Nachrichten aus der Heimat

Informationen und Berichte aus der Heimatpflege in Dortmund

Informationen und Berichte
aus dem Jahr 2018

Juli

 

Sommerfest Berghofen

Der Steigerturm war Mittelpunkt des Berghofer Sommerfestes. Foto: Tim Treude

Sommerfest am Steigerturm in Berghofen übertraf alle Erwartungen

Größer hätte der Erfolg des Berghofer Sommerfests 2018, veranstaltet von „Unsere Mitte Steigerturm e.V.“, kaum sein können. Bei herrlichem Sonnenwetter waren bereits vor Beginn des ökumenischen Gottesdienstes alle Plätze auf dem ehemaligen Dorfplatz vor der alten Feuerwache belegt.

Die Sparkasse hatte eine große Bühne gespendet, auf der die Pfarrerin der evangelischen Kirche Dr. Sabine Breithaupt-Schlak und der Pfarrer der katholischen Kirche Matthias Bönsmann gemeinsam einen wunderbar auf den Steigerturm und unsere Stadt bezogenen ökumenischen Gottesdienst gestalteten. Holger John sorgte mit seinen SängerInnen für die musikalische Begleitung. Gärtnermeister Dirk Scholz hatte die Blumen für die Bühnendekoration zur Verfügung gestellt. Die perfekte Tontechnik wurde geliefert, installiert und den ganzen Tag über professionell betreut von Helmer Lennertz.

Was sonst noch auf der Bühne geschah:

  • Eröffnung durch Winfried Liebig, Vorsitzender von „Unsere Mitte Steigerturm“ und Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel
  • Holger John und Chor der ev. Kirchengemeinde
  • Vorführung der Tanzgruppe der Berghofer Grundschule
  • Plattdeutsche Lieder und Dönekes (Heimatverein)
  • Interview mit der ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Ulla Burchardt und der Sprecherin der Bürgeninitiative für den Bau des Berghofer Tunnels vor 10 Jahren, Heidi Jung
  • Jazz-Gruppe „Joys of Music“
  • Zeitlos – Der Chor
  • Afrikanisches Trommeln (Haus am Lohbach)
  • Gemischter Chor Silberklang
  • Freddie B  & The Funky Folk Freaks

Drinnen in der ehemaligen Garage des Feuerwehrhauses gab es ein großes Angebot von gespendeten Kuchen und Torten sowie eine Bild-Präsentation von Burkhard Treude über „Berghofer Geschäfte und Gaststätten, die es heute nicht mehr gibt“.

Der Platz vor dem Steigerturm war proppevoll mit Informations-Ständen und Angeboten:

  • AWO Berghofen mit Verkauf von schmackhaft belegtem Baguette
  • Bethel regional Haus am Lohbach
  • Bierwagen, ehrenamtlich betreut durch Wolfgang Quednau, den Wirt der Gaststätte „Zum Steigerturm“
  • Caritas Tombola-Losverkauf für die Anschaffung von Schulranzen für finanziell schlechter gestellte Erstklässler
  • Evangelischer Kirchentag 2019, Info-Stand mit Verkauf von Waffeln zur Unterstützung des Steigerturm-Vereins
  • Orion-Apotheke Info-Stand „Gesünder leben“, Rollator-Teststrecke
  • Seniorenbüro Aplerbeck mit Berghofen-Quiz
  • Städt. Begegnungsstätte Am Oldendieck
  • SV Berghofen + TV Berghofen mit Hüpfburg für Kinder
  • Unsere Mitte Steigerturm mit Würstchenstand
  • Zahnarzt Dr. Schaake, Info-Stand

Ein Ziel des Vereins war es, an diesem Tag die „Schallmauer“ von 200 Mitgliedern zu durchbrechen. Und tatsächlich trug sich am Ende des Tages das 201. Mitglied in die Mitgliederliste von „Unsere Mitte Steigerturm“ ein. Das 200. Mitglied bekam eine Flasche Sekt und die von Anette Göke gestaltete „Steigerturm-Tasse“ überreicht. Bei dieser Gelegenheit trafen sich übrigens zwei Damen wieder, die Neu-Mitglieder Nr. 199 und 200, die sich vor Jahrzehnten aus den Augen verloren hatten. Der Steigerturm wurde nicht nur in dieser Hinsicht dem Motto des diesjährigen Tags des offenen Denkmals, an dem der Verein selbstverständlich wieder teilnimmt, gerecht: „Entdecken, was uns verbindet.“


 

Juni

Zu Gast im Heimathaus Waltrop war der Heimatverein Mengede. Foto: Heimatverein Mengede

Heimatverein Mengede zu Gast am Riphausweg in Waltrop

Einmal mehr im Zeichen der guten Nachbarschaft stand ein weiteres Treffen der benachbarten Heimatvereine Mengede und Waltrop. So fand die turnusmäßige Vorstandssitzung des Heimatvereins Mengede im Heimathaus Waltrop statt. Zwischen beiden Vereinen besteht seit Jahren ein freundschaftlicher Kontakt, der auch bereits in der Vergangenheit zu gemeinsamen Aktionen führte. So hatten die beliebten Schnadegänge der Mengeder 2011 und 2016 „Waltroper Gelände“ als Ziel, um dort bei den humorvollen Streitgesprächen Ansprüche einzufordern. Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe liefert Waltrop die Verkaufsstände für den beliebten Mengeder Adventmarkt rund um die evangelische Remigius Kirche und stellt sie auch auf. Außerdem konnte der Heimatverein Waltrop sich und seine Aktivitäten beim diesjährigen Februar Stammtisch im Heimathaus am Widum vorstellen.

Als Gegenbesuch fand sich im Juni der Mengeder Vorstand in Waltrop ein, und so war dies bereits die vierte Aktion, die der Pflege einer guten Nachbarschaft diente. Bei der Begrüßung durch den Vorsitzenden Norbert Fry und anderen Waltroper Heimatfreunden stellte dieser die Geschichte Waltrops und des Heimatvereins (gegründet 1935) kurz dar. Als kleine Aufmerksamkeit wurde die druckfrische vierte Auflage des Waltroper Heimatblatt verteilt. Danach gab es für die Mengeder eine exklusive Führung durch das Heimathaus und das schmucke Heimatmuseum im ehemaligen Ripmannshof. Hier konnten die zahlreichen, zum Teil sehr wertvollen, Exponate bestaunt werden.

Zur Zeit findet eine Sonderausstellung mit dem Titel „Ende des Bergbaus – ein Stück Waltroper Geschichte“ statt, die noch bis zum 15. Juli 2018 im Heimatmuseum zu besichtigen ist. Öffnungszeiten an jedem ersten und dritten Sonntag im Monat von 10 – 12 Uhr und 15 – 18 Uhr. Jeder Besucher ist herzlich willkommen. Weitere Details, Geschichte und Termine siehe unter: heimatverein-waltrop.de.

 

Lindenhorster Bank

Da lohnt sich doch das Sparen: Anteilseigner der Lindenhorster Bank beim Genuss der ausgeschütteten Prozente

Dividenden-Ausschüttung der Bank von Lindenhorst

Es ist wieder soweit: Am Freitag, den 15. Juni 2018 um 17 Uhr, treffen sich - wie jedes Jahr - die Anteilseigner der Bank von Lindenhorst zur Jahresausschüttung. Bankdirektor Alfred Lübeck wird auf dem Vorplatz der Bank zwischen kommunalem Friedhof Lindenhorst und der Kleingartenanlage „Voran“ (Holthauser Str. 21) seinen wunderbaren Holthauser Obstwein aus eigener Produktion kredenzen. Das ist die Rendite („Ausschüttung“) für die mittlerweile rund 100 Eigner von Anteilsscheinen an der Bank von Lindenhorst. Es können weitere Anteilsscheine für 10 Euro bei diesem Termin und beim Förderverein Lindenhorster Kirchturm e.V. erworben werden. Diese Einnahmen werden vollständig dem Förderverein zur Unterstützung seiner Arbeit zur Verfügung gestellt.

Wer die Bank von Lindenhorst noch nicht kennt, hier einige Erläuterungen zum Wortspiel mit der doppelten Bedeutung von Bank als Finanzinstitut und als Sitzbank:

Als vor acht Jahren die letzte Bank- bzw. Sparkassenfiliale in Dortmund-Lindenhorst schloss und Tage später auch noch eine (Sitz-)Bank vom kommunalen Friedhof gestohlen wurde, beschlossen Alfred Lübeck und einige Freunde die Bank von Lindenhorst zu gründen und symbolisch über Anteilsscheine zu finanzieren, deren Verkaufserlös vollständig dem Förderverein zugute kommt: Es ist eine Sitzbank am Rande des kommunalen Friedhofs in Lindenhorst, fest im Boden verankert (eben: „gegründet“). Alljährlich am 15. Juni um 17 Uhr spendiert Alfred Lübeck nun für die Anteilseigner seinen selbst gekelterten Obstwein, das ist die „Ausschüttung“ von etwa 15% (Alkoholgehalt), eine hohe Rendite mit geringem Risiko (außer für die per Auto anreisenden Anteilseigner).


Haus Wenge, Dortmund

Haus Wenge in Dortmund-Landstrop war eines der Ziele der Mengeder Wanderer. Foto: Heimatverein Mengede

Wandern mit dem Heimatverein Mengede

Sechste Etappe auf dem Dortmunder Rundweg - von Kurl nach Brechten

Der erste Stop der Mengeder Wanderer auf den Dortmunder Rundwanderweg war bei hochsommerlichen Temperaturen diesmal das rot durch die Bäume schimmernde Haus Wenge in Lanstrop. Es ist das einzige im Raum Dortmund erhaltene Adelshaus des 16. Jahrhunderts mit gotischen Formen. Das Gebäude steht in der Denkmalliste der Stadt Dortmund, die Erhaltung und Renovierung gestalten sich jedoch wegen unklarer Rechtsverhältnisse als äußerst schwierig.

