereins:

  •  die Heimatgeschichte von Oespel, Kley und Umgebung zu erforschen
  •  historisch wichtige Urkunden, Bilder, Pläne, Bücher und Gegenstände zu sammeln, zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen
  •  heimatliches Brauchtum zu pflegen
  •  bei Planungen, die Ort, Landschaft und Umwelt betreffen, gehört zu werden sowie bei der Pflege der Natur und des Ortes mitzuwirken
  •  Pflege und Förderung des Denkmal- und Umweltschutzes
  •  Veröffentlichungen herauszugeben
  •  mit interessierten Personen, Vereinen und Organisationen zusammenzuarbeiten
  •  Durchführung von Vorträgen im Zusammenhang mit den Aufgaben des Vereins, Orts- und Stadtführungen sowie Exkursionen in die nähere Umgebung
  •  Kontaktpflege zu benachbarten Heimatvereinen

 

Februar

Wanderung Holzen

Die stimmungsvolle Wanderung endete am Gut Steinhausen im "mythischen" Schein der Fackeln. Foto: Ferdinand Ziese

Mit Räuberhauptmann Mohr durchs Wannebachtal

Durch das romantische Wannebachtal führte im Februar 2019 der Holzener Ortsheimatpfleger Ferdinand Ziese eine Gruppe aus Schwerte-Ergste zum Gut Steinhausen.

Im Fackelschein der mehr als 20 Teilmehmer ging es durch die klare Nacht in Richtung Gut Steinhausen. Unterwegs berichtete Ferdinamd Ziese aus dem Leben des Räubers Dolf Mohr von vor 170 Jahren, vieles aus der Geschichte von Holzen und bekam als Zugabe den herrlichen Sternenhimmel erklärt.


Februarwanderung mit dem Heimatverein Mengede

Von Haltern nach Dorsten-Hervest

Die Februarwanderung des Heimatvereins Mengede von Haltern nach Dorsten führte gleich zu Beginn zur Wallfahrtskapelle auf dem Annaberg, einem Südausläufer der Hohen Mark.

Nachdem man die die Siedlungen am Stadtrand von Haltern hinter sich hatte, ging es in den Wald und mit leichten Anstiegen aufwärts zur Wallfahrtskapelle. Anschließend führte der Weg zum Halterner Ortsteil Freiheit und dann weiter nach Lipprammsdorf. Hier legte man eine Rast ein und weiter ging es bis zum Marler Damm, ab und zu mit Blick auf den Chemiepark Marl.

Danach wechseln sich Wälder und Felder ab, die Wanderstrecke machte mehrere Bögen, wobei Wanderführer Diethelm Textoris geschickt einen allzu großen Bogen abschnitt. Etappenziel der Wanderung war Dorsten-Hervest, das man fast schon überpünktlich erreichte.

„Gut vorbereitet, angenehme Mitwanderer, ruhig und schöne Gespräche; einfach schön!“ resümierte einer der Teilnehmer den gelungenen Wandertag und freute sich schon auf den nächsten Termin am Donnerstag, 7. März 2019. Treffpunkt ist wie immer um 9 Uhr am Bahnhof Mengede. Dann geht es von Dorsten-Hervest über die Lippeauen nach Hünxe Streckenlänge etwa 20 Kilometer.


Februarstammtisch Mengede

Vereinsvorsitzender Hans-Ulrich Peuser (links) begrüßte Shari Malzahn im Mengeder Heimathaus. Foto: Heinatverein Mengede

Sauberes Wasser für Äthiopien

Shari Malzahn von der Neven Subotic Stiftung war Gast des Februarstammtisches vom Mengeder Heimatverein

„Ich bekomme nur ein Glas Wasser“, sagen wir manchmal ziemlich gedankenlos bei einer Bestellung im Restaurant. Dass Wasser unser kostbarstes Gut ist, dass wir viele Tage ohne Nahrung doch nur wenige ohne Flüssigkeitszufuhr auskommen, für diese Überlegungen sensibilisierte Shari Malzahn vom Vorstand der Neven Subotic Stiftung am Mittwochabend die zahlreichen Besucher des Februarstammtisches des Mengeder Heimatvereins.

„Wir leben im Luxus, können verschwenderisch mit dem Wasser umgehen. Doch 663 Millionen Menschen auf der Welt haben keinen Zugang zu sauberen Wasser“, führte sie aus.

Der ehemalige Spieler beim BVB und heute für den Französischen Erstligisten St. Etienne spielende Profifußballer Subotic ist ein Gegenbeispiel zu manchen Profi-Fußballkollegen, die ihr Geld für teure Villen, schnelle Autos und sogar für goldene Steaks ausgeben. Er rief im Jahre 2012 die nach ihm benannte Stiftung ins Leben. Mit dem Programm WASH, sauberes Wasser, Sanitäranlagen und menschenwürdige Hygienebedingungen, hat sich die Stiftung das Ziel gesetzt, zukunftsorientiert den Menschen in der armen Tigray Region Äthiopiens zu helfen. Wenn man bedenkt, dass stark verunreinigtes Wasser oft über viele Kilometer in schweren 20 Kilo-Kanistern herangeholt werden muss, dann geht dabei viel Zeit und Kraft verloren. Kinder, die dabei mithelfen müssen, können nicht zur Schule gehen. Die Stiftung finanziert den Bau von Trinkwasserbrunnen in den Dörfern. Die Erwachsenen werden entlastet, mehr Kinder können zur Schule gehen und die Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben steigen enorm. Die Stiftung verspricht, dass jede Spende zu 100 Prozent in die Hilfe vor Ort eingesetzt wird. Damit dieses Versprechen auch eingelöst werden kann, übernimmt Neven Subotic alle Verwaltungs-, Reise- und sonstige Kosten, die durch die Arbeit der Stiftung entstehen.

Gebohrt und gebaut werden die Brunnen von regionalen Profi-Teams, was für Arbeit und Arbeitsplätze vor Ort sorgt. Die Verantwortung nach der Fertigstellung wird den Gemeinden bzw. Gemeindemitgliedern übertragen. Wobei die Funktionalität der Wassergewinnung nachhaltig überprüft wird, Störungen schnell erkannt und behoben werden können. Darüber hinaus sind immer wieder Stiftungsmitglieder an Ort und Stelle, um den Fortschritt zu begutachten. Ein Trinkwasserbrunnen kostet etwa 10.000 €, mit ihm können etwa 400 Menschen versorgt werden. Bisher arbeitet die Stiftung ausschließlich mit privaten Spendengeldern, um nicht in eine staatliche Abhängigkeit zu geraten.

Vereinsvorsitzender Hans-Ulrich Peuser dankte der Referentin für ihren verständlichen, lebendigen und zum Nachdenken anregenden Vortrag, bei dem sie zur Visualisierung zwei kurze Filme eingesetzt hatte. Wie sehr sie die etwa 50 Stammtischgäste angesprochen hatte, zeigte die gut gefüllte Spendenbox nach der Veranstaltung, bei der man keine Münzen fallen hörte, in der aber jede Menge Scheine von fünf bis fünfzig Euro zu finden waren.

Diethelm Textoris

Info: Unter der Adresse nevensuboticstiftung.de erfährt man mehr über die Stiftung und auch über Spendenmöglichkeiten.


"Komm gucken":

Städtische Museen öffnen ihre Dauerausstellungen - Was es 2019 zu sehen gibt

Seit Januar ist der Eintritt in die Dauerausstellungen der städtischen Museen frei: Museum Ostwall im Dortmunder U, Museum für Kunst und Kulturgeschichte, Hoesch-Museum und Brauerei-Museum können seit 2019 kostenlos besucht werden. Auch das Naturkundemuseum, das derzeit saniert und umgebaut wird, schließt sich nach seiner Wiedereröffnung an. Das Kindermuseum Adlerturm und das Westfälische Schulmuseum hatten das Entgelt schon 2016 abgeschafft, die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache nimmt seit jeher keinen Eintritt.