Dann nahmen die Wanderer Kurs auf das „Lanstroper Ei“, eine herausragende Landmarke und ein schon weitem sichtbares Denkmal der Industriekultur. Nach dem Derner Bahnhof führte der Rundweg in den Lüner Südpark. Die Naturoase, die von den „Lüner Südparkfreunden“ in privater Initiative gepflegt wird, lud zur zweiten Rast des Tages an einem kleinen See mit Wasservögeln ein. Auch die nächsten sechs Kilometer bis Brechten waren relativ schattenlos, führten aber über angenehme Wege durch landwirtschaftlich genutzte Flächen. Am Rand des Süggelwaldes erwartete die Wanderer dann als weitere „Oase“ der gepflegte Minigolfplatz. Im Schatten der Sonnenschirme ließ man sich gut gekühlte Getränke schmecken. An der nahen Straßenbahnhaltestelle ging es dann zurück nach Mengede.


 

Mai

 

Verfolgt, verboten, verbrannt

Lesung zur Bücherverbrennung 2018

Wie schon in den vergangenen Jahren stellen Dortmunder Autorinnen und Autoren am 30. Mai 2018, 19 Uhr in der Steinwache (Steinstraße 50) ihre verfolgten Kolleginnen und Kollegen vor.

Hilde Domin wird vorgestellt von Marianne Brentzel

Hilde Domin, geboren 1909 in Köln, war 42 Jahre alt, als sie ihr erstes Gedicht schrieb. Sie war den Schergen Hitlers entkommen. „Die Sprache wird das »Unverlierbare«, nachdem alles andere sich als verlierbar erwiesen hat. Die Sprache ist die äußerste Zuflucht.“

Kurt Tucholsky wird vorgestellt von Markus Veith

Kurt Tucholsky war vieles: Journalist, Satiriker, Kabarett- und Buchautor, Liedtexter, Lyriker, Kritiker, linker Demokrat, Sozialist, Pazifist, schrieb als Theobald Tiger, Peter Panter, Kaspar Hauser und Old Shatterhand. Ein Seismograf seiner Zeit, der die von den Nationalsozialisten ausgehende Gefahr früh erkannte, und sie in satirischen Artikeln und Essays mit scharfem Witz zu entblößen versuchte.

Ossip Mandelstamm wird vorgestellt von Sia Pauli

Der Dichter Ossip Mandelstam starb 1938, ausgehungert und krank, während seiner Deportation zu einem Straflager bei Wladiwostok. Er hatte mit einem Josef Stalin verhöhnenden Gedicht den Zorn des russischen Diktators auf sich gezogen. Nur dank Mandelstams Frau Nadeschda, die viele seiner Texte auswendig gelernt hatte, konnte ein Teil seines Werkes in den 60er Jahren veröffentlicht werden.

Die "Weiße Rose" wird vorgestellt von Heike Wulf

Schon oft wurde über die „Weiße Rose“ berichtet. Jeder denkt dabei sofort an die berühmten Geschwister Sophie und Hans Scholl. Aber wer waren die anderen Mitglieder und was hat sie alle dazu gebracht, Widerstand zu leisten?

Moderation: Heike Wulf.


Wanderung Mai 2018

Die Wandergruppe am Haus Sölde. Foto: Heimatverein Mengede.

Wandern mit dem Heimatverein Mengede

Fünfte Etappe auf dem Dortmunder Rundweg

Wie an (fast) jedem ersten Donnerstag im Monat, stand auch am 3. Mai beim Mengeder Heimatverein wieder eine Wanderung auf dem Programm.

Erstes Ziel war das Haus Sölde, ein ehemalige Rittergut, dessen Ursprünge bis in das 13. Jahrhundert zurückgehen und das in früheren Zeiten unter der Lehnshoheit der Herren von Volmarstein stand. 1402 ging es in den Besitz der Herren von Hövel zu Sölde über. Bis 1980 wurde es mit den umliegenden Ländereien als landwirtschaftlicher Großbetrieb geführt. Heute werden die Gebäude als Wohneinheiten genutzt. Sie sind als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.

Den Dortmunder Flughafen umging man auf ruhigen Wegen, und schon bald wurde der Dortmunder Stadtteil Asseln erreicht, wo die neugotische Lutherkirche sehenswert ist. Architektonisch interessant ist das Gebäude auch deshalb, weil man hier geschickt Altes und Neues verbunden hat. Südöstlich des heutigen Chors befindet sich der alte, aus dem Mittelalter stammende zweijochige gotische Rechteckchor, der als Anbau einbezogen und zur Trauerhalle umgebaut wurde. Im Westen befindet sich der ebenfalls aus dem Mittelalter stammende Kirchturm mit einem spitzen Turmhelm, der als Baudenkmal in die neue Kirche integriert wurde. Kurz vor Dortmund Husen am „Kurler Busch“ wurde bei strahlendem Sonnenschein noch eine zünftige Picknick-Pause auf von einem Bauern gelagerten Strohballen eingelegt.

Vor und nach Dortmund-Husen gingen es durch wunderschöne Laubwälder. Im „Roten Haus“ der Familie Mowwe wurde Mittagsrast eingelegt und danach war es nicht mehr weit bis Grevel. Von dort fuhren ging es mit Straßenbahn und Zug zurück nach Mengede.


Jubiläum Eving Mai 20018

Bis auf den letzten Platz gefüllt mit Mitgliedern, Förderern und Gästen des Vereins war die "Bibliothek" des Evinger Wohlfahrtsgebäudes.

Evinger Geschichtsverein feierte Jubiläum

Der Verein blickte auf 25 ereignisreiche Jahre zurück

Im Mai 1993 gründeten 22 Evinger*innen, überwiegend Teilnehmer aus VHS-Seminaren zur Geschichte Evings unter der Leitung von Bezirksvorsteher August Wagner und auf dessen Initiative den Evinger Geschichtsverein.

Das hat der der Verein am 14. Mai 2018, mit einem gemütlichen Beisammensein im Großen Saal des Wohlfahrtshauses am Nollendorfplatz gebührend gefeiert. Bei einem kleinen Imbiss wurden Erinnerungen ausgetauscht, also zurück-, aber auch nach vorne geschaut: Wie es in den kommenden Jahren mit dem Verein weitergehen soll, war ein vieldiskutiertes Thema an diesem sonnigen Mai-Abend.


Internationaler Museumstag in Dortmund

Viele kostenlose Angebote am Sonntag für Groß und Klein

Am Sonntag, 13. Mai ist Internationaler Museumstag. Auch die Dortmunder Museen locken mit zahlreichen kostenlosen Angeboten in ihre Häuser. Das bundesweite Thema lautet "Netzwerk Museum: Neue Wege, neue Besucher". Der Internationale Museumstag wird jährlich vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufen und findet bereits zum 41. Mal statt. Ziel ist es, auf die Vielfalt der mehr als 6.500 Museen in Deutschland sowie der Museen weltweit aufmerksam zu machen. Ein Überblick über das Angebot in Dortmund:

Dortmunder U - Ausstellungen

  •  "Kunst & Kohle: SchichtWechsel. Von der bergmännischen Laienkunst zur Gegenwartskunst, Ebene 6
  •  "Fast wie im echten Leben". Neupräsentation der Sammlung des Museums Ostwall im Dortmunder U, Ebenen 4 und 5
  •  "Kohle weg?! Von wertvoll bis unbezahlbar". Zum Umgang mit Geld und dem, was wichtig ist. UZWEI, Ebene 2
  •  "The Hard/er Drawing" von Dan Perjovschi auf Einladung des HMKV an den Wänden auf allen Ebenen im Dortmunder U

Der Eintritt in alle Ausstellungen des Dortmunder U ist frei:

Aktionen im Museum Ostwall im Dortmunder U

Von 14 bis 18 Uhr können Besucherinnen und Besucher im Aktionsraum der Ausstellung "Kunst & Kohle: SchichtWechsel" Kohlestaub-Buttons als Souvenir erstellen: Mit echtem Kohlestaub gestalten sie einzigartige Buttons, die in Collage-Technik ergänzt zu unverwechselbaren Unikaten werden. (Ebene 6).

Um 14, 15, 16 und 17 Uhr starten in der Ausstellung "Fast wie im echten Leben" Aktionsführungen für Familien mit Kindern. Kunstwerke der aktuellen Sammlungspräsentation regen zu künstlerischen Experimenten und Aktionen ein, die Kinder und Erwachsene ausprobieren können. So kann man die Kunst ganz praktisch erleben und hinterher eigene kreative Notizen und Skizzen mitnehmen (Ebene 5).

Parallel starten um 14, 15, 16 und 17 Uhr auch in der Sonderausstellung "Kunst & Kohle: SchichtWechsel" Kurzführungen für Erwachsene (Ebene 6).

UZWEI im Dortmunder U

11 bis 18 Uhr: Mit der Gelddruckmaschine lässt sich eigenes Geld drucken, das man dann im Kaufladen für besonders Wichtiges einsetzen kann. Eine Aktion im Rahmen des Ausstellungsprojekts "Kohle weg?! Von wertvoll bis unbezahlbar".

Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK)

Um 11 Uhr endet die Ausstellung "Material/An/Sammlungen. Sachen suchen Bedeutung" mit einer Buch-Präsentation. Gestaltet wurde die Schau von Studentinnen der TU Dortmund. Sie verknüpft ausgewählte Textil-Objekte mit Werken der Dauerausstellung und lädt dazu ein, die Geschichte(n) der Dinge, ihre Bestandteile und Bedeutungen neu zu entdecken.

Um 11.30 beginnt eine 90-minütige öffentliche Führung durch die Sonderausstellung "Pieter Hugo. Between the devil and the deep blue sea". In rund 200 spektakulären Stillleben, Porträts und Landschaftsbildern zeigt der südafrikanische Fotograf die Spuren und Narben der Menschen und ihres Landes. Dabei gilt sein Augenmerk den Subkulturen, Außenseitern und der Kluft zwischen Ideal und Realität.

"Herr Fritz, woher stammen die Bilder?" heißt die nächste Ausstellung im MKK, die um 12 Uhr feierlich eröffnet. Sie dokumentiert die detektivischen Recherchen des MKK zur Provenienz, also zur Herkunft von Gemälden und Skulpturen, die das Museum zwischen 1933 und 1945 erworben hat.

Von 14.30 bis 16.30 Uhr gibt es für Kinder und ihre Familien außerdem Bastelangebote.