Museen sollen zu Treffpunkten werden

Die Kulturbetriebe der Stadt Dortmund machen aktuell mit der Kampagne "Eintritt frei" mit Flyern, Plakaten und in den sozialen Medien auf das neue Angebot aufmerksam, das der Rat der Stadt im November 2018 beschlossen hat. Dortmund übernimmt damit bundesweit eine Vorreiterrolle. Ziel ist es, die Besucherinnen und Besucher häufiger in "ihre" Häuser zu locken. "Wir wollen die Museen als Treffpunkte und Lieblingsorte etablieren und dadurch auch auf andere - kostenpflichtige - Angebote aufmerksam machen, etwa Sonderausstellungen oder Programme der Museumspädagogik", sagt Dr. Stefan Mühlhofer, Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe. Das Motto der Aktion: "Komm gucken!"

Die ersten Reaktionen auf die Eintrittsfreiheit sind überwiegend positiv. "Vorbildlich", "Endlich!" oder "Genauso sollte es sein", wurde die Nachricht in den sozialen Medien kommentiert. Gründe für einen häufigeren Besuch in den Dauerausstellungen gibt es genug - denn auch Dauerausstellungen sind höchst dynamisch und bieten übers Jahr gesehen viel Abwechslung.

Zehn Gründe, 2019 die Museen häufiger zu besuchen

  1. Im Museum Ostwall im Dortmunder U besteht nur noch bis zum 31. März die Chance, die aktuelle Sammlungspräsentation "Fast wie im echten Leben" in den umgebauten Etagen 4 und 5 im U zu besuchen. Die Schau konfrontiert 100 Jahre Kunstgeschichte in sechs Themenräumen mit dem Alltag und der Lebensrealität der Besucherinnen und Besucher. So trifft man in der Abteilung "Ausflug ins Grüne" eine Industrielandschaft im Umbruch - Matthias Kochs Fotografie des entstehenden PHOENIX Sees - ebenso wie leuchtende Berge und Täler, die der Expressionist Alexej von Jawlensky 1912 malte.
  2. Nächster Anlass für den Besuch im MO ist dann ab Oktober: Die Sammlung wird ab April umgebaut und eröffnet am 6. Oktober neu. Unter dem Titel "Body & Soul. Was wir sind" stehen dann Werke des 20. und 21. Jahrhunderts im Mittelpunkt. Außerdem erwartet die Besucherinnen und Besucher eine neue Innenarchitektur mit großzügigeren Räumen und einer besucherfreundlichen Wegeführung. Das "Flux Inn" im Foyer bietet dann die Möglichkeit, kreativ zu werden, eine Pause einzulegen oder in Kontakt mit dem Museumsteam zu treten. Ein neu eingerichteter, geräumiger Unterrichts- und KunstAktionsRaum wird Schulklassen, Einzelnen und Seminaren ermöglichen, direkt in der Ausstellungfläche zu den Kunstwerken in der Sammlung zu arbeiten. Im zentralen Schaufenster auf der Ebene 4 wird eines der Meisterwerke der Präsentation einen Vorgeschmack aufs Innere bieten.
  3. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) bietet seit einiger Zeit durch temporäre Eingriffe und spannende, oft humorvolle Interventionen neue Perspektiven auf seine mehrere Etagen umfassende Dauerausstellung. Noch bis 19. Mai finden sich diverse Sitzgelegenheiten zwischen den Exponaten der Sammlung - vom mittelalterlichen Kaiserthron über einen Stuhl ohne Beine bis zum umhäkelten Toilettensitz. Sie gehören zur Ausstellung "Auf Möbeln. SitzPolsterModen", die das MKK in Kooperation mit dem Masterstudiengang "Kulturanalyse und Kulturvermittlung" der TU Dortmund eingerichtet hat. Rund 30 Installationen verteilten sich auf alle Ebenen in der Dauerausstellung, insgesamt sind es Objekte von über 60 Leihgeberinnen und Leihgebern aus der ganzen Welt.
  4. Im Kinosessel von vergangenen Zeiten träumen - das kann man noch bis Ende März im MKK. Die Film-Installation "OLYMPIA UNIVERSUM PALAST" im Foyer erinnert an die goldenen Zeiten des Kinos im Dortmunder Brückviertel. Der 16,5-minütige Film kombiniert die Dortmunder Kino-Historie mit aktuellen Statements heutiger Protagonisten.
  5. Schon immer erzählt das MKK auch die Stadtgeschichte. Ab dem Frühjahr können große und kleine Besucherinnen und Besucher im neuen Stadtlabor die Geschichte Dortmunds weitererzählen. Im Erdgeschoss direkt am Eingang entsteht mit dem Stadtlabor ein Mitmach-Raum zum Experimentieren und Gestalten. Unter dem Motto "Mein Dortmund. Hier - Jetzt - Heute - Damals" geht es darum, Architektur und Stadtplanung zu erforschen, Dortmund aus neuen Blickwinkeln zu entdecken und weiterzudenken.
  6. Die Dauerausstellung im MKK rund um die beeindruckende Rotunde besteht aus mehreren Sammlungen und ist so groß, dass man sie an einem Tag kaum schaffen kann. Besser, man nimmt sich bei jedem Besuch eine andere Abteilung vor. Zur Auswahl stehen etwa Rundgänge zum Thema altes und neues Dortmund, "Höfische und bürgerliche Kultur vom 16. bis 18. Jahrhundert"; die Gemälde-Galerie des 19. Jahrhunderts, Design und Kunsthandwerk im 20. Jahrhundert oder ein Spaziergang in die Steinzeit.
  7. Im Hoesch-Museum ist nicht nur der Eintritt in die Dauerausstellung "Stahlzeit in Dortmund" frei, sondern auch die Sonderausstellungen, die einzelne Aspekte der Industrie- und Unternehmensgeschichte in den Blick nehmen. Noch bis 7. April präsentiert das Hoesch-Museum Philipp Robiens Fotografien von Stahlbungalows, die Hoesch in den 1960er-Jahren produziert hat und von denen einige auch in Dortmund aufgebaut wurden. Mitte Juni folgt die Ausstellung "Neue Heimat finden. Auf Vielfalt vertrauen. Im Revier leben" zu Migration und religiöser Pluralisierung im Ruhrgebiet. Die Ausstellung "Hoesch maritim" erzählt zum 120. Jahrestag der Hafeneinweihung ab August vom Verhältnis zwischen Stahlindustrie und Wasser. Und im November wird eine Fotoausstellung zur Fraueninitiative Hoesch unter dem Blick "Gerechtigkeit" eröffnet.
  8. Das Westfälische Schulmuseum eröffnet am 19. Mai die kostenfreie Sonderausstellung ",Oma, kannst du das lesen?' Deutsche Schreibschriften im Wandel der Zeit" zum heiß diskutierten Thema Schreibschrift. Sie sei schwierig zu lesen, zu schnörkelig und überflüssig in Zeiten der Digitalisierung, sagen Kritiker. Wie sie entstand, was die Sütterlinschrift ist und welche Schreibschriften es heute gibt, damit befasst sich die Ausstellung. Am Ende kann man selbst zu Feder und Tinte greifen und verschiedene Schriften ausprobieren.
  9. Im Brauerei-Museum sind nach einer Erweiterung der Abteilung "Gaststätte" neuerdings zahlreiche Stücke aus der Kneipenkultur der 1950er bis 1970er Jahre zu sehen, die bisher im Depot schlummerten. Noch bis Ende April läuft die kostenlose Ausstellung "150 Jahre Dortmunder Actien-Brauerei" zur Geschichte einer der bedeutendsten deutschen Brauereien des 20. Jahrhunderts.
  10. Die Dauerausstellung im Kindermuseum Adlerturm erzählt von Dortmund im Mittelalter und richtet sich an Kinder zwischen 4 und 12 Jahren mit ihren Familien. Mitmachen und aktiv werden kann man dort immer - ganz besonders aber bei den monatlich stattfindenden Familiennachmittagen zu unterschiedlichen Themen. Am Sonntag, 10. Februar ging es z.B. um die Liebe im Mittelalter. Familienführungen gibt es jeden vierten Sonntag im Monat, und an jedem dritten Sonntag gibt der "Turm-Scout" Tipps beim Rundgang und beantwortet Fragen.