Hoesch-Museum

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei. Eine Führung "Stahlzeit in Dortmund" startet um 14.30 Uhr. Der Werkstoff Stahl, die Geschichte der Stahlindustrie und die der "Hoeschianer" stehen im Mittelpunkt des Rundgangs durch die Dauerausstellung im Hoesch-Museum. Im 3D-Stahlwerk erhalten die Besucher einen faszinierenden Einblick in ein modernes Stahlwerk und können dieses auch selbst steuern. Kosten: 2,50 Euro

Westfälisches Schulmuseum

Um 11 und 13.45 Uhr gibt es Führungen durch die Dauerausstellung. Führungen durch die Sonderausstellung "Die Mutter ist auch für den Vater da" starten um 11.45 und 14.30 Uhr. In der Schau geht es um über das Geschlechterbild in den Schulbüchern der Jahre 1950 bis 1980 - und über den Wandel dieses Bildes, der sich in Texten, Illustrationen und Arbeitsaufträgen zeigt. Unterricht wie zu Kaisers Zeiten erleben kann man um 12.30 und 15.45 Uhr bei einer historischen Schulstunde. Alle Angebote sind kostenlos.


Maibaumaufstellen Berghofen 1. Mai 2018

Sehr gut besucht war das Maifest des Heimatvereins Berghofen. Foto: Austermann

Berghofer Maifest sehr gut besucht

Zwar wehte am ersten Mai ein sehr frischer Westwind um den liebevoll gestalteten Maikranz, aber die Sonne strahlte in Berghofens Mitte mit Cornelia Konter, der Vorsitzenden des Heimatvereins Berghofens um die Wette. Im vergangenen Jahr war das Fest praktisch „ins Wasser gefallen“, aber an diesem Dienstag wollte die Schlange vor dem Reibekuchenstand des Heimatvereins gar nicht kleiner werden – gut, dass die fleißigen Helfer des Heimatvereins sich mit einer ordentlichen Menge Reibekuchenteig versorgt hatten.

Reges Treiben herrschte auch am Infostand des Berghofer Heimatvereins und dem Getränkewagen der ev. Kirchengemeinde Berghofen. Waffeln und Kaffee stellte die AWO Gruppe Berghofen, selbstgebackener Kuchen die AsF und echte Berghofer Bratwurst gab es am Stand des Vereins „Unsere Mitte Steigerturm“.

Kreatives gab es am Stand vom „Haus Am Lohbach“ (Bethel regional) sowie am "Edeltrödelstand" zu erstehen. Um die Kinder kümmerte sich der Förderkreis des Familienzentrums ev. Kindergarten Berghofen. Eine Hüpfburg und eine „Street-Soccer-Feld“ durften ebenfalls nicht fehlen. Für die Musik sorgte Party-DJ Karsten.


 

April

Frühlingsfest Mengede

Sieger des Schätzwettbewerbs um das Laib Brot waren Jürgen Möller und Ferdinand Czygan. Es folgten Heike Textoris und Adolf Miksch, die jeweils eine Flasche Remigiustropfen überreicht bekamen. Foto: Heimatverein Mengede

Heimatverein Mengede feiert Frühlingsfest 2018

Das diesjährige Sommerfest wurde in den Frühling verlegt - und dieses Mal spielte auch das Wetter mit. Es war fast so, als wollte der „Wettergott“ den verschneiten, vom Schneesturm verwehten Adventmarkt vergessen machen. Bei schönstem Frühlingswetter fand das vorverlegte Sommerfest am 27. April im und am Heimathaus statt.

Bereits am Vormittag waren viele fleißige Helfer im Einsatz, um auf dem Vorplatz Zelte, Tische und Bänke aufzubauen. Dank der inzwischen erlangten Routine war der Aufbau nach gut zwei Stunden erledigt. Eingeladen war für 18 Uhr, doch ließen es sich einige wenige Besucher nicht nehmen, bereits etwas früher aufzuschlagen. So saßen schon am Nachmittag die Ersten in der Sonne. Man wollte sich wohl die besten Plätze sichern. So langsam füllten sich dann auch Heimathaus und Zelte, und als es losging, waren sämtliche Plätze besetzt.

Frühlingsfest Mengede

Foto: Heimatverein Mengede

Ein Grillduft lag nun in der Luft und bei Wurst, Steaks und „Drillingen“ (Kartoffeln) mit Kräuterquark ließen es sich die Besucher gut gehen! Besonders beliebt war der „Frühlingsteller“, ein Nackensteak mit Drillingen und Kräuterquark. Da neben dem Tresen im Heimathaus auch im Festzelt gezapft wurde, verlief die Versorgung mit Getränken reibungslos.

Hans-Ulrich Peuser begrüßte alle Anwesenden, besonders die (wie in den Vorjahren) wieder zahlreich erschienenen politischen Vertreter. Ein Höhepunkt des Abends, war dann das schon zur Tradition gewordene Schätzspiel. In diesem Jahr gab es ein ganz besonderes „Rateobjekt“. Otto Buschmann hatte einen großen Laib Brot gebacken, dessen Gewicht (natürlich in Gramm) geschätzt werden musste. Peter Kaufhold machte mit einer Liste und dem Heimatverein Sparschwein die Runde, um insgesamt 88 Tipps zu sammeln und zu dokumentieren.

Nachdem das Gewicht des Brotes festgestellt worden war, wurde die Liste mit den Tipps unter der Aufsicht des ehemaligen Notars Dr. Hans Adolf Plutta ausgewertet. Es gab zwei Sieger. Jürgen Möller und Ferdinand Czygan lagen mit geschätzten 4.250 g gleichauf und teilten sich das Brot. Es folgten Heike Textoris (4.201 g) und Adolf Miksch (4.200 g), die jeweils eine Flasche Remigiustropfen als Preis erhielten.

Ein unerwarteter Programmpunkt war eine besondere Ehrung. Heidebäcker Jörg Rupprecht von der Bäckerinnung, Hans- Ulrich Peuser und Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch überreichten Otto Buschmann die Ehrenurkunde zum 50-jährigen Meisterjubiläum im Dezember 2016. Das gab natürlich jede Menge Beifall.

Bei einsetzender Dunkelheit und Auffrischung der Temperaturen verlegten sich die Festivitäten immer mehr in das Heimathaus, wo dann das Frühlingsfest bei guter Laune friedlich ausklang.


Straßenschild Hörder Neumarkt

Enthüllung des ersten Legendenschildes durch Bernard Finkeldei und Willi Garth vom Vorstand des Hörder Heimatvereins (3. u. 4. von links), Jens Woelki, Amt für Wohnen und Stadterneuerung (1. v. links), Jürgen Schirmer, Tiefbauamt (rechts). Mit dabei zwei Anwohner des Neumarkts. Foto: Helmut Broich.

Hörder Heimatverein übergibt elf neue Legendenschilder

2013 konnte der Hörder Heimatverein den lange gehegten Wunsch nach Legendenschildern zur Erläuterung von Straßennamen verwirklichen. In der Hörder Innenstadt wurden 10 durch den Heimatverein recherchierte Legendenschilder installiert. Die Bewohner des Hörder Neumarkts äußerten 2015 ebenfalls den Wunsch nach solchen Schildern. Wie beim ersten Mal verlief die Durchführung in guter Koordination mit dem Amt für Wohnen und Stadterneuerung, dem Tiefbauamt, dem Stadtarchiv und der Stadteilagentur. Der Heimatverein wälzte die Akten und recherchierte eifrig.

Am Freitag, 20. April 2018 konnten dann elf neue Schilder übergeben werden.

  • Der Hörder Neumarkt selbst erhielt zwei Schilder.
  • "Am Heedbrink" erinnert ein Schild daran, dass hier einst Heide (Heed) auf einem Hügel wuchs.
  • An den bedeutenden Montanindustriellen Heinrich Wilhelm Beukenberg erinnert die gleichnamige Straße.
  • "Am Richterbusch" war ein kleines Wäldchen der Hörder Richter.

 

Jürgens-Denkmal

Beim Rundgang ist oft auch Stopp an anderen Sehenswürdigkeiten, wie hier dem Jürgens-Denkmal. Foto: Helmut Broich.

  • An den ersten Pfarrer der Herz-Jesu-Gemeinde, Anton Jürgens, auch Initiator der gleichnamigen Siedlung, wird mit der Jürgensstraße erinnert.
  • Die Franz-Hitze-Straße erinnert an den katholischen Sozialethiker Franz Hitze.
  • Auf den Hörder Stadtgründer von 1340, Graf Konrad von der Mark, geht die "Gildenstraße" zurück. Konrad gründete damals auch die Hörder Bürgerschützengilde.
  • Die "Dahlackerstraße", auch Tal im Acker, erinnert an die ab 1786 bestehende Zeche Dahlacker, später Fündling und Dahlacker, die 1843 stillgelegt wurde.
  • Die Ermlinghofer Straße geht auf den Rittersitz Ermlinghofen zurück, 1411 wird ein Henrich van Ermlinhave genannt. Das Gut lag am Pferdebachtal und gehörte zuletzt den Herren von Romberg.
  • Viele Legenden ranken sich um den märkischen Kapitän Henrich von Nortkerke, der 1586 auf dem Hörder Rathaus durch den französischen Feldherrn la Barlotte erstochen wurde. Die Nortkirchenstraße hat also nichts mit der Himmelsrichtung zu tun.

Nach der Enthüllung des ersten Schildes durch den Vorsitzenden des Hörder Heimatvereins, Willi Garth, führte er, unterstützt von Bernhard Finkeldei, zu den neu installierten Schildern und Sehenswürdigkeiten am Wege. Spannende Hörder Geschichte im Vorbeigehen.


Bei bestem Wetter startete eine große Gruppe des Heimatvereins Mengede zu ihrer ersten diesjährigen Radtour. Foto: Heimatverein Mengede.

Start der Mengeder Monatsradtouren 2018

Wie in den Vorjahren, startete der Heimatverein seine Radsaison mit der Tour „Rund um Mengede“, natürlich wieder mit einer geänderten Streckenführung.

Nachdem die Tour im März im wahrsten Sinne des Wortes „ins Wasser gefallen“ war, begleitete strahlender Sonnenschein die über 30 Radtouristen. Die Hauptrichtung gab dabei der vor Jahren vom Verein Mengede 2000 beschilderten Radweg vor, dessen Streckenverlauf von Franz-Josef Fedrau Jahr für Jahr modifiziert und abgeändert wird.

Vom Heimathaus ging es am Straßenbahnmuseum Mooskamp vorbei quer durch Nette, Bodelschwingh, Dingen und Deininghausen bis nach Ickern. Gegen 13 Uhr erreichte man das alte Schiffshebewerk in Henrichenburg.

Nach der Mittagspause ging es am Dortmund- Ems Kanal entlang nach Leveringhausen und durch die Mengeder Heide zurück zum Heimathaus. Hier wurde der Tag resümiert und die Planung für die kommenden Monate angegangen. Im Mai soll das Ziel der Ankerplatz in Datteln sein, im Juni geht es zum Reibeplätzchen Essen ins „Rote Haus Mowwe“ nach Lanstrop und im Juli vielleicht zum Polizeipräsidium Dortmund mit Besichtigung des Museums.


Arbeitskreis Dortmund im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten gewinnt einen ersten Preis beim Wettbewerb „Hau rein!“

In der Kategorie "Initiative, Verein, Werkstatt" hat der Arbeitskreis Dortmund im Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. mit seinem Leiter Heinz-Ludwig Bücking für die ausführliche Dokumentation der Arbeiten des Arbeitskreises von 1986 bis 2017 einen 1. Preis errungen.

Der eingereichte Beitrag stellt die vielfältige Arbeit des Arbeitskreises in den letzten 30 Jahren dar, zu dessen Hauptaktivitäten die Erforschung und der Betrieb des Besucherbergwerks Graf Wittekind in Dortmund-Syburg zählt. Der Arbeitskreis hat Risswerke des historischen Bergwerks erstellt, Funde dokumentiert, die geologischen Verhältnisse erforscht sowie ein Archiv mit Material und Fotos der eigenen Aktivitäten erstellt. Zur Vermittlungstätigkeit gehört neben dem Angebot der Grubenfahrten die Erstellung von Büchern, Vorträgen, Wanderungen und Ausstellungen.

Die Preisverleihung des 7. Geschichtswettbewerbs „Hau rein! Bergbau Im Ruhrgebiet. Alltag, Wissen. Wandel.“ hat mit 600 Teilnehmern am 13. April 2018 auf dem Welterbe Zeche Zollverein stattgefunden. Das Forum hat mit „Hau rein! Bergbau im Ruhrgebiet. Alltag. Wissen. Wandel.“ bereits zum 7. Mal einen Geschichtswettbewerb durchgeführt. Der erste, aus dem Jahre 1991, fiel noch in die Zeit der IBA-Emscher-Park. „Die schwerwiegenden Folgen, die die Zechenstillegungen nach sich zogen, regen eine Untersuchung der Notwendigkeit dieser Stillegungen an“ hatte bereits 1928 Liselotte Hechelmann in ihrer Dissertation als „Ein Beitrag zu dem Problem der Zechenstillegungen im Ruhrgebiet“ geschrieben. Nun, 90 Jahre später, erfolgt das endgültige Ende des Bergbaus – zumindest des deutschen Steinkohlenbergbaus. Diesen hat das Forum als historischen Einschnitt für einen Geschichtswettbewerb zum Thema „Bergbau“ aufgegriffen.

Ein Jahr lang konnten Beiträge eingesandt werden. 324 Arbeiten, vom Gedicht bis zum wissenschaftlichen Wälzer, mit und ohne Bilder, Filme, Hörspiele und viele andere Formate sind im Büro des Forums eingetrudelt. In einem zweistufigen Verfahren wurden von 37 Juroren und Jurorinnen 57 Arbeiten benannt, die Freitag mit einem Preis ausgezeichnet wurden. Dabei erhielt jeder Beitrag die gleiche Wertschätzung. Die Entscheidung fiel oft ganz knapp aus – manchmal waren es nur kleine zusätzliche Aspekte und Nuancen, die einen Beitrag von vergleichbaren Einreichungen unterschied.

Auf geschichtskultur-ruhr.de ist die Präsentation der Veranstaltung einsehbar und natürlich auch die vollständige Preisträger*innen-Liste.


Monatstreff Bodelschwingh

Wilfried Garner und Wolfgang Schlesiger spielten beim Monatstreffen in Bodelschwingh Lieder der Beatles. Foto: Heimatverein Mengede

Erinnerungen an die die sechziger Jahre beim Monatstreffen der Gruppe Bodelschwingh und Westerfilde

Beim Monatstreffen der Gruppe Bodelschwingh und Westerfilde im Heimatverein Mengede e.V. drehte sich am 10. April 2018 alles um die 1960er Jahre. Das Jahrzehnt steht für Aufbruch und Umbruch gleichermaßen, was durch Gerd Obermeit in Form einer Chronik der Ereignisse jahresweise dargestellt wurde. Fast alle der anwesenden Besucher hatten die Zeit miterlebt und konnten eigene Erlebnisse beisteuern. Diese Geschichten führten immer wieder zu angeregten Gesprächen und gemeinsamen Erinnerungen.

Die 60er Jahre waren das Jahrzehnt der Jugend-Emanzipation, bei der die Musik eine große Bedeutung hatte. Die Beatles spielten dabei sicher die wichtigste Rolle. Das sollte auch an diesem Abend voll zur Geltung kommen. Zu Gast waren Wilfried Garner und Wolfgang Schlesiger, die den Besuchern immer zwischendurch Lieder der Beatles mit Gitarren und Gesang zu Gehör brachten. Diese gezielte Abwechslung zwischen den Gesprächen schaffte die notwendige Ruhe und Muße für Erinnerungen. Den beiden Musikern gilt deshalb der ganz besondere Dank der Teilnehmer.

Nach etwas mehr als zwei Stunden endete das Monatstreffen in der ehem. Gaststätte „Bodelschwingher Schmiede“ mit einem ungeplanten Gruppengesang zu den Gitarren und jeder nahm seine 60er Jahre wieder mit heim, vielleicht ergänzt um manche Erinnerung, die inzwischen bereits verblasst war.

Das nächste Monatstreffen der Gruppe Bodelschwingh und Westerfilde im Heimatverein Mengede e.V. findet am Dienstag, 8. Mai 2018 in der ehem. Gaststätte „Bodelschwingher Schmiede“ statt. An diesem Abend werden Gitta und Werner Naudiet in einem bebilderten Vortrag über ihre interessante Reise mit dem Motorboot durch fünf Bundesländer berichten. Gäste sind dazu wieder herzlich eingeladen.
Gerd Obermeit


Vortrag April

Uwe Wortmann (rechts) und Diethelm Textoris (links) referierten über das Lüner Heinz Hilpert Theater. In der Mitte: Hans-Ulrich Peuser. Foto: Heimatverein Mengede.

Heinz Hilpert Theater Lünen beim Heimatverein Mengede

Wie bereits im Februar, als der Heimatverein Waltrop den Monatsstammtisch gestaltete, stand das Treffen im April ganz im Zeichen der guten Nachbarschaft. Das Heinz Hilpert Theater aus der schönen „Lippe“ Stadt Lünen stellte sich vor. Vermittelat wurde dieser Kontakt einmal mehr von Diethelm Textoris, Berichterstatter und Kritiker vieler dort aufgeführter Stücke.

Hauptreferent des unterhaltsamen Abends war Uwe Wortmann, Leiter des Kulturbüros der Stadt Lünen. Neben Sportveranstaltungen, großen Events wie Weihnachtsmarkt, Kirmes und die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte traditionelle „Lünsche Mess“ ist er auch für das Heinz Hilpert Theater der Stadt zuständig. Das 1958 eingeweihte Haus startete als „Theater der Stadt Lünen“ war immer schon als Gastspieltheater konzipiert und hat in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl berühmter Namen zu Gast. Seit 1966 firmiert es unter dem Namen „Heinz Hilpert Theater“. In dem 1990er Jahren gründlich saniert bildet das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende Haus heute gemeinsam mit dem Hansesaales und dem Hotel am Stadtpark ein geschlossenes Ensemble, gerne auch als Kulturmeile bezeichnet.

Nach einer kurzen Pause übernahm Diethelm Textoris den zweiten Teil der Ausführungen aus seiner Sicht des Theaterkritikers. Er erinnerte an sein erstes Interview, das ihm ziemliches Lampenfieber bereitet hat. Sein Gesprächspartner war Freddy Quinn, der singende Seemann aus Österreich. Aber auch mit vielen anderen bekannten Künstlern kam er ins Gespräch.

Wer mehr über das aktuelle Programm erfahren möchte, kann das unter folgenden Adressen tun: luenen-veranstaltungen.de und kulturbuero-luenen.de.


Vorankündigung: Tagung "Glückauf Industrielles Erbe – Bedeutung und Vision für NRW"

Die Montanindustrie und deren Erbe prägen das Ruhrgebiet und die Identität der hier lebenden Menschen bis heute. Die vielfältigen Bestrebungen, ausgewählte materielle und immaterielle Hinterlassenschaften der Region zu bewahren, finden weltweit Beachtung und sogar Nachahmung.

Mit dem Ende des Steinkohlenbergbaus in Deutschland und damit in Nordrhein-Westfalen und im Saarland stellt sich die Frage nach den Perspektiven für das montanindustrielle Erbe und dessen Bedeutung für ein Verständnis der Vergangenheit, das nicht rückwärtsgewandt ist, sondern zukunftsorientiert.

Im Rahmen des Projekts „Glückauf Zukunft“ der RAG-Stiftung wird die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur dieser Frage nachgehen und am 16. und 17. Mai 2018 an einem ihrer Denkmalstandorte, der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck, eine Tagung zum Thema „Glückauf Industrielles Erbe – Bedeutung und Vision für NRW“ veranstalten.

Das Tagungsprogramm sowie das Anmeldeformular finden Sie unter industriedenkmal-stiftung.de. Anmeldefrist: 30. April 2018 (begrenzte Teilnehmerzahl). Bitte senden Sie das ausgefüllte Formular an: tagung@industriedenkmal-stiftung.de

Veranstalter: Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, Veranstaltungsort: Maschinenhalle Zeche Zweckel, Frentroper Straße 74, 45966 Gladbeck.


 

März

Abendkonzert Mengede

Die musikalischen Reisebegleiter auf dem Streifzug durch die europäischen Hauptstädte. Foto: Heimatverein Mengede.

„Lieder der Metropolen“

Fortsetzung der Abendkonzerte im Mengeder Heimathaus

Nach „Liedern der Großstadt“ - ein musikalischer Streifzug durch Berlin, Hamburg, Köln und das Ruhrgebiet" fand am 16. März ein weiteres Abendkonzert im Heimathaus am Widum statt.