Preisverleihung Engel der Nordstadt

Klaus Winter (M.) mit Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder (r.) und Martin Gansau, Büroleiter des Quartiersmanagements Innenstadt-Nord. Foto: Nordstadtblogger

Klaus Winter als Engel der Nordstadt ausgezeichnet

Der Dortmunder Lokalhistoriker Klaus Winter ist am 26. Januar im Dietrich-Keuning-Haus mit dem "Engel der Nordstadt" ausgezeichnet worden.


Neues ROLAND-Buch ist erschienen!

Der Doppelband 25/26 der Zeitschrift der genealogisch-heraldischen Arbeitsgemeinschaft Roland zu Dortmund e.V. bringt sieben Beiträge mit zum Teil umfangreichen Stammfolgen aus Westfalen, dem Niederheinischen und Ostpreußen.

Den Auftakt machen Heiko und Hansi Hungerige mit "Bochum, Buke und Batavia: Die Nachfahren des Schulmeisters Gottschalck Hungerige aus Herste (Driburg)".

Es folgt Christian Barrenbrügge mit einem Beitrag über "Die Dortmunder Familie Barrenbrügge".

Christian Loefke hat die das Münsterland betreffenden "Nachkommen-Tafeln Vent aus dem Nachlass Tyrell / Hatzfeld" bearbeitet und ergänzt.

In dem Beitrag "Nicht nur Liebe geht durch den Magen" erzählt Sonja Gehrmann "eine mörderische Familiengeschichte" aus Ostpreußen in der Ich-Form.

Wilhelm Groetelaer berichtet über die "Geschichte zum Haus Tiefstraße 13 in Kempen".

Von Eva und Eugen Holtkamp stammt der Bericht über "'Roland zu Dortmund' beim Frühlingsfest in Haus Dellwig", der sich eingehender mit dem ehemaligen Adelssitz befasst.

Den Abschluss bilden "Auszüge aus alten Nekrologen" die von Christian Loefke ediert wurden.

Erhältlich ist das Buch als Printausgabe für 6,49 € oder erstmals auch als E-Book. Hierfür besteht in den ersten acht Wochen nach Erscheinen die Möglichkeit, das E-Book für günstige 0,99 Euro zu erwerben (danach 4,99 Euro). Bitte hierzu einfach eine E-Mail schreiben an bibliothek@roland-zu-dortmund.de.

 

Januar

 

Krippe Eving

Die historische Krippe der St. Barbara-Kirche.

Krippenspaziergang für den Lindenhorster Kirchturm

Nun bereits zum vierten Mal hatte der Förderverein Lindenhorster Kirchturm zum Drei-Königs-Tag zu einem Krippenspaziergang eingeladen.

In der St.-Barbara-Kirche stellte Küster Jörg Unterkötter wieder die historische Krippe - eine der ältesten in Dortmund - vor und erläuterte zudem die Funktionen der historischen Orgel.

Nach einem gemütlichen Spaziergang zum ehemaligen Wohlfahrtsgebäude am Nollendorfplatz konnte man in der Geschichtswerkstatt des Evinger Geschichtsvereins ganz unterschiedliche Krippen aus privaten Sammlungen bewundern. Hier kam man bei Tee und Kerzenschein schnell mit den „Aussteller/innen“ der einzelnen Krippen ins Gespräch.