Unter dem Titel „Lieder der Metropolen“ ging es mit einem bunten Programm in verschiedene europäische Hauptstädte. Mit fast 100 Besuchern war das Heimathaus so „proppenvoll“, dass viele stehen mussten und einige Besucher sogar gleich wieder den Heimweg antraten.

Auch dieses Mal konnte die eher ungewöhnliche Zusammensetzung des Ensembles überzeugen. Als Reisebegleiter waren Diethelm Textoris (Moderation/Gesang), Friedhelm Stolle (Gesang), Heinz Weckendrup (Akkordeon), Hans-Ulrich Peuser (Klavier), Matthias Willing (Kontrabass) und Violinistin Elisabeth Reining an Bord des virtuellen Reisezuges. Die Moderation lag bei Diethelm Textoris in den bekannt guten Händen. Er führte humorvoll durch das Programm, wobei er mit seinem Hintergrundwissen und vielen Anekdoten den Vortrag bereicherte.

Nach dem Konzert war die Zufriedenheit, aber auch die Vorfreude auf die angekündigte Fortsetzung dieser Konzertreihe bei allen Beteiligten groß. Wenn alles klappt, geht es dann in die „Neue Welt“, nach Nord- und Südamerika.


Heimatkongress Münster 2018

Cornelia Konter (HV Berghofen), das Ehepar Peuser (HV Mengede), Stadtheimatpfleger Dr. Mathias Austermann sowie der Ehren-Stadtheimatpfleger Dr. Ingo Fiedler auf dem Heimatkongress in Münster. Foto: Michael Konter (HV Berghofen).

Dortmunder Heimatvereine beim Heimatkongress

Unter den etwa 520 "Heimatgestaltenden" konnte Ministerin Ina Scharrenbach am Samstag, 17. März 2018 auch einige Vertreter der Dortmunder Heimatvereine in Münster zum ersten Heimatkongress begrüßen. Eingeladen hatte zu dieser Premierenveranstaltung das im vergangenen Jahr neu geschaffene "Heimatministerium" (vollständig: Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung) in die Halle Münsterland.


Märzstammtisch Mengede

Bis auf den letzten Platz besetzt war das Mengeder Heimathaus zum Märzvortrag des Heimatvereins.

Naturbeobachtungen zwischen Bergsenkungsgewässern, Emscher, Halden und Borussia

Der Märzstammtisch des Heimatvereins Mengede stand ganz im Zeichen des Naturschutzes und warf einen fundierten Blick auf die Dortmunder Vogelwelt. Unter der fachliche Leitung von Dr. Erich Kretzschmar, beim Naturschutzbund Deutschland, Stadtverband Dortmund (NABU) zuständig für Brutvogelkartierung, Avifaunistik und "Birding", gab es zu Beginn eine Einführung zu „Naturbeobachtungen zwischen Bergsenkungsgewässern und Emscher“. Im zweiten Teil, nach der Getränkepause, folgte der Film: „Dem Kiebitz eine Zukunft geben, Hochwasserrückhaltebecken Dortmund- Mengede“.

Das Thema war für die Mengeder Heimatfreunde von so großem Interesse, dass das Heimathaus bis auf den letzten Platz belegt war. Märzvortrag Mengede 2Die über 70 Teilnehmer in beiden Räumen füllten nicht nur sämtliche Sitzplätze, ein Teil musste sogar mit einem Stehplatz vorlieb nehmen.

Nach Beendigung des Filmes, der über den Naturkanal des NABU Dortmund bei Youtube jederzeit gesehen werden kann, überreichte der Vorsitzende Hans-Ulrich Peuser (links) dem Referenten Dr. Kretzschmar (rechts) eine Flasche „Emscherperle“.


Vortrag im Stadtarchiv

Am Donnerstag, 8. März 2018, 19 Uhr referiert Dr. André Biederbeck über "Sozialistische Selbstverortung und umkämpfte Stadträume".

Bei vielen Anlässen gingen die Arbeiter im 19. und 20. Jahrhundert auf die Straße, um ihre Forderungen gegenüber einer breiteren Öffentlichkeit zu artikulieren. In manchen Fällen handelte es sich bei dem sogenannten Demonstrationssozialismus um spontane politische (Protest-)Aktionen. Vielfach war die Besetzung des öffentlichen Raumes jedoch von langer Hand geplant. Gerade die jährlich wiederkehrenden Maifeiern und Gewerkschaftsfeste waren schon bald Bestandteil einer bewussten und geplanten Inszenierung. Auch in Dortmund sollte mit diesen Ereignissen die Schlagkraft der sozialistischen Bewegung zur Schau gestellt und zugleich ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Arbeitern und ihren Familien erzeugt bzw. verstärkt werden.

Im Rahmen des Vortrags werden deshalb die Abläufe der Maifeiern und Gewerkschaftsfeste anhand von historischen Stadtplänen und Fotomaterial veranschaulicht und in ihrer Bedeutung für die Entwicklung der Arbeiterbewegung in Dortmund eingeordnet. Auf diese Weise bietet der Vortrag neue Einblicke in die Entwicklung Dortmunds in der Zeit zwischen 1890 und 1930.

André Biederbeck studierte Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, der Mittleren Geschichte und der Politikwissenschaft. 2016 wurde er mit einer Arbeit über das Dortmunder Arbeitermilieu an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster promoviert. Seine Dissertation wird in Kürze in der Reihe des Stadtarchivs Dortmund erscheinen.


 

Wanderung März 2018

Zuweilen ging es steil bergauf während der Wanderung des Mengeder Heimatvereins auf den Ruhrhöhen bei Herdecke. Foto: Heimatverein Mengede

Wandergruppe des Heimatvereins Mengede trotzte den eisigen Temperaturen

- und erlebte einen traumhaft schönen Tag

Für Wanderer gibt es kein schlechtes Wetter, solange die Kleidung und die Laune gut sind. Doch dass die Mengeder Wanderer bei 8 Grad unter Null einen neuen Teilnehmerrekord aufstellen würden, damit hatte kaum jemand gerechnet.

18 gut eingepackte Wanderer stiegen am ersten März 2018 voller Tatendrang an der Haltestelle Herdecke-Schanze aus dem Bus. Vor ihnen lag die dritte Etappe des Dortmunder Rundweges. Zunächst führte der Weg abwärts durch den Herdecker Vorort Ahlenberg, dann über den Kamm des Ardeygebirges zum „Köpchenwerk“, ein nach seinem Planer Arthur Köpchen benannten Pumpspeicherkraftwerk, das 1930 in Betrieb genommen wurde. Oberhalb des historischen Landhotels „Bonsmann‘s Hof“ hatte man den ersten Blick auf den Hengsteysee und das angrenzende Industriegebiet im Bereich Hagen-Bathey.

Eine erste Pause wurde in der Siedlung am Klusenberg eingelegt und zwar auf einer Mauer an dem alten Fachwerkhaus, in dem „Opa Rohpeter“, ein Verwandter des Mengeder Wanderführers Diethelm Textoris in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts seine Jugend verbracht hatte.

Danach mussten die Wanderer ihre Schwindelfreiheit unter Beweis stellen, denn es ging auf schmalem Pfad oberhalb des Hengsteysees mit ständigem Blick auf ihn bis zum Straßenviadukt und anschließend aufwärts zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem 245 Meter hohen Syberg. Dabei wurde ein Stück des Syburger Bergbaupfades berührt. Nach einem interessanten Rundgang über den Vincketurm und die Ruine der Syburg beendete ein Besuch der romanischen Kirche St. Peter den rundum gelungenen Wandertag.

Hans-Ulrich Peuser, der Vorsitzende des Heimatvereins konnte dann auch kurz und treffend resümieren: „Das war ein wunderschöner Urlaubstag.“

Diethelm Textoris


 

Februar

Mitgliederversammlung des Heimatvereins Mengede

Der Heimatverein tagte im Gemeindehaus der Remigius Gemeinde

Zur 16. Jahreshauptversammlung am 22. Februar 2018 trafen sich im Gemeindehaus der katholischen St. Remigius Gemeinde die Mitglieder des Heimatvereins Mengede.

Der erste Vorsitzende Hans Ulrich Peuser ging zunächst einmal auf die vielen, mittlerweile traditionellen Aktivitäten des vergangenen Jahres ein. Das sind der Monatsstammtisch, die Monatsradtour, der Wandertag, der Skatabend, der Schnadegang, die Lieder-/Konzertabende und vieles mehr. Ein besonderer Höhepunkt war die einwöchige Jahresradtour nach Heede/Ems mit über 30 Teilnehmern.

Er berichtete von der Tätigkeit der Online Redaktion, zuständig für den Internetauftritt des Heimatvereins und die „Heimatblatt Redaktion“, zuständig für die Erstellung des beliebten Heimatblattes.
Bemerkenswert erfreulich war auch die Mitgliederentwicklung im Verein. So stieg ihre Zahl auf über 350 Mitglieder an.

Einige Events konnten 2017 neu in den Angebotsstrauß des Heimatvereins aufgenommen wurden. Der „Klönnachmittag für Frauen, ein „Discoabend mit DJ Diethelm Textoris“ und der erste „Lebende Adventskalender“ in Bodelschwingh und Westerfilde fanden recht guten Anklang und sollen auch in diesem Jahr fortgeführt werden.

Weil es immer wieder mal Anregungen und Rückfragen zu einem plattdeutschen Abend gibt – bei der Versammlung meldeten sich drei Mitglieder, die noch platt „schnacken“ können – soll geprüft werden, ob auch in Bodelschwingh/Westerfilde das Interesse besteht, einen solchen Abend mit Vortrag durchzuführen.

Bei den anschließenden Vorstandwahlen wurden die Amtsinhaber einstimmig wiedergewählt.


Neue Ausstellung im Hoesch-Museum: „Ruth Baumgarte und das Wirtschaftswunder. Farbrausch am Kessel“

Hannelore Hoger liest am Sonntag, 11. März 2018, 11 Uhr zur Ausstellungseröffnung

Vom 11. März bis zum 6. Mai 2018 präsentiert das Hoesch-Museum die Ausstellung „Ruth Baumgarte und das Wirtschaftswunder. Farbrausch am Kessel“. Zur Eröffnung stimmt die Schauspielerin und Adolf-Grimme-Preisträgerin Hannelore Hoger in das Thema der Ausstellung ein: sie liest Texte aus dem Umfeld der industriellen Arbeit von Martin Walser und Egon Erwin Kisch. Eine wissenschaftliche Einführung zur Ausstellung geben der Kurator Prof. Dr. Hanno Sowade sowie die Direktorin des Koblenzer Ludwig Museums und Ruth Baumgarte-Kennerin, Prof. Dr. Beate Reifenscheid.

Im Zentrum der architektonisch ansprechenden Schau stehen die von 1952 bis 1967 entstandenen Arbeiter- und Industriebilder der bekannten, in Berlin aufgewachsenen Künstlerin Ruth Baumgarte (1923 – 2013). Durch ihren zweiten Ehemann, den Bielefelder Fabrikanten Hans Baumgarte, kam die Künstlerin Anfang der 1950er-Jahre erstmalig mit der Stahlindustrie in Berührung. Als eine der wenigen Frauen in der Kunstgeschichte porträtierte sie neben ihren anderen Arbeiten fortan immer wieder Menschen im Kontext industrieller Produktion. Teils malerisch, teils grafisch und mit einem Hang zur expressiven Farbgebung dokumentieren diese Arbeiten Baumgartes ein Stück deutsche Nachkriegsgeschichte und setzen dem Arbeiter von damals ein sensibles, unpathetisches Denkmal. Eingebunden in einen historischen Erzählstrang zum „deutschen Wirtschaftswunder“ werden in der Ausstellung sowohl die rund 60 Aquarelle und Mischtechniken als auch der zeitgeschichtliche Kontext plastisch erlebbar.

Ruth Baumgarte, Tochter der Schauspielerin Margarethe Kellner-Conrady und des Schauspielers, Regisseurs und Ufa-Direktors Kurt Rupli, erlangte vor allem durch ihren expressiv-gegenständlichen Afrika-Zyklus internationale Bekanntheit, der zuletzt bis Anfang Januar 2018 im Ludwig Museum Koblenz gezeigt wurde. Von Oktober bis Dezember wird dieser abermals im Ludwig Museum St. Petersburg, Marble Palace, zu sehen sein.

Begleitend zur Ausstellung in Dortmund erscheint eine 168 Seiten starke Publikation im Wienand Verlag Köln zum Preis von 32 EUR/ 36 EUR (Museumskasse/ Buchhandel).

Der Eintritt zur Vernissage ist frei.


Glück auf Europa!

Ist unser europäischer Zusammenhalt in der Krise?

Podiumsdiskussion am 1. März 2018, 19 Uhr in Dietrich-Keuning-Haus (Leopoldstraße 50).

Nach der verheerenden Erfahrung von zwei Weltkriegen legten vor 60 Jahren die Gründungsväter der Europäischen Union den Grundstein für ein Bündnis, das den Traum einer friedlichen gemeinsamen Zukunft verwirklichen sollte. Doch im Blick auf aktuelle – auch weltweite – Entwicklungen wie Wirtschafts- und Finanzkrisen, ein soziales Gefälle in der Union, Brexit, Migrationsbewegungen und teilweise destabilisierte Nachbarstaaten stellt sich die Frage, wie sich die Zukunft der EU gestaltet: Was macht europäische Identität heute noch aus? Wie erleben sich die Menschen des Ruhrgebiets als Europäer_innen? Was vereint sie und worauf können sie bauen? Und wie hängt das kulturelle Erbe damit zusammen?

WDR-Moderator Matthias Bongard führt durch den Abend mit Expert_innen aus Politik und Wissenschaft. Die Gäste auf dem Podium sind Petra Kammerevert (Mitglied des Europäischen Parlaments und dort Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung), Markus Thürmann (Vorstandsvorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten, JEF NRW), Prof. Dr. Ahmet Toprak (Dekan an der Fachhochschule Dortmund und Integrations- und Migrationsexperte) und Prof. Dr. Dr. Markus Walz (HTWK Leipzig). Das Rahmenprogramm gestalten der Poetry-Slammer Rainer Holl und das Kozma Orkestar (Urban Folk Beats).

Die Veranstalter laden das Publikum herzlich zur gemeinsamen Diskussion ein: am Donnerstag, 01.03.2018, 19.00 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) im Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstraße 50-58, 44147 Dortmund.

(Organisation: Auslandsgesellschaft NRW e.V., Dietrich-Keuning-Haus, EDIC Dortmund, Kulturbüro Dortmund, Stadtarchiv Dortmund)

Der Eintritt ist frei. Aus organisatorischen Gründen wird aber um Anmeldung per Mail unter yankova@agnrw.de oder telefonisch unter 0231 83 800 54 gebeten.


„Moderne Großstadt Dortmund“

Das Stadtarchiv Dortmund mit dem Historischen Verein der Stadt und das Historische Konzernarchiv RWE zeigen am kommenden Dienstag 20. Februar 2018 um 19 Uhr im Kino im Dortmunder U den bislang verschollenen Dortmunder Stadtfilm „Moderne Großstadt Dortmund“ aus dem Jahr 1964. Es ist die erste öffentliche Vorführung dieses Films seit Jahrzehnten.

„Moderne Großstadt Dortmund“ Film ist eine Art Leistungsschau von Rat und Verwaltung der Stadt Dortmund Mitte der 1960er Jahre. Oberbürgermeister Dietrich Keuning präsentiert in Ton und Farbe moderne Schulen und Krankenhäuser, gepflegte Parkanlagen und gut besuchte Kultur- und Sportstätten. Auch stellt er die Planungen für die autofreie Dortmunder Innenstadt, die kreuzungsfreie B 1 und die neuen Großwohnsiedlungen im Osten der Stadt vor.

Für den heutigen Betrachter ist der Film eine spannende Zeitreise in ein kraftstrotzendes und optimistisches Dortmund auf dem Höhepunkt der Montanindustrie. Noch ist keine große Zeche geschlossen, noch laufen die drei großen Eisen- und Stahlwerke auf vollen Touren, noch kennt die Entwicklung in vielen Bereichen nur eine Richtung: Steil nach oben. Die Stadt plant für 750.000 Einwohnern, die Straßen sind neu und breit, es fahren kaum Autos. Die Innenstadt ist von kriegsbedingten Baulücken geprägt, die als große Parkflächen dienen, während rund am den Alten Markt die erste Fußgängerzone eingerichtet wird. Der Blick vom Fernsehturm zeigt noch viel unbebautes Land – und eine brummende Hörder Hütte.

„Moderne Großstadt Dortmund“ wurde vor einiger Zeit im Historischen Konzernarchiv RWE entdeckt. Im Stadtarchiv Dortmund war nichts über die Existenz des Films bekannt, es handelt sich wahrscheinlich um ein Unikat. Daher hat das Historische Konzernarchiv RWE den Film an das Stadtarchiv Dortmund zur weiteren Aufbewahrung und Nutzung übergeben.

Veranstaltungsort: Kino im Dortmunder U. Zentrum für Kunst und Kreativität. Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund.

Der Eintritt ist kostenlos.


„Nachbarschaftspflege“ beim Mengeder Monatsstammtisch

Der Heimatverein Waltrop zu Gast im Heimathaus am Widum

Ganz im Zeichen der guten Nachbarschaft stand der Monatsstammtisch des Heimatvereins im Februar. Die Mengeder hatten die „Heimatfreunde“ aus Waltrop eingeladen, die diese Möglichkeit gerne wahrnahmen, um ihren Verein mit seinen vielen Aktivitäten vorzustellen.

Zwischen beiden Vereinen besteht seit Jahren ein freundschaftlicher Kontakt, der auch zu gemeinsamen Aktionen geführt hat. So hatten die beliebten Schnadegänge der Mengeder 2011 und 2016 „Waltroper Gelände“ als Ziel, um dort bei den Streitgesprächen Ansprüche einzufordern. Die Stände für den beliebten Adventmarkt rund um die evangelische Remigius Kirche werden von den Waltropern angemietet, angeliefert und aufgestellt.

Angereist waren die Waltroper mit einer achtköpfigen Delegation, die von dem Vorsitzenden Norbert Frey, ehemaliger Stadtdirektor der Nachbargemeinde, angeführt wurde. Gemeinsam mit Paul Reding überreichte er Hans-Ulrich Peuser als Gastgeschenk eine Radierung der Zeche Adolf von Hansemann aus dem Jahre 1934. Eine Flasche „Waltroper Tropfen“ durfte natürlich nicht fehlen.

 

Stammtisch Februar Mengede

Eine Zeichnung der Zeche Adolf von Hansemann überreichten Norbert Frey (Mitte) und Paul Reding an den Vorsitzenden des Mengeder Heimatvereins, Hans-Ulrich Peuser (links). Foto: Heimatverein Mengede

Nach der Begrüßung stellte Norbert Frey, seit 1976 Vorsitzender, mit einer Präsentation „seinen“ Heimatverein vor. Bereits im Jahre 1935 von insgesamt 14 Bürgern als Verein für Orts- und Heimatkunde gegründet, kann man heute auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. In dieser Zeit wurden viele historische Exponate aus dem Heimatbereich des Amtes Waltrop (Waltrop, Henrichenburg, Horneburg) zusammengetragen, die man heute im Heimatmuseum bewundern kann. Dieses Museum im ehemaligen Ripmannshof an der Riphausstraße 31 ist der ganze Stolz der Waltroper.

Mit dem Tennenfest (seit 1991), dem schon erwähnten Schnadegang, dem einwöchigen Jahresausflug und den drei Mal jährlich erscheinenden „Waltroper Heimatblättern“ bietet der Heimatverein eine bunte Palette an Informationen und Veranstaltungen an.

Norbert Frey verwies auf die Internetseite des Vereins auf der immer aktuelle Ankündigungen und Berichte einzusehen sind. Er bedankte sich bei den Zuhörern und gab das Mikrofon an Frank Schmidthaus weiter, der eine besonders beliebte Veranstaltungsreihe vorstellte.

Seit 2010 lädt er einmal im Monat zu einem „AktivKino“ ein. Dort zeigt er unter verschiedenen Überschriften (z.B. Erinnerungen, Klassenfahrten, Einschulungen, Tanzveranstaltungen u.Ä.) Filme und Fotos. Ziel ist es, Personen zu erkennen und zu benennen. Dabei werden natürlich viele Erinnerungen geweckt. Bei einem Foto aus 1936 ist es tatsächlich gelungen, alle Personen zu erkennen.

Hans Ulrich Peuser bedankte sich bei den Heimatfreunden aus Waltrop für die vielen Anregungen und Informationen. Vielleicht ist das AktivKino für Mengede eine interessante Idee. Auch die Möglichkeit das Heimatmuseum als Ziel einer Monatsradtour einzuplanen kam auf den Merkzettel.

Bei einigen „Waltroper + Remigius Tropfen“ klang der Abend bei gemütlicher Unterhaltung aus. Dabei wurden auch die vielen Waltroper Veröffentlichungen von Norbert Frey, die auf den Tischen auslagen, begutachtet.


Das Alte und das Neue - Chronik einer Zeche und ihrer Siedlung

Filmabend auf der Zeche Zollern am Freitag, 2. März 2018, 20 Uhr

1995 bis 1998 setzten Christoph Hübner und Gabriele Voss ihre zwanzig Jahre zuvor abgeschlossene dokumentarische Chronik Prosper/Ebel fort. Sie nahmen die Spuren der Menschen wieder auf, die damals in den ersten sechs Filmen eine Rolle spielten. Uwe Klug, Kolonnenführer auf Prosper V, damals Lehrling, ebenso wie Ferhat Kavehci, der nach einem schweren Unfall auf der Zeche nicht mehr dort arbeitet. Herbert Jaskulla, damals Schildvorzieher und Hydrauliker unter Tage, inzwischen Rentner, ebenso wie Rudi Klug, der zuletzt Lehrlinge auf Prosper II ausbildete. Man erinnert an die Nachbarn von damals, Karl Golomb, und den Türken Hassan Arkan. Sie starben in der Zwischenzeit.

Prosper/Ebel, zwanzig Jahre danach: Die Zukunft der Kohle ist unsicher geworden. Im Frühjahr 1996 machen die Bergleute in Aktionen ihrem Unmut Luft, besetzen für eine Woche die Zeche. In unmittelbarer Nachbarschaft der Zeche Prosper V wird "Warner Bros. Movie World" eröffnet, Claudia Schiffer, Michael Douglas, Sophia Loren u.a. geben sich die Ehre. Auf der benachbarten Halde wird am "Haldenereignis Emscherblick" gebaut, das weithin sichtbar Aufbruch und Wandel verkünden soll. Kleine Ereignisse scheinbar, doch auch ein Bild der Zeit in der größten europäischen Industrieregion am Ende des 20. Jahrhunderts.

Ein Film von Christoph Hübner und Gabriele Voss. Kamera: Christoph Hübner, Ton/Montage: Gabriele Voss, Produktion: Christoph Hübner Filmproduktion, D 1998, 87 Min.
Im Anschluss Filmgespräch mit Paul Hofmann und Christoph Hübner.
Eine Kooperation des Fritz-Hüser-Instituts, Dortmund, mit der Kinemathek im Ruhrgebiet. Gefördert durch die RAG-Stiftung. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht nötig.


Eine der vielen Feiern im Saal des heutigen "Nachbarschaftshauses Fürst Hardenberg". Foto: Sammlung Hubert Scheuer.

Vom Bullenkloster zum Nachbarschaftshaus

Wie jeden zweiten Montag im Monat, so findet auch am Rosenmontag (12. Februar) wieder der Evinger Geschichtstreff um 18.30 Uhr in der Geschichtswerkstatt im ersten Stock des ehemaligen Wohlfahrtsgebäudes („Schloss von Eving“) am Nollendorfplatz 2 statt.

Diesmal beschäftigt sich der Evinger Geschichtsverein mit dem Ledigenheim in der Herreckestr., im Volksmund „Bullenkloster“ genannt, und seit dem Umbau im Rahmen der IBA Emscherpark vor etwa zwanzig Jahren als "Nachbarschaftshaus Fürst Hardenberg" bekannt – Treffpunkt für viele Vereine aus Lindenhorst und Eving. Wiltrud Lichte-Spranger wird eine kurze Einführung geben und anschließend sollen Erinnerungen ausgetauscht werden.

Also: Ehemalige Bewohner sind besonders herzlich willkommen und wenn sie noch Fotos aus der Zeit haben, ganz besonders. Denn trotz der reichhaltigen Fotosammlung im Geschichtsarchiv hat der Geschichtsverein genau zu diesem Haus haben nicht viele Abildungen gefunden. Aber natürlich sind auch andere Interessierte willkommen. Der Eintritt ist frei."


 

Januar

Der große Moment: der Heimatverein Hörde lüftet gemeinsam mit Bürgermeister Manfred Sauer und Bezirksbürgermeister Hillgeris die Plane über den Stahlbrammen des Stahlwerks.

Brammenstandort am Phoenix-See eingeweiht

Mit einem kurzen Festakt hat am 26. Januar 2018 der Heimatverein Hörde den neuen Standort der letzten Stahlbrammen aus dem Hörder Phoenix-Werk eingeweiht.

Der Vorsitzende des Hörder Heimatvereins, Willi Garth, erinnerte die zahlreichen Gäste an die wechselvolle Geschichte der tonnenschweren Werkstücke.
Nach den Grußworten von Bürgermeister Manfred Sauer und dem Hörder Bezirksbürgermeister Sascha Hillgeris trafen sich die Gäste zum gemeinsamen Gespräch bei Glühwein und Currywurstsuppe.


Ein Schloss im Norden Dortmunds

Schloss Bodelschwingh als Ort lebendiger Adelskultur im Spannungsfeld zwischen europäischen Traditionen und Zukunftsentwürfen für die Metropolregion Ruhr: Wissenschaftliche Tagung am 2. und 3. Februar 2018

Das Kleinod Schloss Bodelschwingh bildet in Dortmund und im Ruhrgebiet einen herausragenden Erinnerungsort, der das oftmals auf die Zeit der Industrialisierung eingeschränkte Bild der Region um eine zentrale Dimension bereichert: Das Ruhrgebiet war auch eine Region blühender Adelskultur mit eindrucksvollen Schloss- und Kirchenbauten, einzigartigen Sammlungsensembles sowie hochwertigen Objekten materieller Adelskultur. In Bodelschwingh ist dies nicht allein Vergangenheit, sondern zugleich auch Gegenwart.

Das Baudenkmal "Wasserschloss" ist in bemerkenswert vollständiger Weise erhalten: Um die eigentliche Wasserschlossanlage sind die paradigmatischen Elemente eines Adelssitzes trotz des schwerwiegenden Eingriffes des Autobahnbaus im Wesentlichen erhalten und nachvollziehbar. Mit dem Vorhof, der Vorburg, dem Landschaftspark von europäischer Gartenbaubedeutung, der einzigartigen Familiengrablege im Schlosspark, der Schlosskirche und dem sich darum ansiedelnden Dorf, den Wege- und Wasserlaufverbindungen ins Umland ist ein spätmittelalterlich-frühneuzeitlicher Kulturzusammenhang in überraschender Komplexität ablesbar.

Zugleich dokumentiert der Bau in seiner kontinuierlichen (Um-)baugeschichte die durchgehende Nutzung vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Besondere historische Bedeutung hat Haus Bodelschwingh aus verschiedenen Gründen entfaltet; hervorzuheben ist die Bedeutung als überregionaler Gerichtsort im europäischen Geflecht adliger Gerichtsbarkeit. Wichtiges Ziel der Tagung ist es, Schloss Bodelschwingh als europäischen Erinnerungsort zu kontextualisieren.

Die Tagung versteht sich als ein Baustein im Kompetenzfeld Metropolenforschung der Universitätsallianz Ruhr und richtet sich gleichermaßen an Wissenschaftler/-innen wie an Studierende sowie an die städtische Öffentlichkeit. Interessierte sind sehr herzlich eingeladen!

Den Programmflyer finden Sie hier.

Veranstalter: Technische Universität Dortmund (Institut für Kunst und Materielle Kultur sowie Lehrstuhl für Geschichte und Theorie der Architektur); Conrad-von-Soest-Gesellschaft, Dortmund; Stadtarchiv Dortmund; Stiftung Denkmalswerte Kirchen Dortmund.


Die Revolution von 1918 als vertane Chance

Joachim Käppner spricht über den „Aufstand für die Freiheit“ im Stadtarchiv

Die Revolution der Arbeiter und Soldaten von 1918 war eine historische Chance für ein demokratisches Deutschland, das stärker gewesen wäre als die Weimarer Republik – findet Dr. Joachim Käppner. In seinem Vortrag am Mittwoch, 24. Januar, 19 Uhr im Stadtarchiv spricht der Historiker und Redakteur der Süddeutschen Zeitung über diesen „Aufstand für die Freiheit“.

Für sein gleichnamiges Buch hat Käppner neueste Forschungsergebnisse ausgewertet und zeichnet ein Bild der Arbeiter und Matrosen, die eine Welt aus den Angeln hoben.

Aus dem Klappentext: „In wenigen Tagen erreichen sie, was der Sozialdemokratie in Jahrzehnten nicht gelungen war: die überlebte, autoritäre Ordnung des Kaiserreichs zu stürzen. Es ist die Tragödie der Revolution, dass ihre eigenen Führer sie fürchteten – zu Unrecht. Denn das Ziel der meisten Revolutionäre war nicht, wie es in der Rückschau oft erschien, ein kommunistisches Regime wie in Russland zu errichten. Das Aufbegehren in Deutschland hatte vor allem die Absicht, die alten Eliten der Kaiserzeit zu entmachten, besonders das Militär und die Kriegstreiber von 1914.

Für einige wenige Wochen hat die Revolutionsregierung, geführt von der SPD, die Gelegenheit dazu – und nutzt sie nur halbherzig. So bleiben die Todfeinde der deutschen Demokratie mächtig, mit fatalen Folgen für die junge Republik.“


Landtagsabgeordneter Armin Jahl mahm sich viel Zeit für die Fragen des Heimatvereins Mengede. Foto: Heimatverein Mengede

Heimatverein Mengede besucht den Landtag in Düsseldorf

Mit einem besonderen Highlight startete der Heimatverein Mengede in das Jahr 2018. Eine Gruppe von 30 Teilnehmern war der Einladung des Landtagsabgeordneten Armin Jahl (SPD) gefolgt, den Landtag in Düsseldorf zu besuchen. Armin Jahl ist seit 2010 Mitglied des Landtages und vertritt hier den Wahlbezirk Dortmund I (Mengede, Huckarde, Innenstadt West).

Nach der Begrüßung durch einen Mitarbeiter der Landtagsverwaltung konnte die Gruppe auf der Besuchertribüne Teile der Debatte um die Verabschiedung des NRW-Landeshaushalts mitverfolgen. Von dieser guten Stunde auf der Tribüne zeigten sich die Teilnehmer ziemlich beeindruckt.

Anschließend trafen die Mengeder Heimatfreunde mit Armin Jahl zu einem intensiven Gespräch zusammen. Natürlich war dabei der Stadtbezirk Mengede das wichtigste Thema. So wurde über die Stadtkernsanierung gesprochen und auch die Zukunft des Kraftwerkes Knepper kam zur Sprache. Zu diesem Thema hat Armin Jahl für den 26. Februar 2018 im Kulturzentrum Saalbau zu einer weiterem Informationsveranstaltung eingeladen.


"Sturm auf den Winterpalast - Forensik eines Bildes"

Ausstellung im Dortmunder U ist noch bis zum 8. April 2018 zu sehen

2017 jährte sich die Oktoberrevolution zum 100. Mal. Aus diesem Anlass widmet sich das Projekt "Sturm auf den Winterpalast: Forensik eines Bildes" jener Fotografie, die wie keine andere zum Symbolbild dieser Revolution geworden ist: dem Sturm auf das Winterpalais.

Allerdings stammt das Foto nicht vom historischen Ereignis selbst, sondern von einem theatralen Reenactment. 1920 erhielt der russische Theaterregisseur und -theoretiker Nikolaj Evreinov den Auftrag, zum 3. Jahrestag der Revolution die Einnahme des Winterpalais nachzustellen. Der Sturm selbst hatte jedoch in dieser Form so nie stattgefunden. Und doch wurde aus der Fotografie eines Theaterereignisses ein ‚historisches Dokument’.

Die Ausstellung "Sturm auf den Winterpalast: Forensik eines Bildes" präsentiert alle erhalten gebliebenen Aufnahmen des Reenactments von 1920 (ein Film, ca. 75 Fotografien) und die Dokumentwerdung des Fotos in der sowjetischen Geschichtsschreibung in Bildbänden, Schulbüchern, Zeitungsreportagen und Ausstellungen.

Neben der minutiösen Rekonstruktion der Aufnahmesituation wurden zeitgenössische Künstler*innen eingeladen, neue Arbeiten zu produzieren, die auf Evreinov antworten bzw. ihn kommentieren und sich mit den Themen Geschichte, Erinnerung, Reenactment und Wiederholung auseinandersetzen.

Eine Ausstellung mit Arbeiten von Chto Delat, Nikolaj Evreinov, Waldemar Fydrych (Orange Alternative), Cristina Lucas, Kazimir Malevich, Milo Rau, Peter Watkins. Kuratiert von Dr. Inke Arns (HMKV) und Prof. Dr. Sylvia Sasse (Universität Zürich).

Veranstaltungsort: Dortmunder U | Ebene 6, Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund,www.hmkv.de.


Erster Stammtisch des Heimatvereins Mengede im neuen Jahr

Vortrag von Diethelm Textoris über die “Karnevalslieder im Wandel der Zeiten“

Heimatvereinsmitglied Diethelm Textoris, den Besuchern durch diverse Vorträge in der jüngeren Vergangenheit bestens bekannt, stellte an diesem Auftaktstammtisch 2018 den Karneval in den Mittelpunkt.

Das Thema hieß “Karnevalslieder im Wandel der Zeiten“. Schon das Mitsingen der Zuhörer zeigte, wie viele dieser Lieder die Zeiten überdauert haben. Viele von uns haben sie im Ohr und kennen mindestens den Refrain auswendig. Doch die Lieder verraten viel über den jeweiligen Zeitgeist, sind häufig Milieuschilderungen, erzählen Alltagsgeschichten und machen oft auch Aussagen über den politischen Hintergrund ihres Entstehungsjahres.

Textoris reicherte seine Präsentation mit Original-Tondokumenten an, ordnete sie zeitlich ein und lieferte Hintergrundinformationen und Anekdoten zu den Liedern und den Interpreten. Wie bei allen seinen Vorträgen mit musikalischem Inhalt bot er auch hin und wieder Live-Gesang, wobei er von Heimatvereinsvorsitzenden Hans Ulrich Peuser einfühlsam am Piano begleitet wurde.

Wer wusste schon, dass die „Hymne des Kölner Karnevals“, der „Treue Husar“ bis ins Jahr 1781 zurück zu verfolgen ist, ursprünglich ein Bänkellied war und erst Anfang der 20er Jahre des 20ten Jahrhunderts mit neuer bzw. ergänzter Melodie als Marsch Einzug in den Karneval gehalten hat? Oder, wem war bekannt, dass der Hit „Du kannst nicht treu sein“ 12 Jahre nach seiner Verbreitung in Deutschland in seiner englischsprachigen Fassung mehrere Wochen die US-Hitparade angeführte und die erste Verkaufsmillion eines deutschen Liedschreibers in den USA war?

Einen sehr unterghaltsamen Abend verlebten die Teilnehmer des ersten Monatstammtisches des Mengeder Heinatvereins im Heimathaus am Widum in Mengede. Foto: Heimatverein Mengede

In seiner Präsentation erinnerte der Referent an berühmte dem Karneval verbundene Sänger und Komponisten. Viele von ihnen, wie Willi Ostermann, Willy Millowitsch, Jupp Schmitz, Trude Herr oder Willy Schneider sind heute längst Berühmtheiten geworden. Plätze, Straßen wurden nach ihnen benannt und Denkmäler für sie errichtet. Doch die eigentlichen Denkmäler sind die von ihnen komponierten bzw. gesungenen Lieder.

Diethelm Textoris konnte berichten, dass der ehemalige Kölner Bäckermeister Karl Berbuer für sein Lied „Du munteres Rehlein, du“ im ersten Halbjahr seines Erscheinens im Jahre 1939 bereits 12.000 Reichsmark erhielt. Sein „Heidewitzka, Herr Kapitän“ bescherte ihm, so berichtete Berbuer selbst, eine lebenslange Rente. Sein „Wir sind die Eingeborenen von Trizionesien“ war ein großer Nachkriegserfolg und beschrieb auf humorvolle Art das von den Alliierten dreigeteilte Deutschland, schloss mit der Vergangenheit ab und erweckte ein neues Selbstbewusstsein. Da das Grundgesetz keine Hymne festgelegt hatte, fungierte es zeitweilig als Ersatzhymne. Übrigens: Konrad Adenauer, unser erster Bundeskanzler, begrüßten die Amerikaner 1950 in Chicago mit „Heidewitzka, Herr Kapitän“, dem oben erwähnten anderen Ohrwurm von Berbuer.

Textoris vergaß nicht zu erwähnen, dass gerade in der Zeit des Nationalsozialismus auch die Politik und der herrschende Zeitgeist Einfluss auf den Karneval nahmen. Was sich u.a. mit der Judenverunglimpfung bei den Karnevalszügen und auch in einigen Liedern zeigte. Auf Geheiß der Nazis mussten die Funkenmariechen und die Jungfrau im Kölner Dreigestirn, traditionellerweise durch Männer verkörpert, jetzt von Frauen dargestellt werden, denn die jahrzehntelange Tradition war nach Meinung der herrschenden Ideologie zu nah an der nicht geduldeten Homosexualität.

Zum Ende des Vortrags ging Textoris auf die Wende ein, die mit den Bläck Föös und ihrem Lied „Drink doch eine met“ im Jahre 1971 eingeleitet wurde. Seitdem sind neben den Solisten Gruppen wie die „Höhner“, „Cassalla“, „De Boore“ oder die „Funky Marys“ gewichtige Faktoren im Karneval. Sie brachten neben den traditionellen Walzer-, Marsch- und Tangorhythmen auch Elemente des Jazz, Blues, Rock, Funk und Reggae in das karnevalistische Liedgut ein. Ganz aus dem Rahmen fällt das Lied „Liebe gewinnt“ von „Brings“ für die Session 2017/18. Regt es doch zum Nachdenken an, fordert auf zur Reduzierung des digitalen Lebens im Tausch gegen mehr Mitmenschlichkeit. Zum Ausklang stimmte der Textoris, wieder unterstützt von Hans-Ulrich Peuser am Klavier und über dreißig Zuhörerstimmen beim Refraingesang das Lied von Jupp Schmitz an, das immer zum Karnevalsausklang erklingt: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“.

Nach einem äußerst kurzweiligen Abend mit Walzertönen bis hin zum Rock und Pop machten sich die Besucher beschwingt und mit neuen Kenntnissen zu diesem Genre auf den Heimweg.


Die historische Krippe der St.- Barbarakirche. Foto: Förderverein Lindenhorster Kirchturm

Krippenspaziergang für den Lindenhorster Kirchturm

Der Förderverein Lindenhorster Kirchturm lädt wiederum, bereits zum dritten Mal, zu einem Krippenspaziergang um Drei-Königs-Tag herum ein, diesmal am 5. Januar 2018.

Interessierte treffen sich um 15:30 Uhr in der St.-Barbara-Kirche in der Bergstr./Ecke Friesenstr. In der Kirche wird Küster Jörg Unterkötter die historische Krippe - eine der ältesten in Dortmund - vorstellen und erläutern.

Danach; so gegen 16:30 Uhr, geht es in einem gemütlichen, kleinen Spaziergang zum ehemaligen Wohlfahrtsgebäude ("Schloss von Eving") am Nollendorfplatz. Dort sind in der Geschichtswerkstatt des Evinger Geschichtsvereins ganz unterschiedliche Krippen aus privaten Sammlungen aufgebaut und zu bewundern. Die große Weihnachtspyramide des Geschichtsvereins steht allerdings diesmal in der Ausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte und die Bedeutung von Weihnachtskrippen kann man die „Aussteller“ zu Herkunft und Besonderheiten ihrer Krippen befragen. Der Eintritt ist frei. Um Spenden wird gebeten.